Die Berlinerinnen und Berliner haben bei der Bundestagswahl 2025 ihre Stimmen abgegeben. Die Wahlbeteiligung war deutlich höher als 2021. Wahlsieger in Berlin ist die Linke, die laut vorläufigem Ergebnis auf 19,9 Prozent der Zweitstimmen kam. Es folgen CDU (18,3), Grüne (16,8) AfD (15,2) und SPD (15,1). An dieser Stelle erfahren Sie live die News für Berlin und aus den Bezirken. Die wichtigsten überregionalen Nachrichten zur Bundestagswahl finden Sie in diesem Newsblog.
Bundestagswahl 2025 in Berlin – die News vom 24. Februar: Nur 61 Stimmen Differenz – In Tempelhof-Schöneberg wird noch mal nachgezählt
16.12 Uhr: Nachdem der CDU-Spitzenkandidat Jan-Marco Luczak seinen Wahlkreis Tempelhof-Schöneberg denkbar knapp gegen den Grünen-Kandidaten Moritz Heuberger verloren hat, wird im dortigen Bezirk laut Landeswahlleitung in drei Wahlbezirken noch einmal nachgezählt. Heuberger hatte nach Ende der Auszählung einen sehr knappen Vorsprung von nur 61 Stimmen.

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Der stellvertretende Landeswahlleiter Roland Brumberg sagte dazu auf einer Pressekonferenz am Montag: „Allein das knappe Ergebnis rechtfertigt die Nachzählung nicht. Dass wir hier noch einmal nachprüfen, liegt daran, dass die Wahlleitung darum gebeten hat.“
Die Neuauszählung wird am Dienstag (25.2.) um 12 Uhr im Rathaus Schöneberg stattfinden. Sie ist öffentlich.
Heuberger war erstmals in dem Wahlkreis angetreten, nachdem die frühere Parteivorsitzende und Bundesministerin Renate Künast nicht wieder kandidiert hat.
Linke in Berlin will weiter auf soziale Themen setzen
11.16 Uhr: Die Linke in Berlin will der schwarz-roten Regierungskoalition weiter Druck bei Sozial- und Mietenpolitik machen. Ihren Erfolg bei der Bundestagswahl führt sie nicht zuletzt auf diese Themen zurück. „Es haben alle an einem Strang gezogen, weil wir nur ein einziges Ziel vor Augen hatten, die dringenden Probleme der Menschen in Berlin zu lösen, und das waren steigende Preise und steigende Mieten“, sagte Linke-Landesvorsitzender Maximilian Schirmer der Deutschen Presse-Agentur. Das sei bei den Menschen angekommen.
Die Partei kam auf 19,9 Prozent der Zweitstimmen und lag damit berlinweit überraschend auf Platz eins. Auch bei den Erststimmen war sie in vier Wahlkreisen erfolgreich. „Wir stellen fest, in dieser Stadt kommt niemand mehr an der Linke vorbei.“
Das Wahlergebnis strafe die unsoziale Politik der schwarz-roten Landesregierung ab, sagte Schirmer. „Wir nehmen das als Auftrag mit, weiter genau an diesen Problemen dranzubleiben.“
Der Staat ziehe sich immer mehr aus Gegenden in Berlin zurück, wo er dringend gebraucht werde. Dort gebe es kaum noch soziale Angebote, kaum noch Begegnungsstätten oder Beratungsstellen, so der Linke-Landesvorsitzende.
„Wir als Partei haben gesagt, wir werden diese Stadt nicht dem sozialen Kahlschlag überlassen, sondern genau dort hingehen, wo die Probleme der Menschen am dringendsten sind. Und das haben wir getan.“ Diese erfolgreiche Strategie wolle die Linke auch nach der Wahl fortsetzen und vor allem die steigenden Mieten weiter thematisieren.
Innensenatorin Spranger: „Berlin kann Wahlen“
10.37 Uhr: Die Bundestagswahl ist in Berlin nach Angaben von Innensenatorin Iris Spranger ohne Pannen erfolgt. „Berlin kann Wahlen“, sagte die SPD-Politikerin im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses.
