Nach Schnee und Eiseskälte in den vergangenen Tagen kamen in der Nacht zu Dienstag mildere Temperaturen und Regen nach Berlin. Dieser fiel auf den sehr kalten und gefrorenen Boden. Das führte in der Nacht, in den Morgenstunden sowie am Dienstagvormittag zu vereisten Straßen und Gehwegen. Auf den glatten Straßen ging es vielerorts nur langsam voran. Auch die Busse der BVG waren betroffen. Vereinzelt wurden laut BVG Streckenabschnitte wegen des Glatteises gesperrt.

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Besonders gefährlich wurde es für Fußgänger auf den oft spiegelglatten Gehwegen. Die Berliner Feuerwehr zählte von Mitternacht an bis Dienstagmittag mehr als 100 sturzbedingte Rettungseinsätze. Einen deutlichen Anstieg der Einsätze bilanzierte die Feuerwehr zwischen 6 und 7 Uhr früh. Zu diesem Zeitpunkt meldete sie ein erhöhtes Aufkommen von Rettungsdiensteinsätzen wegen gestürzter Personen. „Seit etwa 7 Uhr am Morgen, als die Menschen zur Arbeit gegangen sind, haben die Alarmierungen wegen Stürzen auf Glatteis deutlich zugenommen“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. „Seitdem steigen die Einsatzzahlen. Wir haben zusätzliche Rettungsfahrzeuge eingesetzt.“ Die Zahl der Rettungswagen sei am Morgen von etwa 120 auf 150 Fahrzeuge erhöht worden.
In den Mittagsstunden wurde es für die Retter ruhiger auf den Straßen. „Wir hoffen natürlich, dass das so bleibt“, sagte ein Feuerwehrsprecher der Berliner Morgenpost am Nachmittag. Man müsse aber den Feierabend abwarten, wenn die Menschen wieder draußen zu Fuß unterwegs sind.
Eisbeseitigung im Tiergartentunnel kompliziert
Die amtliche Unwetterwarnung vor Glatteis, die am Montagabend vom Deutschen Wetterdienst ausgegeben wurde, ist am Dienstagmorgen um 8 Uhr aufgehoben worden. Das gab der Deutsche Wetterdienst über die Warnapp NINA bekannt. Dennoch warnte die Verkehrsinformationszentrale Berlin (VIZ) weiter vor Glatteis auf vielen Gehwegen und Nebenstraßen. Der Tiergartentunnel musste von Eis befreit werden, wie die VIZ mitteilte. „Weil die Fahrbahn in den Tunnel bergab führt, ist die Eisbeseitigung etwas komplizierter.“
„Seit etwa 7 Uhr am Morgen, als die Menschen zur Arbeit gegangen sind, haben die Alarmierungen wegen Stürzen auf Glatteis deutlich zugenommen.“
Sprecher der Berliner Feuerwehr
Auffällig viele Verkehrsunfälle gab es nach Angaben der Polizei nicht. Die Zahlen seien am Morgen nur etwas erhöht, sagte ein Polizeisprecher. 125 Meldungen von Unfällen gingen bei der Polizei von der Nacht bis 11 Uhr vormittags ein. Im Vergleichszeitraum vor einer Woche waren es 99 Unfallmeldungen. Spiegelglatte Straßen haben in Brandenburg zu etlichen Verkehrsunfällen geführt und Berufspendler am Morgen ausgebremst. Vielerorts blieb es bei Blechschäden. Nach Angaben des Polizeipräsidiums wurden zehn Menschen in Brandenburg verletzt. Insgesamt habe es seit Mitternacht mehr als 60 Glätte-Unfälle gegeben. In einigen Orten fuhren am Morgen Buslinien nicht.

Oberleitungen und Stromschienen von Straßenbahn und U-Bahn vereist
Nach eigenen Angaben gab es bei der BVG im Nachtverkehr zunächst nur geringe Einschränkungen. „Durch zunehmende Glätte ging es am Morgen auf den Straßen vielerorts nur langsam voran“, hieß es in einer Mitteilung am Morgen. „Davon betroffen waren auch die BVG-Busse. Die meisten Linien konnten aber auf voller Länge fahren. Nur vereinzelt mussten Streckenabschnitte wegen Eisglätte vorübergehend gesperrt werden.“ Stärker betroffen waren einige Straßenbahnlinien, da die Oberleitungen vereist waren. Es kam zu Verspätungen.
Auch auf oberirdischen Abschnitten der U-Bahn-Linien U2 und U3 sei es zeitweise zu Verspätungen durch Eis auf den Stromschienen gekommen, teilte das Unternehmen mit. „Der Spezialzug der BVG war im Einsatz, um die Eisschicht zu beseitigen.“ Gegen 9 Uhr rollte der Verkehr wieder reibungslos. Lediglich der BVG-Fährverkehr war noch nicht wieder in Betrieb.
Am BER wurden zahlreiche Maschinen vor dem Start enteist
Am Flughafen Berlin Brandenburg „Willy Brandt“ (BER) wurden nur vereinzelt Flüge von Airlines witterungsbedingt gestrichen. Ansonsten verlief der Winterbetrieb bislang stabil, Verspätungen hielten sich im Rahmen, wie mitgeteilt wurde. „In der Nacht sorgte Regen für vereiste Verkehrsflächen, aber unser Winterdienst war seit 2 Uhr nachts im Hochleistungseinsatz, um die Flugbetriebsflächen zu enteisen, sodass um 6 Uhr der Betrieb normal starten konnte“, sagte BER-Sprecher Dennis Dobrowolski. „In den Morgenstunden und am Vormittag wurden zahlreiche Maschinen vor dem Start enteist. Dank der Plusgrade am Mittag war dies nicht mehr erforderlich.“
Nach Angaben Dobrowolskis wurde der gesamte Flugbetrieb am Dienstag zwischenzeitlich über eine Start- und Landebahn abgefertigt, während die zweite gegen Vereisung behandelt wurde. Starts und Landungen fanden in dieser Zeit normal statt. „Wir empfehlen Fluggästen aber weiterhin, sich regelmäßig über den aktuellen Status ihres Fluges zu informieren.“
mit dpa





