Mehr Anrufe bei Kältebussen – aber oft fehlende Infos
In den vergangenen sehr kalten Nächten haben mehr Menschen die Nummern der Kältehilfen in Berlin gewählt, um anderen zu helfen. Allerdings seien viele dieser Anrufe wenig zielführend gewesen, sagte Barbara Breuer, Sprecherin der Berliner Stadtmission.
„Es ist wirklich wichtig – und bei Minusgraden im zweistelligen Bereich noch viel wichtiger – dass uns die Menschen unterstützen, indem sie zuerst obdachlose Menschen ansprechen und kurz ein paar Dinge erfragen“, sagte sie. So sei es wichtig, vorab zu klären: „Möchte der Mensch, dass der Kältebus kommt und ihn oder sie in eine Notunterkunft befördert?“
Neben dieser zentralen Information sollten Anrufer auch den Namen erfragen und den genauen Standort und Zustand der Hilfsbedürftigen mitteilen können. Angesichts der weniger hilfreichen Anrufe will die Stadtmission nun als neues Motto „Erst ansprechen, dann anrufen“ etablieren.
Das Callcenter priorisiere anhand der Informationen aus den Anrufen und schicke die Busse je nach Dringlichkeit. „Wenn aber nur jemand mit dem Fahrrad an einem Schlafsack vorbeifährt, der irgendwo herumliegt und dann den Kältebus anruft, kann es sein, dass der Bus ganz umsonst dorthin fährt und jemand anderes in dieser Zeit erfriert“, erklärte sie. Während normalerweise in kalten Nächten zwischen 20 Uhr und 2 Uhr um die 120 Anrufe eingingen, waren es in den vergangenen Nächten bis zu 170 Anrufe.