Nach den schwerwiegenden Pannen bei der Bundestags- und gleichzeitigen Abgeordnetenhauswahl im September 2021 stehe Berlin besonders im Fokus. Die Hauptstadt habe aber erneut gezeigt, dass sie eine geordnete Wahl organisieren könne. „Wir haben es richtig gut gemacht“, meinte Spranger.
Es habe lediglich einen Vorfall gegeben. Die Verantwortlichen vor Ort hätten aber schnell und professionell reagiert. Ein Wahllokal in Wilmersdorf hatte Sonntag zunächst nicht wie geplant öffnen können. Es wurde schnell Abhilfe geschaffen. Mehr als 36.600 Wahlhelfer seien im Einsatz gewesen. Rund 2,4 Millionen Berlinerinnen und Berliner waren am Sonntag wahlberechtigt.
Etwa 1400 Polizisten – auch aus Brandenburg und Niedersachsen – waren im Einsatz, um die Wahl sowie spätere Partys der Parteien und Demonstrationen zu schützen und zu begleiten. Nach Angaben der Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel war die Polizei bei 9 Demonstrationen und 10 Wahlpartys vor Ort. Im gesamten Tagesverlauf habe es insgesamt 45 Festnahmen gegeben.
Zu einem größeren Einsatz kam es demnach bei Protesten vor der AfD-Bundesgeschäftsstelle in Wittenau. Polizisten brachen mit Gewalt einen Bus auf, aus dem eine sehr laute Sirene zu hören war. Viele Anwohnerinnen und Anwohner seien verunsichert gewesen und hätten sich gestört gefühlt, schrieb die Polizei auf der Plattform X. Die mit dem Bus verbundenen Aktivisten, das Zentrum für Politische Schönheit, reagierten empört auf das Vorgehen der Polizei. „Das ist so krass – uns fehlen die Worte“, schrieb die Gruppe bei X. Den Beamten sei keine Kontaktaufnahme zu den Akteuren möglich gewesen, sagte die Polizeipräsidentin. Bei dem Einsatz wurden nach ihren Angaben 14 Polizisten verletzt, 5 wurden im Bundeswehrkrankenhaus behandelt, einer von ihnen hat einen Hörsturz erlitten.
SPD-Landeschef: „Abwehrkampf gegen Union“ hat geschadet

10.05 Uhr: Der große Bundestagswahlverlierer in Berlin ist die SPD – „das Ergebnis ist ziemlich desaströs“, sagt Landeschef Martin Hikel. Es habe der Partei geschadet, einen reinen „Abwehrkampf gegen die Union“ zu führen, statt eigene Positionen darzulegen, so seine Analyse. Stattdessen habe insbesondere der Linken die „Brandmauer-Debatte“ genützt, um ein Zeichen gegen Rechts zu setzen.
„Bei den herben Verlusten hat die Gesamtperformance nicht gestimmt“, sagt Hikel. Die Debatte um die Kanzlerkandidatur von Olaf Scholz habe nicht zum Vertrauen beigetragen und kein geschlossenes Bild der Partei gezeigt.
Zu einer möglichen Zusammenarbeit der SPD mit der Union im Bund meint der Landeschef: Entscheidend sei eine Antwort auf die starke AfD. „Eine neue Bundesregierung braucht eine große Geschlossenheit und ein sehr klares gemeinsames Problemverständnis – unabhängig von persönlichen Befindlichkeiten.“ Die SPD werde sich nicht wegducken und schauen, was möglich sei, so Hikel.
Grünen-Chef: Verlust von Friedrichshain-Kreuzberg „Schlag“

8.50 Uhr: Der Grünen-Landesvorsitzende Philmon Ghirmai sieht die Gründe für den großen Wahlerfolg der Berliner Linken bei der Bundestagswahl auch bei seiner Partei. Es habe in der Hauptstadt ein großes Bedürfnis gegeben, dem Rechtsruck etwas entgegenzusetzen: „Die Linke hat das in einer Deutlichkeit gemacht wie das andere Parteien, unsere eingeschlossen, nicht gemacht haben.“ Daraus habe die Linke Profit schlagen können.
