Die Museumsinsel in Berlin ist ein kulturelles Zentrum von internationalem Rang – und einer der wenigen Orte weltweit, an dem mehrere Museen mit Sammlungen von Antike bis Moderne auf so engem Raum vereint sind. Umgeben von der Spree und klassischer Architektur, bietet das Unesco-Welterbe einen einzigartigen Zugang zu Kunst, Archäologie und Geschichte – und ist ein Ausflugsziel, das stets aufs Neue begeistern kann.

Museumsinsel: Die wichtigsten Infos im Überblick

OrtMuseumsinsel
AdresseBodestraße 1-3. 10178 Berlin
AnreiseS Hackescher Markt, U Museumsinsel (U5)
ÖffnungszeitenDi.-So. 10-18 Uhr, teilweise abweichend, montags geschlossen
TicketMuseumsinsel-Ticket für alle Häuser an einem Tag: 24 Euro

Museumsinsel: Ihre Geschichte im Steckbrief

  • 1830: Eröffnung des Königlichen Museums (heute Altes Museum) nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel – der Grundstein für das spätere Museumsensemble
  • 1841: König Friedrich Wilhelm IV. erklärt die Spreeinsel offiziell zur „Insel der Museen“. In den folgenden Jahrzehnten entstehen das Neue Museum (1859), die Nationalgalerie (1876) und das Bode-Museum (1904)
  • 1930: Das Pergamonmuseum wird eröffnet – als fünftes Haus der Museumsinsel und größter Museumsneubau der Weimarer Republik
  • 1945-1990: Im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt. Während der Teilung liegt die Museumsinsel im Ostteil Berlins, einige Museen bleiben geschlossen oder werden nur eingeschränkt genutzt
  • Ab 1999: Die Museumsinsel wird Unesco-Weltkulturerbe. Seitdem umfassende Sanierung und Neugestaltung. Höhepunkt: die Eröffnung der James-Simon-Galerie 2019 als zentrales Eingangsgebäude für das gesamte Ensemble

Lesen Sie auch

Lesen Sie auch: Interaktiver Fotovergleich – Berlin mit und ohne Mauer

Welche Museen gibt es auf der Museumsinsel?

Altes Museum: Eröffnet 1830, entworfen von Karl Friedrich Schinkel. Sammlungsschwerpunkt: Antike Kunst, vor allem griechische und römische Skulpturen, Vasen und Münzen.

Das Alte Museum auf der Berliner Museumsinsel.
Das Alte Museum auf der Berliner Museumsinsel.© FUNKE Foto Services | Sergej Glanze

Neues Museum: Wiedereröffnet 2009 nach umfassender Sanierung durch David Chipperfield. Berühmt für die Ägyptische Sammlung, u. a. mit der Büste der Nofretete, und das Museum für Vor- und Frühgeschichte.

Die Büste der Königin Nofretete (um 1340 v. Chr.) im Neuen Museum auf der Museumsinsel.
Die Büste der Königin Nofretete (um 1340 v. Chr.) im Neuen Museum auf der Museumsinsel. © dpa | Christophe Gateau

Alte Nationalgalerie Zeigt europäische Kunst des 19. Jahrhunderts, darunter Werke von Caspar David Friedrich, Adolph Menzel, Édouard Manet und Auguste Rodin.

Montag bis Samstag

Morgenpost der Chefredaktion

Die ersten News des Tages – direkt von der Chefredaktion. Montag bis Samstag um 6:30 Uhr.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Bode-Museum: Beeindruckendes Kuppelgebäude am nördlichen Inselende. Schwerpunkt: Skulpturensammlung, Byzantinische Kunst und das Münzkabinett mit über 500.000 Objekten.

Pergamonmuseum: Das meistbesuchte Museum der Insel – beherbergt monumentale Architekturteile wie das Ischtar-Tor, das Markttor von Milet und Teile des Pergamonaltars (derzeit wegen Sanierung geschlossen, Wiedereröffnung ab 2027).

Die Kolonnaden Bar auf der Museumsinsel Berlin.
Die Kolonnaden Bar auf der Museumsinsel Berlin. © FUNKE Foto Services | Maurizio Gambarini

Warum wird das Pergamonmuseum für viele Jahre geschlossen?

