Ein Feuer auf einem Firmengelände am Pyramidenweg in Marzahn hat am Sonntagabend einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst. Anwohner meldeten gegen 21 Uhr weithin sichtbare Flammen und eine massive Rauchentwicklung. Vor Ort brannten drei Lagerhallen, mehrere Lkw, große Mengen Holzpaletten sowie diverses Lagergut auf einer Fläche von rund 3500 Quadratmetern. Spezialkräfte der Feuerwehr mussten die brennenden Holzpalettenstapel auseinanderziehen, um das Löschen zu ermöglichen. Verletzt wurde nach Angaben der Polizei niemand.

Die Rauchsäule des brennenden Firmengeländes war auch aus großer Entfernung zu sehen.
Die Rauchsäule des brennenden Firmengeländes war auch aus großer Entfernung zu sehen.© Thomas Peise

Der Rauch sorgte im Umfeld allerdings für deutliche Geruchsbelästigung – Anwohner wurden über die Warn-App Katwarn gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie Klimaanlagen auszuschalten. In weiten Teilen Berlins und des Umlands war eine Rauchsäule zu sehen. Immer wieder waren Explosionen zu hören. Auf dem Firmengelände befinden sich unter anderem eine DHL-Zustellbasis und ein Standort des Bauunternehmens Eurovia.

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Auch ein Einsatzfahrzeug der Feuerwehr am Flughafen BER bekämpfte die Flammen in Marzahn. © BM | Feuerwehr Berlin

Rund 225 Einsatzkräfte waren bis in die Morgenstunden im Einsatz, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Unterstützung kam laut der Feuerwehr unter anderem von der Flughafenfeuerwehr BER, dem Technischen Hilfswerk (THW) und vielen Freiwilligen Feuerwehren. Die Brandbekämpfer hatten die Lage gegen 5 Uhr am Montagmorgen unter Kontrolle, die Nachlöscharbeiten dauerten aber noch bis in den Nachmittag hinein. Eine besondere Herausforderung beim Löschen stellten glimmende Holzpalettenstapel dar. Gegen 15 Uhr war der Einsatz beendet.

Brand in Marzahn: Probleme bei der Löschwasserversorgung

Vor Ort habe es zudem Probleme mit der Löschwasserversorgung gegeben – ein weiterer Grund für die zeitliche Dauer des Einsatzes. Die vorhandenen Anschlüsse hätten für die Größe des Brandes schlicht nicht ausgereicht. Um eine stabile Wasserversorgung zu gewährleisten, hätten weitere Einsatzkräfte aktiviert und eine lange Wegstrecke mit Schläuchen eingeleitet werden müssen, so der Sprecher.

Mitarbeiter der Berliner Wasserbetriebe (BWB) und der Senatsverkehrsverwaltung waren ebenfalls vor Ort, um mögliche Umweltschäden zu eruieren. „Bei Großbränden dieser Art sind Spezialisten aus unserem Haus routinemäßig im Einsatz, um den Eintritt von Gefahrenstoffen in die Kanalisation und in die Klärwerke zu verhindern“, so BWB-Sprecher Stephan Natz. Das beziehe sich auch auf die Löschschäume der Feuerwehr, die teilweise mit sogenannten „Ewigkeitschemikalien“ durchsetzt seien.

Zunächst werde hierfür eine hydraulische Sperre in der benachbarten Kanalisation eingebracht, um den Abfluss des durch den Brand und die Brandbekämpfung potentiell kontaminierten Wassers zu verhindern. Erst wenn das Labor eine Freigabe gibt, dürfe das gestaute Wasser wieder abfließen, so Natz. Bei einem negativen Befund werde das Löschwasser stattdessen in einem sogenannten Schmutzkanal abgepumpt.

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Die Polizei ermittelt wegen vorsätzlicher Brandstiftung. Ob das Feuer dabei gezielt auf dem Gelände der Baufirma Eurovia gelegt wurde, blieb zunächst unklar. Zuletzt hatte es immer wieder Brandanschläge auf Baufirmen aus dem linksextremistischen Spektrum heraus gegeben, insbesondere im Zusammenhang mit dem umstrittenen Ausbau der A100. Erst Ende 2024 hatte es am Pyramidenweg gebrannt, damals wurden neun Lkw und ein Förderband angezündet. Auf der linken Plattform „indymedia“ tauchte ein Bekennerschreiben auf.

Gerangel zwischen Gaffern und der Polizei

Am Rande des Polizeieinsatzes kam es zudem zu einem Handgemenge zwischen der Polizei und zwei Gaffern im Alter von 16 und 17 Jahren, die sich den Brand ansehen und die Gefahrenzone nicht verlassen wollten. „Die Männer folgten der Aufforderung zunächst nicht, das Gebiet zu verlassen, einer der Polizisten fasste einen der Männer darauf an die Schulter und wollte ihn aus dem Gefahrenbereich führen“, so eine Polizeisprecherin. „Dagegen wehrte sich der Mann, schließlich wurde er von den Beamten zu Boden gebracht und aus dem Gefahrenbereich gebracht.“

Er trug eine Verletzung an der Unterlippe davon, weshalb er einen Polizisten anzeigte. Gegen den 17-Jährigen wurde wiederum Anzeige wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte erstattet.

Die Polizei hatte das Gebiet am Abend weiträumig abgesperrt, um die Bevölkerung zu schützen und der Feuerwehr ein ungestörtes Arbeiten zu ermöglichen. Die Landsberger Allee blieb in Höhe Pyramidenring zunächst vollständig gesperrt, auch der öffentliche Nahverkehr war zwischenzeitlich betroffen.