Mit 16,8 Prozent Zweitstimmen landeten die Grünen in Berlin nur auf dem dritten Platz hinter der Linken mit 19,9 Prozent und der CDU mit 18,3 Prozent. Zudem hat die Partei ihre langjährige Hochburg, den Wahlkreis Friedrichshain-Kreuzberg - Prenzlauer Berg Ost, an die Linke verloren. Hier siegte der Linken-Politiker Pascal Meiser. „Der Verlust des Direktmandats in Friedrichshain-Kreuzberg ist ein herber Schlag“, meint Ghirmai.
Aus Ghirmais Sicht ist das Ergebnis im Bund sehr besorgniserregend: „Dass die AfD so stark ist, darf für uns alle nicht zur Normalität werden.“ Das gelte auch für das erste Berliner Direktmandat an die AfD aus Marzahn-Hellersdorf.
Das sind die Berliner Gewinner und Verlierer der Bundestagswahl
8.21 Uhr: So manch einer mag gestern noch lange gefeiert haben, anderen wird so gar nicht danach zu Mute gewesen sein. Für alle beginnt am Tag nach der Bundestagswahl die große Auswertung. Fest steht aber schon jetzt, wer die großen Gewinner und Verlierer dieser Wahl in Berlin sind. Die Analyse lesen Sie hier.
24 Abgeordnete aus Berlin im neuen Bundestag – Schwerdtner gewinnt Erststimmen-Duell gegen von Storch
5.19 Uhr: Im neuen, 630 Abgeordnete umfassenden Bundestag sind 24 Parlamentarierinnen und Parlamentarier aus Berlin vertreten – einer weniger als bisher. Das geht aus Daten hervor, die die Bundeswahlleitung am frühen Morgen veröffentlichte.
Demnach erhalten alle Politiker, die in den zwölf Berliner Wahlkreisen die meisten Erststimmen erzielten, auch das jeweilige Direktmandat. Hinzu kommen zwölf Abgeordnete, die über die Landeslisten ihrer Parteien in den Bundestag einziehen: drei von der SPD, drei von der AfD, zwei von den Grünen, zwei von der CDU und zwei von der Linken. Die Verteilung auf die Parteien ist wie folgt: Linke sechs Abgeordnete, CDU fünf Abgeordnete, Grüne fünf Abgeordnete, AfD vier Abgeordnete und SPD vier Abgeordnete.
Für Aufsehen sorgte das Duell in Lichtenberg. Ines Schwerdtner (Linke) zieht über die Erststimmen in den Bundestag. Beatrix von Storch (AfD) über die Zweistimme.
