Mitten im Berliner Tiergarten thront die Siegessäule – ein Monument, das Militärgeschichte, Architektur und Stadtpanorama verbindet. Errichtet im 19. Jahrhundert als Symbol preußischer Siege, später von den Nationalsozialisten versetzt und erhöht, steht sie heute als Wahrzeichen im Spannungsfeld von Erinnerungskultur und Tourismus – und gehört zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt. Die goldene Viktoria, von vielen nur Goldelse genannt, zieht als Ausflugsziel jährlich Tausende an, auch wegen des weiten Blicks über Berlin.

Siegessäule: Die wichtigsten Infos im Überblick

OrtSiegessäule
AdresseGroßer Stern 1, 10557 Berlin
Anreiseper Bus zur Haltestelle Großer Stern (Linien 100, 187, 106, N26)
Öffnungszeiten9.30 bis 17.30 Uhr, von April bis Oktober bis 18.30 Uhr
Errichtet1864
Höhe37 Meter

Siegessäule: Ihre Geschichte im Steckbrief

  • 1864 wird der Grundstein für die Siegessäule gelegt.
  • 1873 wird die Siegessäule feierlich am damaligen Königsplatz (heute Platz der Republik) eingeweiht
  • 1938 bis 1939 wird das Monument im Rahmen der nationalsozialistischen Stadtplanung von seinem ursprünglichen Standort vor dem Reichstag an den Großen Stern im Tiergarten versetzt
  • 1945: Die Siegessäule übersteht den Zweiten Weltkrieg weitgehend unbeschadet – im Gegensatz zu vielen anderen Bauten der NS-Zeit
  • Ab den 1990er-Jahren wird das Denkmal mehrfach saniert, erhält neue Lichttechnik und wird zum Veranstaltungsort mit internationaler Aufmerksamkeit – etwa bei der Loveparade oder Barack Obamas Rede 2008 vor Hunderttausenden
Die Enthüllung der Siegessäule auf dem Königsplatz in Berlin am 2. September 1873,  Holzstich nach Zeichnung von Hermann Lüders, spätere Kolorierung.
Die Enthüllung der Siegessäule auf dem Königsplatz in Berlin am 2. September 1873, Holzstich nach Zeichnung von Hermann Lüders, spätere Kolorierung.© epd | akg-images

Für was steht die Siegessäule in Berlin?

Die Siegessäule steht ursprünglich für die militärischen Erfolge Preußens im 19. Jahrhundert. Sie wurde errichtet, um an die Siege im deutsch-dänischen Krieg (1864), im Krieg gegen Österreich (1866) und im deutsch-französischen Krieg (1870/71) zu erinnern.

Heute wird die Siegessäule vor allem als historisches Denkmal wahrgenommen – losgelöst von ihrer ursprünglichen militärischen Botschaft. Sie gilt als architektonisches Wahrzeichen, touristische Attraktion und Veranstaltungsort politischer oder kultureller Ereignisse.

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Welche Figur steht auf der Siegessäule?

Auf der Spitze der Berliner Siegessäule steht die bronzene Figur der Siegesgöttin Viktoria – im Volksmund liebevoll „Goldelse“ genannt. Die fast neun Meter hohe Statue ist vergoldet und wiegt etwa 35 Tonnen. Sie wurde von dem Bildhauer Friedrich Drake entworfen und stellt die römische Göttin des Sieges dar, die in der rechten Hand einen Lorbeerkranz und in der linken ein Feldzeichen mit dem Eisernen Kreuz hält – ein klares Symbol für militärischen Triumph.

Die Siegesgöttin Viktoria auf der Spitze der Siegessäule.
Die Siegesgöttin Viktoria auf der Spitze der Siegessäule.© epd | Stefan Ziese


Ursprünglich war geplant, nur eine einfache Figur zu setzen, doch nach dem deutsch-französischen Krieg 1870/71 wurde das Denkmal politisch aufgeladen und die Figur umgestaltet. Die Viktoria sollte nicht nur Preußens Siege feiern, sondern den Führungsanspruch des neuen Deutschen Kaiserreichs unterstreichen. Heute ist die „Goldelse“ ein beliebtes Fotomotiv und steht – trotz ihrer militärischen Ursprünge – eher für Berlin selbst als für den Krieg, den sie einst verherrlichte.