Das Pergamonmuseum ist seit Ende Oktober 2023 geschlossen. Grund dafür ist die Grundinstandsetzung im Rahmen des „Masterplans Museumsinsel“. Ziel ist es, das Museum baulich zu modernisieren, strukturelle Schäden zu beheben und die technischen Anlagen zu erneuern. Die Wiedereröffnung des Nordflügels und des Mittelteils mit dem Museum für Islamische Kunst und dem Pergamonaltar ist für das Frühjahr 2027 geplant.

Der Südflügel des Museums weist erhebliche bauliche Mängel auf, darunter starke Durchfeuchtung an Fassaden und Dächern, die auf Kriegsschäden und unzureichende Instandsetzungen in den Jahrzehnten bis zur Wiedervereinigung zurückzuführen sind. Diese Schäden beeinträchtigen die Standsicherheit des Gebäudes und die Sicherheit der Exponate.

Blick auf den eingerüsteten Pergamonaltar im Pergamonmuseum im Juli 2023.
Blick auf den eingerüsteten Pergamonaltar im Pergamonmuseum im Juli 2023.© dpa | Jörg Carstensen

Daher ist eine grundlegende Sanierung erforderlich. Die vollständige Wiedereröffnung des gesamten Pergamonmuseums ist für das Jahr 2037 vorgesehen. Im Zuge der Sanierung wird auch ein vierter Flügel ergänzt, der einen geschlossenen Rundgang durch die antiken Architekturen ermöglichen soll.

Das Ischtar-Tor im Südflügel des Pergamonmuseums.
Das Ischtar-Tor im Südflügel des Pergamonmuseums.© dpa | Jens Kalaene

Fun Facts zur Museumsinsel

  1. Das Pergamonmuseum war nie ganz fertig: Obwohl das Pergamonmuseum 1930 eröffnet wurde, fehlten einige Flügel – darunter der ursprünglich geplante vierte Hof. Noch heute wird gebaut, aktuell ist der Pergamonaltar wegen Sanierung geschlossen
  2. Die Büste der Nofretete im Neuen Museum steht nicht hinter Panzerglas – obwohl sie über 3.000 Jahre alt und unbezahlbar ist. Stattdessen wird sie in einem speziell klimatisierten Raum mit diskreter Sicherheitsüberwachung präsentiert. Warum? Um Besucherinnen und Besuchern ein möglichst nahes, unverfälschtes Erlebnis zu bieten – ganz im Sinne eines offenen Museums.
  3. Die Museumsinsel war auch mal Gänseweide: Vor dem ersten Museumsbau war die Spreeinsel landwirtschaftlich genutzt. Berliner nannten sie spöttisch „Gänsewerder“. Heute weiden hier statt Gänsen Kunstwerke von Weltrang.

Die Museumsinsel als Ausflugsziel

Ein Tag auf der Museumsinsel ist wie eine kleine Weltreise durch Zeit und Kunst – mitten in Berlin. Früh am Tag sind die Sammlungen ruhig. Der ideale Startpunkt ist die James-Simon-Galerie, das Besucherzentrum mit Ticketverkauf, Garderobe und Audioguides-Ausgabe.

Weiter geht‘s zum Neuen Museum mit der weltberühmten Büste der Nofretete sowie einer der bedeutendsten ägyptischen Sammlungen Europas. Danach bietet sich ein Rundgang durch das Alte Museum an – ein architektonisches Meisterwerk von Karl Friedrich Schinkel.

Die Alte Nationalgalerie auf der Berliner Museumsinsel.
Die Alte Nationalgalerie auf der Berliner Museumsinsel. © dpa | Christoph Soeder

Wer zeitlich flexibel ist, besucht im Anschluss die Alte Nationalgalerie. Sie zeigt Werke des 19. Jahrhunderts, darunter Gemälde von Caspar David Friedrich, Max Liebermann oder impressionistische Klassiker.

Zum Ausklang bietet sich eine Pause auf der Terrasse der James-Simon-Galerie oder ein kurzer Spaziergang an der Spree mit Blick auf den Berliner Dom an.

bee