Diese Berliner Abgeordneten ziehen voraussichtlich über die Erststimmen in den Bundestag:
- Hanna Steinmüller, Grüne (Mitte)
- Julia Schneider, Grüne (Pankow)
- Marvin Schulz, CDU (Reinickendorf)
- Helmut Kleebank, SPD (Spandau)
- Adrian Grasse, CDU (Steglitz-Zehlendorf)
- Lukas Albrecht Krieger, CDU (Charlottenburg-Wilmersdorf)
- Dr. Moritz Heuberger, Grüne (Tempelhof-Schöneberg)
- Ferat Koçak, Linke (Neukölln)
- Pascal Meiser, Linke (Friedrichshain-Kreuzberg)
- Gregor Gysi, Linke (Treptow-Köpenick)
- Gottfried Curio, AfD (Marzahn-Hellersdorf)
- Ines Schwerdtner, Linke (Lichtenberg)
Diese Berliner Abgeordneten ziehen voraussichtlich über die Zweitstimme in den Bundestag:
- Beatrix von Storch (AfD)
- Dr. Jan-Marco Luczak (CDU)
- Ruppert Stüwe (SPD)
- Dr. Ottilie Paola Klein (CDU)
- Annika Klose (SPD)
- Elisabeth Paus (Grüne)
- Katalin Gennburg (Linke)
- Hakan Demir (SPD)
- Ronald Gläser (AfD)
- Andreas Audretsch (Grüne)
- Sebastian Maack (AfD)
- Stella Merendino (Linke)
AfD-Kandidat holt meiste Erststimmen in Marzahn-Hellersdorf

0.45 Uhr: Die AfD hat erstmals bei einer Bundestagswahl in einem Berliner Wahlkreis die meisten Erststimmen errungen. Im Wahlkreis 84 Berlin-Marzahn-Hellersdorf setzte sich Gottfried Curio durch (29,5 Prozent), der seit 2017 für die AfD im Bundestag sitzt. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Mario Czaja, der das Direktmandat bei der Wahl 2021 geholt hatte, lag mit 29,2 Prozent nur denkbar knapp hinter Curio. Laut dem neuen Wahlrecht ziehen die Sieger im Wahlkreis allerdings nicht wie bisher automatisch in den Bundestag ein. Sie bekommen nur noch dann ein Mandat, wenn ihre Partei auf genügend Zweitstimmen kommt, anderenfalls geht der Wahlkreis leer aus. Curio dürfte so oder so wieder in den Bundestag kommen, denn er steht auch auf dem aussichtsreichen Platz 2 der AfD-Landesliste.
Linke werden stärkste Kraft in Berlin

0.38 Uhr: Die Linken haben die Bundestagswahl in Berlin gewonnen und holten 19,9 Prozent der Zweitstimmen. Das geht aus der Internetpräsentation der Landeswahlleitung hervor. Dahinter landeten die CDU (18,3), die Grünen (16,8), die SPD (15,1) und die AfD (15,2). Das BSW holte 6,6 Prozent der Stimmen, die FDP ist mit 3,8 Prozent weit abgeschlagen.
Bundestagswahl 2025 in Berlin – die News vom 23. Februar: Gysi jubelt über Wahlsieg – „Ich werde wahrscheinlich Alterspräsident des neuen Bundestags“
22.41 Uhr: Der Linken-Politiker Gregor Gysi geht nach den ersten vorläufigen Ergebnissen zur Bundestagswahl davon aus, dass er künftig der dienstälteste Bundestagsabgeordnete sein wird. Er werde nun „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit tatsächlich der Alterspräsident des neuen Bundestags“ sein, sagte Gysi vor jubelnden Anhängern auf der Wahlparty der Linken in Berlin. Gysi betonte, dass er damit nicht der älteste, sondern der dienstälteste Abgeordnete sei. „Da ist die AfD gar nicht zu toppen“, sagte Gysi. Die hätten sogar 86-jährige Abgeordnete.

Er selbst, 77 Jahre alt, habe es geschafft, sich gegen Abgeordnete aus den alten Bundesländern durchzusetzen. Sie hätten ja bereits seit 1949 kandidieren können und er als Ostdeutscher erst seit 1990. „Die alle zu überholen, das war nicht einfach“, witzelte Gysi. Das habe er aber geschafft. „Und das bedeutet, dass ich die erste, letzte und einzige Rede in meinem Leben im Bundestag halte – ohne Redezeitbegrenzung.“
SPD entscheidet Charlottenburg Nord/Spandau für sich
22.18 Uhr: Die SPD muss in vielen Wahlkreisen in Berlin Niederlagen einstecken, nicht so in Spandau/Charlottenburg Nord: Helmut Kleebank von der SPD liegt mit 27,5 Prozent der Erststimmen vorn, doch bei den Zweitstimmen führt die CDU mit 23,8 Prozent, gefolgt von der AfD mit 19,2 Prozent und der SPD, die einen deutlichen Rückgang auf 18,4 Prozent verzeichnet. Nur noch drei Gebiete fehlen bei der Auszählung.