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Wie viel kostet der Eintritt in die Siegessäule?

Der Eintritt zur Berliner Siegessäule kostet aktuell 4 Euro für Erwachsene und 3 Euro ermäßigt (z. B. für Schüler, Studierende oder Berlin-Pass-Inhaber). Kinder unter sechs Jahren haben in der Regel freien Zugang. Eine wichtige Besonderheit: Es ist ausschließlich Barzahlung möglich, also kein EC- oder Kartenzahlung.

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Im Eintritt enthalten ist der Zugang zum Innenraum mit Ausstellungsbereich im Sockel der Säule sowie der Aufstieg zur Aussichtsplattform in 51 Metern Höhe. Dieser erfolgt über eine enge Wendeltreppe mit 285 Stufen – einen Aufzug gibt es nicht. Der Turm ist daher nicht barrierefrei und für Besucher mit eingeschränkter Mobilität nur eingeschränkt geeignet.
Die Siegessäule ist täglich geöffnet. Die Öffnungszeiten variieren je nach Jahreszeit:

  • April bis Oktober: 9.30–18.30 Uhr (am Wochenende bis 19 Uhr)
  • November bis März: 9.30–17.30 Uhr
  • Am 24. Dezember geschlossen

Die Tickets werden direkt vor Ort im Sockel der Säule verkauft – eine Online-Buchung ist derzeit nicht möglich. Da es selten lange Warteschlangen gibt, reicht es meist, spontan vorbeizukommen. Wer die 285 Stufen auf sich nimmt, wird mit einem der beeindruckendsten 360-Grad-Blicke über Berlin belohnt – inklusive Blick auf den Tiergarten, das Regierungsviertel und den Fernsehturm in der Ferne.

Teilnehmer bei einer Demonstration am Brandenburger Tor, im Hintergrund die Siegessäule.
Teilnehmer bei einer Demonstration am Brandenburger Tor, im Hintergrund die Siegessäule.© dpa | Sebastian Gollnow

Fun Facts zur Siegessäule

  1. Die „Goldelse“ war ursprünglich nicht geplant: Die Figur der Siegesgöttin Viktoria wurde erst nachträglich ergänzt – ursprünglich war die Säule als reines Kriegsdenkmal ohne Figur konzipiert.
  2. Sie wurde von den Nazis versetzt – und damit gerettet: Durch die Verlegung 1938 vom Reichstag in den Tiergarten entging die Siegessäule den schweren Bombardierungen des Regierungsviertels im Zweiten Weltkrieg.
  3. Obama sprach hier – und nicht am Brandenburger Tor: Bei seinem Berlin-Besuch 2008 hielt Barack Obama seine vielbeachtete Rede nicht vor dem Brandenburger Tor, sondern direkt an der Siegessäule – wegen diplomatischer Bedenken.
Die Goldelse auf der Spitze der Siegessäule bei der Technoparade „Rave the Planet“.
Die Goldelse auf der Spitze der Siegessäule bei der Technoparade „Rave the Planet“.© FUNKE Foto Services | Maurizio Gambarini

Die Siegessäule als Ausflugsziel

Mit 368 Metern ist der Berliner Fernsehturm nicht nur das höchste Bauwerk Deutschlands, sondern auch eines der beliebtesten Ausflugsziele der Hauptstadt. Wer die Aussichtsplattform auf 203 Metern Höhe besucht, wird mit einem spektakulären 360-Grad-Panoramablick belohnt – bei gutem Wetter reicht die Sicht bis weit ins Umland. Ein Highlight ist das Drehrestaurant „Sphere“, das sich innerhalb von 30 Minuten einmal um die eigene Achse dreht – Frühstück, Mittag oder Abendessen mit ständig wechselndem Ausblick inklusive.

Rund um den Alexanderplatz lässt sich der Ausflug perfekt mit einem Bummel, Shopping oder Museumsbesuch verbinden: Die Museumsinsel, der Berliner Dom, der Prachtboulevard Unter den Linden, das Rote Rathaus – viele Berliner Sehenswürdigkeiten befinden sich in unmittelbarer Nähe.

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