Im Innovationspark Wuhlheide in Köpenick sollen Unbekannte in der Nacht zu Mittwoch ein Feuer gelegt haben. Die Feuerwehr wurde gegen 3 Uhr durch die Brandanlage automatisch alarmiert, woraufhin 16 Kräfte mit zwei Löschfahrzeugen an der Köpenicker Straße anrückten. Die Brandanlage hat dabei gut funktioniert, sodass der Brand schnell gelöscht werden konnte.

Vor Ort stellten die Einsatzkräfte vier verschiedene Brandherde sowie Rückstände eines Brandbeschleunigers fest, weshalb die Polizei von Brandstiftung ausgeht. Da nach derzeitigem Ermittlungsstand eine politische Tatmotivation nicht ausgeschlossen werden kann, hat der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamts Berlin die weiteren Ermittlungen übernommen.

Am Mittwochachmittag bekannten sich Unbekannte auf der linksradikalen Plattform „indymedia“ zu der Tat. Anlass sei der Protest gegen den nationalen Veteranentag am kommenden Sonntag gewesen. „Während in Deutschland mit Zeitenwende, Sondervermögen und Wehrpflicht wieder hemmungslos für militärische Stärke und Kriegstüchtigkeit mobilisiert wird, zielen wir mit unserer Sabotage auf das Herzstück der technologischen Megamaschine und treffen mit der Mikrochipproduktion auch eine der empfindlichsten Stellen zivil-militärischer Zusammenarbeit“, heißt es in dem Schreiben. Der Anschlag habe der Firma Micro Resist Technology gegolten.

Der Innovationspark Wuhlheide ist ein Gewerbezentrum, in dem vor allem Unternehmen aus den Bereichen Biotechnologie, IT und Umwelttechnik sowie Start-ups ansässig sind. Zuletzt war es immer wieder zu gelegten Bränden in Gewerbegebieten gekommen.

Erst in der vergangenen Woche brannte es auf einem Firmengelände am Pyramidenring in Marzahn, die Feuerwehr musste mit einem Großaufgebot anrücken. Vor Ort brannten drei Lagerhallen, mehrere Lkw, große Mengen Holzpaletten sowie diverses Lagergut auf einer Fläche von rund 3500 Quadratmetern. Auch hier ermittelt die Polizei wegen Brandstiftung.

Zunahme von Brandanschlägen aus dem linksextremen Spektrum

Zuvor hatte es immer wieder Brandanschläge auf Baufirmen aus dem linksextremistischen Spektrum heraus gegeben, insbesondere im Zusammenhang mit dem umstrittenen Ausbau der A100. So hatte es etwa auch Ende 2024 am Pyramidenweg gebrannt, damals wurden neun Lkw und ein Förderband angezündet. Auf der linken Plattform „indymedia“ tauchte auch damals ein Bekennerschreiben auf.

Die Brandstiftungen der vergangenen Monate – etwa auch gezielt gegen die Tesla-Fabrik in Grünheide gerichtet – werden in den Verfassungsschutzberichten des Bundes und des Landes Berlin als einer der zentralen Gründe für die Zunahme linksextremistischer Taten ausgemacht.

mit dpa