CDU gewinnt Erst- und Zweitstimme in Steglitz-Zehlendorf
22.16 Uhr: Adrian Grasse von der CDU steht mit 30,7 Prozent der Erststimmen voraussichtlich als Sieger in Steglitz-Zehlendorf fest. Auch bei den Zweitstimmen führt die CDU mit 26,7 Prozent, was einen Anstieg von 3,2 Prozent im Vergleich zu 2021 bedeutet. Die Grünen und die SPD folgen auf den Plätzen zwei und drei.
Kampf um Sieg bei Erststimme in Tempelhof-Schöneberg entschieden
22.15 Uhr: Bei den Erststimmen in Tempelhof-Schöneberg war es bis zuletzt spannend. Jan-Marco Luczak (CDU) kämpfte knapp gegen Moritz Heuberger (Grüne) um die Erststimme. Mit 0,1 Prozent oder 61 Stimmen Vorsprung kann der Grünen-Politiker das Direktmandat für sich entscheiden. Bei den Zweitstimmen führt die CDU mit 21 Prozent, gefolgt von den Grünen und der SPD. Besonders auffällig: Die Linke hat ihr Ergebnis auf 17,3 Prozent verdoppelt.
Erst- und Zweitstimme in Neukölln geht an Linke
22.14 Uhr: Ferat Koçak von den Linken scheint den Wahlkreis Neukölln mit knapp einem Drittel der Stimmen (30 Prozent) für sich zu entscheiden. Auch bei den Zweitstimmen hat die Linke mit 25,3 Prozent die Nase vorn, gefolgt von der CDU (18 Prozent) und der SPD (15,7 Prozent). Die Grünen landen mit 15,3 Prozent auf dem vierten Platz.
Grüne verliert Wahlsieg in Friedrichshain-Kreuzberg, Erststimme geht an Linke
22.12 Uhr: Die Berliner Grünen haben bei der Bundestagswahl ihre langjährige Hochburg, den Wahlkreis Friedrichshain-Kreuzberg-Prenzlauer Berg Ost, an die Linke verloren. Nach Auszählung aller Wahlgebiete liegt der Linke-Politiker Pascal Meiser mit 34,7 Prozent der Erststimmen klar vor Grünen-Kandidatin Katrin Schmidberger. Diese kam auf 30,6 Prozent.
Erst- und Zweitstimmen in Reinickendorf gehen an CDU
22.01 Uhr: In Reinickendorf kann sich Marvin Schulz von der CDU mit 30,9 Prozent bei den Erststimmen deutlich von den anderen Parteien absetzen. Die SPD liegt mit 21,9 Prozent weit zurück. Auch bei den Zweitstimmen bleibt die CDU mit 26,5 Prozent vorn, gefolgt von der AfD mit 17,4 Prozent und der SPD mit 17,3 Prozent – hier bleibt es spannend und eng. Die Linke verzeichnet einen deutlichen Anstieg auf 11,8 Prozent, was ein Plus von 7,3 Prozent im Vergleich zur letzten Wahl bedeutet.
Julia Schneider (Grüne) gewinnt Wahlkreis Pankow, Linke führen bei Zweitstimmen
21.55 Uhr: Nach der Affäre um Stefan Gelbhaar war es im Wahlkreis Pankow unruhig bei den Grünen, doch die Negativschlagzeilen konnten den Wahlsieg nicht verhindern. Julia Schneider (Grüne) setzte sich mit 25,9 Prozent der Erststimmen an die Spitze. Bei den Zweitstimmen übernehmen jedoch die Linken die Führung mit 21,8 Prozent, während die SPD nur geringe Verluste hinnehmen musste
Grüne nur knapp vor Linke in Mitte
21.50 Uhr: In Mitte liegt Hanna Steinmüller von den Grünen mit 25,3 Prozent der Erststimmen nur knapp vor Ottavia Merendino von der Linken, die 23,9 Prozent erreicht. Doch bei den Zweitstimmen zieht die Linke klar davon und führt mit 27,0 Prozent.
