Während es dunkel wird, versammeln sich immer mehr Demonstrantinnen und Demonstranten vor dem Brandenburger Tor. „Menschenrechte statt rechte Menschen“, steht auf einem Plakat. „Wer in einer Demokratie schläft, wacht in einer Diktatur auf“, auf einem anderen, „Kein Wunderland mit Alice“ auf dem nächsten. Manche der Banner sind mit Lichterketten umrandet. Andere der Demonstrierenden haben sich selbst Lichterketten umgelegt, in bunt oder Gold leuchtend. 30.000 bis 35.000 Menschen demonstrierten Samstagabend in Berlin am Brandenburger Tor, so die Polizei.

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Aufgerufen zur Demonstration hatten die Kampagnenorganisation „Campact“ sowie die Gruppe „Eltern gegen Rechts“ und das Klimaschutzbündnis „Fridays for Future“. Das Motto: „Wir stehen zusammen. Demo und Lichtermeer für Demokratie und gegen den Rechtsruck“. Anlässlich der Amtseinführung Donald Trumps als US-Präsident und dem Erstarken rechter Kräfte in Deutschland und Europa wolle man ein Zeichen gegen Rechts setzen. Die Veranstalter sprachen von 100.000 Demo-Teilnehmenden.

„Es ist wichtig, Präsenz zu zeigen, zu zeigen, dass es nicht nur — wie es die Angst vieler ist — den Rechtsruck gibt, sondern auch eine große Menge Menschen, die dagegenhalten. Die sich gegen Radikalisierung, gegen rechten Hass und Populismus stellen. Und für Toleranz und ein Miteinander eintreten“, sagte Lena; zusammen mit einigen Freundinnen war die 21-Jährige auf die Demonstration gekommen.

Das demokratische Deutschland schützen
„Für mich ist das ganz einfach“, erklärte Bernhard Sept. „Wir stehen vor einer Wahl, ob es einen Rechtsruck gibt oder wir weiter ein demokratisches Deutschland bleiben.“ Er sei auf die Demonstration gekommen, um das demokratische Deutschland zu unterstützen und zu schützen. „Vielfalt gehört zu Demokratie, dazu gehören linke und rechte Positionen, aber keine rechtsradikalen“, so der 70-Jährige zur Morgenpost.

Susann war mit ihren Kindern und einer befreundeten Familie auf der Lichtdemonstration. „Wir müssen Demokratie leben“, sagte die Mutter. Sie hatte initiiert, dass die beiden Familien an diesem Samstagabend demonstrieren gehen. „Denn es ist so wichtig, unseren Kindern Demokratie vorleben“, fügte sie hinzu.
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Demonstrieren für Demokratie: „Es macht einen Unterschied“
Für Greta ist die bevorstehende Bundestagswahl der Anlass, demonstrieren zu gehen, wie die 21-Jährige sagte. „Ich will damit auch zeigen, dass wir, als Gen Z, präsent sind bei so einem wichtigen Thema wie unsere Demokratie. Ihre Freundin Anna fügte hinzu: „Es geht darum, unsere Demokratie zu schützen und sich nicht von den Wahlprognosen entmutigen zu lassen. Wir alle haben eine Stimme und es macht einen Unterschied“, so die 21-Jährige.
Rednerin auf der Demonstration war unter anderem die Klimaschutzaktivistin Luisa Neubauer. „Wir sind heute hier, weil wir wissen, dass eine Demokratie nur so stark ist, wie diejenigen, die losziehen, um sie zu verteidigen. Wir sind heute hier, weil wir uns nicht einschüchtern lassen. Wir sind heute hier, weil wir Rückgrat haben. Das Rückgrat, was wir bei Friedrich Merz vermissen. Wir sind heute hier, weil wir uns nicht spalten lassen“, so Neubauer. Nach Angaben der Berliner Polizei verlief die Demonstration ohne besondere Vorkommnisse.








