Überraschende Wendung nach einem mysteriösen Brand in Berlin-Marzahn: Nachdem zwei Männer in der Nacht zu Sonntag tot in einer brennenden Doppelhaushälfte am Hornetweg aufgefunden wurden, hat die Staatsanwaltschaft nun Ermittlungen wegen des Verdachts auf versuchten sowie auf vollendeten Mord aufgenommen. Die Ermittlungsbehörde geht von einem vorsätzlich gelegten Feuer aus. Bei der Befragung von Überlebenden hätten sich Anhaltspunkte für den Verdacht ergeben, hieß es.

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Zwei weitere Personen wurden bei dem Brand schwer verletzt und ins Krankenhaus gebracht, zwei Männern gelang hingegen die Flucht vor den Flammen. Der Zustand des einen Verletzten wird als extrem kritisch angebeben. Bei allen sechs soll es sich um polnische Monteure handeln. Die Doppelhaushälfte im Hornetweg war zum Brandzeitpunkt an insgesamt acht Facharbeiter als Arbeiterunterkunft vermietet. Nicht von allen Bewohnern ist die Identität geklärt.

Staatsanwaltschaft: Keine Hinweise auf politisches Motiv

„Nach Ermittlungs- und Erkenntnisstand bestehen keine Hinweise für eine politisch oder religiös motivierte Tatmotivation“, heißt es in einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft. Man wisse noch nicht abschließend, ob sich der Brandstifter im Inneren des Hauses befunden hat oder von außerhalb kam. Vieles deutet aber auf einen Streit innerhalb der Monteur-Gruppe.

Das Feuer war in der Nacht zu Sonntag im Dachstuhl ausgebrochen. Die Brandermittler der Polizei waren noch den ganzen Tag über vor Ort, sammelten Spuren und untersuchten die Ursache. Neben einer Tat mit Vorsatz waren zunächst auch Fahrlässigkeit oder ein technischer Defekt nicht ausgeschlossen worden. Geklärt werden muss zudem, ob die tot aufgefundenen Personen möglicherweise schon vor Ausbruch des Feuers gestorben sind. Das wird nun Gegenstand der Obduktion sein.

Brand in Marzahn: Familie konnte sich nur knapp in Sicherheit bringen

Die Feuerwehr war mitten in der Nacht um 3 Uhr alarmiert worden und sprach von einem „Massenanfall an Verletzten“. Die Doppelhaushälfte stand demnach komplett in Flammen und brannte vollständig aus. Das Feuer habe auch auf den Dachstuhl des zweiten Hausteils übergegriffen. Wie der RBB erfuhr, konnte sich die Familie, die dort lebt, rechtzeitig in Sicherheit bringen. Laut der Feuerwehr ist das Haus vermutlich einsturzgefährdet.

88 Feuerwehrleute waren mehrere Stunden im Einsatz, um die Flammen zu löschen. „Die Zugänglichkeit in den Dachbereich gestaltete sich sehr Kräfte- und Personalintensiv“, hieß es in einer Mitteilung. Sowohl von außen als auch von innen kam eine Drehleiter zum Einsatz. Erst nach vier Stunden waren die Löscharbeiten weitgehend abgeschlossen. Das Gebäude ist mittlerweile provisorisch gesichert worden. Das Bezirksamt muss nun mit einem Statiker prüfen, wie es weitergeht, so ein Sprecher der Feuerwehr.

„Wir danken allen Kollegen der Berliner Feuerwehr für ihren Einsatz“, sagt Benjamin Jendro, Sprecher der Gewerkschaft der Polizei GdP, die in Berlin auch Feuerwehrleute vertritt. „Unsere Kollegen im zuständigen Brandkommissariat werden ergebnisoffen ermitteln, wir sind zuversichtlich, dass sie die Hintergründe genau aufklären können.“