Schwerdtner gegen von Storch: Klarer Sieg für Linke in Lichtenberg
21.45 Uhr: In Lichtenberg holt Ines Schwerdtner von der Linken bei den Erststimmen mit über einem Drittel der Stimmen einen deutlichen Vorsprung, während Beatrix von Storch (AfD) mit mehr als 10 Prozentpunkten Abstand folgt. Bei den Zweitstimmen hingegen ist das Rennen enger: Die Linke liegt mit 23,5 Prozent knapp vor der AfD, die auf 22,3 Prozent kommt. Ein spannender Kopf-an-Kopf-Kampf in diesem Berliner Bezirk.
CDU entscheidet Marzahn Hellersdorf knapp für sich
21.35 Uhr: Bei den Erststimmen liegt Mario Czaja (CDU) knapp vor Gottfried Curio von der AfD und gewinnt somit knapp den Wahlkreis Marzahn-Hellersdorf. Doch bei den Zweitstimmen zieht die AfD deutlich davon und wird mit rund 30 Prozent erstmals zur stärksten Kraft im Bezirk. Die SPD erlebt einen dramatischen Rückgang und wird fast halbiert.
Gysi triumphiert in Treptow-Köpenick – SPD stürzt ab
21.18 Uhr: Mit über 40 Prozent der Erststimmen sichert sich Gregor Gysi voraussichtlich den Sieg im Wahlkreis Treptow-Köpenick. Bei den Zweitstimmen liefern sich Linke und AfD ein Kopf-an-Kopf-Rennen, beide liegen bei knapp über 20 Prozent. Die SPD hingegen erlebt ein Debakel – ihr Ergebnis hat sich im Vergleich zur letzten Wahl nahezu halbiert.
Bittere Niederlage für Michael Müller – SPD-Politiker verliert wohl Direktmandat
21.04 Uhr: Der ehemalige Berliner Bürgermeister Michael Müller (SPD) wird voraussichtlich sein Direktmandat in Charlottenburg-Wilmersdorf verlieren. Nach ersten Ergebnissen liegt er hinter seinem Konkurrenten, Lukas Krieger (CDU), zurück – ein weiterer Dämpfer für die kriselnde SPD in der Hauptstadt.
Berliner Linke reagiert überrascht
20.45 Uhr: Die Berliner Landesvorsitzenden der Linken Franziska Brychcy und Maximilian Schirmer zeigten sich vom sich abzeichnenden Ergebnis ihrer Partei in Berlin begeistert, aber auch überrascht. Für die Partei zeigte sich, dass diese die meisten Stimmen in Berlin holen könnte. „Wir hatten das Ziel, zweistellig zu werden, und haben dieses Ziel quasi verdoppelt“, sagte Brychcy der Berliner Morgenpost.
Auch von den Wahlkreisen hat die Linke voraussichtlich mehr gewonnen als die zwei, die sie avisiert hatte. Maximilian Schirmer sagte dazu: „Wir haben die Themen angesprochen in Berlin, die die Menschen am stärksten umtreiben. Mieten und Wohnen ist die soziale Frage unserer Zeit und wurde auch in Berlin als drängendstes Thema wahrgenommen.“ Sowohl die Ampel auf Bundesebene als auch die schwarz-rote Koalition in Berlin habe bei der Wahl einen „Denkzettel“ bekommen, so Schirmer.
In Brandenburg zeichnet sich AfD-Sieg ab – SPD stürzt ab
20.38 Uhr: Bei der Bundestagswahl zeichnet sich in Brandenburg ein klarer Sieg der AfD ab, während die SPD abstürzt. Die AfD kommt nach Auszählung von rund zwei Dritteln der Wahllokale auf 36,2 Prozent der Zweitstimmen. Der Verfassungsschutz Brandenburg stuft die AfD als rechtsextremistischen Verdachtsfall ein.
