Maksymilian M. verzog am Montag keine Miene, als die Bilder des Infernos an die Wand geworfen wurden, das er verursacht haben soll. Bilder, die zeigen, wie sich Flammen im gesamten Obergeschoss eines Hauses ausbreiten und es in eine tödliche Falle verwandeln. Bilder, die von der Hilflosigkeit zeugen, die die Bewohner des Objekts empfunden haben müssen, als der Rauch sie plötzlich aus dem Schlaf riss.

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In der Nacht des 28. September brach im Obergeschoss einer Doppelhaushälfte im Marzahner Hornetweg ein Feuer aus. Zwei Männer verloren dabei ihr Leben, vier weitere wurden teils schwer verletzt und entkamen nur knapp einem schrecklichen Ende.
Zwei Männer verbrannten im Flammeninferno von Marzahn
Aus Sicht der Staatsanwaltschaft hat der 28-jährige Lagerarbeiter M., der das Haus zu dieser Zeit selbst als Mitarbeiter einer Handwerkerfirma bewohnte, das Feuer mit Brandbeschleunigern gelegt, um sich nach einem Streit im Alkoholrausch an einem seiner Mitbewohner zu rächen. Sie wirft dem Polen vollendeten und versuchten Mord aus Heimtücke sowie besonders schwere Brandstiftung vor. Den Tod aller seiner Kollegen habe er bei dieser Tat bewusst in Kauf genommen, heißt es. Am Montag begann der Prozess gegen M. vor dem Berliner Landgericht.
Besonders perfide: M. soll die Haustür von innen verschlossen haben und aus einem der unteren Fenster entkommen sein, nachdem er die Brandstiftung begangen hatte. Ein lapidares „Es brennt!“ sollen die letzten Worte gewesen sein, die er vor seiner Flucht an einen seiner erwachenden Kollegen gerichtet hat. Diesem gelang es noch – trotz der acht am Abend zuvor getrunkenen Biere –, vier der anderen Männer zu wecken und mit ihnen den Flammen durch Sprünge aus den Fenstern zu entrinnen.
Einer der Flüchtenden brach sich dabei den Arm, ein weiterer der Überlebenden erlitt so schwere Verbrennungen, dass er zeitweise in ein künstliches Koma versetzt werden musste. Für die beiden Männer im Alter von 29 und 39 Jahren, die im zweiten Obergeschoss schliefen, kam aber jede Hilfe zu spät.
Maksymilian M. wurde drei Tage nach der Tat in Polen verhaftet

Der Fall hatte damals für Schlagzeilen gesorgt und viele Spekulationen nach sich gezogen, insbesondere weil das sich rasch ausbreitende Feuer auch auf die benachbarte Doppelhaushälfte übergegriffen hatte, die von einer Mutter und ihrer minderjährigen Tochter bewohnt wurde. Die beiden sollen durch laute Geräusche noch rechtzeitig aus dem Schlaf erwacht sein.
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Doch warum war es überhaupt zu einer derartigen Eskalation gekommen? Eine konkrete Antwort auf diese Frage gab es auch am Montag nicht. Maksymilian M. zog es zunächst vor zu schweigen, kündigte aber eine Aussage für Donnerstag an. Bis jetzt hat er sich noch gar nicht zu den Vorwürfen geäußert. M. war drei Tage nach der Tat in Polen festgenommen worden. Anfang November wurde er nach Berlin überstellt. Seitdem sitzt der 28-Jährige in Untersuchungshaft.
Regelmäßige Saufgelage in der Doppelhaushälfte
Erkenntnissen der Polizei Berlin zufolge wurde die Doppelhaushälfte regelmäßig von einer Firma für Arbeiter und Monteure gemietet. Die insgesamt acht Männer (einer war zur Tatzeit nicht vor Ort) stammten alle aus Polen und kannten sich erst seit einer Woche. Abends hätten sie regelmäßig zusammengegessen und getrunken. Aussagen der Nachbarn zufolge sei es dabei immer wieder zu Saufgelagen und lauten Auseinandersetzungen auch tief in der Nacht gekommen.
Der konkrete Auslöser des Streits am Abend des 27. September ist bislang nicht bekannt. Laut den Vernehmungen der Ermittler habe die Auseinandersetzung aber zwischen M. und einem gewissen Adrian stattgefunden. Beide sollen extrem alkoholisiert gewesen sein. Im Laufe des Konflikts habe M. sogar ein Messer gezückt, einer der anderen Männer sei aber dazwischengegangen. Dann habe M. wutentbrannt das Haus verlassen.
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Sechs weitere Verhandlungstage sind angesetzt
Laut der Staatsanwaltschaft kehrte er in der Nacht zurück, packte seine Sachen zusammen, legte das Feuer im Dachstuhl und entfloh. Bei einem der beiden Männer, die in den Flammen starben, soll es sich denn auch um Adrian, den Kontrahenten von M., handeln, der sein Zimmer im zweiten Obergeschoss hatte. Höchstwahrscheinlich war er aufgrund seines hohen Alkoholkonsums zu spät aus dem Schlaf erwacht, hieß es am Rande der Verhandlung.
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Im September hatte zunächst der Verdacht im Raum gestanden, der Brandstifter wäre von außerhalb des Hauses gekommen. 88 Feuerwehrleute waren mehrere Stunden mit Drehleitern im Einsatz gewesen, um die Flammen zu löschen. Nach der Befragung der Überlebenden hatte sich jedoch rasch herauskristallisiert, dass die Tat keinen politischen oder religiösen Hintergrund gehabt hatte. Für den Prozess sind noch sechs Verhandlungstage bis zum 24. März angesetzt.








