Könnten Hunde reden, dann hätte Betty mich wohl heute früh gefragt: „Sag mal, ist das dein Ernst!?“ Stattdessen zeigte sie ihre Unlust still, aber dafür umso deutlicher. Wir hatten das Haus gerade verlassen, als sie abrupt stehenblieb und mich mit großen Augen fragend ansah. An den Schnee der letzten Wochen hat sie sich zwar gewöhnt. Es machte ihr meistens sogar Spaß, die Nase tief hineinzustecken, nur um kurz danach schnaubend weiterzulaufen und das Ganze an jedem Baum, Strauch oder Schneehaufen zu wiederholen. Aber Glatteis ... wirklich nicht ihr Ding. Aber hilft ja nichts, der Hund muss raus – und das mindestens dreimal täglich.

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„So schlimm wird es ja wohl nicht sein“, dachte ich noch, während ich den Mantel anzog. Drei Minuten später hielt ich mich auf dem Bürgersteig vor dem Haus am Zaun fest, um nicht zu stürzen. Eine Nachbarin, die ebenfalls auf einer frühen Hunderunde unterwegs war, hatte weniger Glück. Sie zog sich gerade am Zaun wieder hoch, während ihr Vierbeiner schwanzwedelnd und etwas ratlos wirkend, danebenstand.

Unwetterwarnung zwingt viele ins Homeoffice – Hund muss trotzdem raus

Der Deutsche Wetterdienst und andere Stellen haben bereits am Montag dazu geraten, am Dienstag, wenn möglich, zu Hause zu bleiben. Normalerweise hätte ich die Gassirunde aufs Nötigste beschränkt und wäre dann sofort wieder rein ins Warme. Das hätte Betty sicherlich auch gut gefallen. Nur musste ich gerade heute ins Büro. Das gefiel Betty weniger.

Hundespaziergang wird zum Balanceakt auf rutschigen Wegen

Für den Weg zur U-Bahn benötige ich normalerweise acht Minuten, mit Hund sind es meist zwölf, heute waren es 20 Minuten Schlitterpartie, Stopp and Go und mehrfach Festhalten im letzten Moment. Dabei kam es mir so vor, als würde Betty dabei konsequent gegen mich arbeiten. An einer Treppe auf dem Weg zum Bahnhof wurde unser Konflikt dabei besonders deutlich: Betty wollte sie am liebsten möglichst schnell nach unten und setzte nach jeder Stufe zum Rennen an.

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Für mich, der nur zwei Beine hat, war das aber keine Option. Multitasking war nötig: Ich musste im Seitwärtsgang nach unten steigen, das Gleichgewicht halten und gleichzeitig mit der rechten Hand den plötzlichen Ausbruchsfantasien meines Hundes mit der Leine entgegenwirken. Schließlich kamen wir aber beide unversehrt unten an, wo Betty erst einmal stehenblieb.

Schließlich schafften wir es doch in die (extrem volle) U-Bahn und ins Büro an der Friedrichstraße. Dort legte sich Betty an die Heizung und schlief ein. Während ich diese Zeilen schreibe, liegt sie immer noch schlummernd neben mir. Leider ist es jetzt Zeit für die Mittagsrunde.

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