In der Nacht zu Dienstag hat es in zwei Berliner Bezirken fast gleichzeitig schwere Fahrzeugbrände gegeben. Insgesamt 36 Transporter wurden zerstört – darunter 19 Fahrzeuge des Online-Versandhändlers Amazon. Die Berliner Feuerwehr war in beiden Fällen mit einem Großaufgebot im Einsatz. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung, der Staatsschutz geht von einem politischen Motiv aus. Am Mittag bekannten sich Anonyme auf der linksradikalen Online-Plattform „indymedia“ zu den Taten.

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Gegen 2.59 Uhr wurden die Einsatzkräfte nach Berlin-Britz alarmiert. Auf einem Parkplatz am Koppelweg standen zahlreiche Amazon-Transporter in Flammen. Die Feuerwehr rückte mit rund 40 Kräften, fünf Löschfahrzeugen, zwei Drehleitern, einem Rettungswagen sowie weiteren Sonder- und Führungsfahrzeugen aus. Vier Strahlrohre und zehn Atemschutzgeräte kamen zum Einsatz. Nach etwa einer Stunde war das Feuer unter Kontrolle.
Erst am Montag war der Amazon-Tower - ideologisches Hassobjekt der linken Szene - in Friedrichshain eröffnet worden, begleitet von Demonstrationen und Protesten. „Statt Sektempfang gibt es unsererseits verkohlte Autowracks zur feierlichen Eröffnung des Amazon-Towers“, heißt es dazu in dem Bekennerschschreiben auf „indymedia“: „Wir finden aber nicht nur dieses hässliche Hochhaus und seine Folgen für den Kiez zum kotzen, sondern auch alle anderen Machenschaften des Tech-Giganten und insbesondere seine aktive Beteiligung an Krieg und Genozid.“ Amazons Server und Cloud Services würden von den Israeli Defense Forces (IDF) zur Überwachung der palästinensischen Bevölkerung genutzt.
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Transporter Brand in Lichtenberg – Polizei untersucht Zusammenhang
Nur drei Minuten vor dem Brand in Britz, um 2.56 Uhr in der Nacht zu Dienstag, war die Feuerwehr bereits nach Lichtenberg gerufen worden. Dort brannten auf dem Gelände der Telekom in der Buchberger Straße 17 Transporter. Auch dieser Brand wurde binnen einer Stunde gelöscht.
In beiden Fällen hat der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen. Verletzt wurde niemand, der Sachschaden dürfte allerdings erheblich sein. „Beide Firmen profitieren immens von der globalen Militarisierung und den sich ausbreitenden Kriegen“, heißt es dazu in dem Bekennerschreiben. Deswegen sei es richtig, sie zu sabotieren.
„Die Brandanschläge letzte Nacht auf die Telekom und Amazon reihen sich nahtlos in die immer wieder aufkeimenden Schwachsinnstaten gegen derartige Unternehmen ein“, sagte GdP-Landesvize Thorsten Schleheider am Dienstag. „Am Ende des Tages sind und bleiben es schwere Straftaten, die durch nichts zu rechtfertigen sind und die Strukturen der betroffenen Firmen nicht mal im Ansatz ändern werden.“

Immer wieder Brandanschläge aus dem linksextremen Spektrum
Peter Langer, Generalsekretär der FDP Berlin, warnte vor der Außenwirkung derartiger Aktionen. „Kaum ein Tag vergeht ohne Meldungen von politisch motivierter Gewalt in unserer Stadt“, so Langer. Dabei sei das keine „Berlin-Folklore“ oder vorgegebenes Schicksal. Berlin kranke auch hier an politischer Vernachlässigung und dem bewussten Ausblenden des Problems durch politisch Verantwortliche, kritisierte der FDP-Politiker. Statt über einen Iron Dome für Berlin zu schwadronieren, sollte sich die CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus lieber für eine finanziell und materiell gut ausgestattete Polizei und Justiz einsetzen, forderte Langner.
Zuletzt hatte es immer wieder Brandanschläge aus dem linksextremistischen Spektrum heraus gegeben, insbesondere auf Baufirmen im Zusammenhang mit dem umstrittenen Ausbau der A100. Erst vor zwei Wochen brannte es auf einem Firmengelände am Pyramidenring in Marzahn. Die Brandstiftungen der vergangenen Monate – oft auch gezielt gegen die Tesla-Fabrik in Grünheide gerichtet – werden in den Verfassungsschutzberichten des Bundes und des Landes Berlin als einer der zentralen Gründe für die Zunahme linksextremistischer Taten ausgemacht.