Dahinter folgt die CDU mit 17,2 Prozent. Die SPD kommt nach dem Zwischenstand auf noch 13,9 Prozent. Die Linke erreicht demnach 10,3 Prozent vor dem BSW mit 10,27 Prozent.
Bei der Wahl vor vier Jahren lag die SPD noch klar vorn mit 29,5 Prozent vor der AfD mit 18,1 Prozent und der CDU mit 15,3 Prozent. Damals gewann die SPD alle zehn Direktmandate. Diesmal könnte nach Auszählung von rund zwei Dritteln der Wahllokale die AfD neun von zehn Wahlkreisen direkt gewinnen. Die SPD erlangt nach diesem Zwischenstand ein Direktmandat in Potsdam.
Partystimmung bei Pankower AfD bleibt aus – Schwarz-blau sei „deutsche Mehrheitsmeinung“
20.35 Uhr: „Das ist ein Klasse-Ergebnis“, sagt der Pankower Schatzmeister Christian Buchholz. „Man darf sich nicht verrückt machen lassen. Und wann gibt es das schon, dass man 9 Prozent zulegt“, sagt er. Partystimmung herrscht bei der AfD in Pankow trotzdem nicht. AfD-Wähler Nick zeigt sich „enttäuscht“. Deutschland habe nicht nochmal vier Jahre, schwarz-blau ist seiner Meinung nach „deutsche Mehrheitsmeinung“. Kathrin findet das Ergebnis „super“ und hat gar Hoffnung auf eine „neue Kanzlerin“, sie meint Alice Weidel. „Ich glaube, dass das Endergebnis für die AfD höher ausfallen wird“, sagt sie. Als die nächste Hochrechnung 19,6 Prozent für die Partei anzeigt, gibt es kurzen lauten Jubel.
Die ersten Ergebnisse aus allen Wahlkreisen in Berlin
20.20 Uhr: Während die Union bundesweit als klarer Sieger aus der Bundestagswahl 2025 hervorgeht, gibt es in Berlin Grund zur Freude für die Linke. Nach den ersten Ergebnissen kann vor allem Gregor Gysi jubeln: In Treptow-Köpenick holt das Linken-Urgestein vorläufig beeindruckende 41,1 Prozent der Stimmen. Auch bei den Zweitstimmen liegt die Partei aktuell vorn.
Weniger erfreulich läuft es für die SPD – sowohl auf Bundesebene als auch in Berlin. Unter anderem könnte es für den ehemaligen Regierenden Bürgermeister Michael Müller in Charlottenburg-Wilmersdorf eng werden. Wie die Wahl in den Berliner Wahlkreisen ausgegangen ist, erfahren Sie in diesem Artikel.
Kai Wegner bei CDU-Wahlparty in Steglitz-Zehlendorf
20.10 Uhr: Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) kommt um 20 Uhr zur Wahlparty der CDU in Steglitz-Zehlendorf. Im Gespräch mit der Morgenpost gibt er zu, dass das Wahlergebnis „enttäuschend“ sei, „eine Drei vorne“ hätte er sich für seine CDU schon gewünscht. Auch das Erstarken der Linken „sie war vor acht Wochen praktisch tot“ gelte es aufzuarbeiten. Aber Friedrich Merz sei „eindeutiger Wahlsieger“ und an ihn gehe der Auftrag, eine Regierung zu bilden. Dann muss Wegner weiter. Er fährt noch zu anderen CDU Partys, unter anderem nach Reinickendorf. „Letzte Station wird bei mir zu Hause in Kladow“, sagt er. Ganz so schnell fährt sein zweier Konvoi aus schwarzen Limousinen dann aber doch nicht ab. Denn vor dem Ausgang steht ein Grill. Wegner isst noch eine Bratwurst des Ortsverbandes, während seine Leute nervös auf die Uhr gucken.

IHK-Präsident Stietzel fordert schnelle Regierungsbildung – „Die Welt wartet nicht, bis wir uns sortiert haben“
19.58 Uhr: Nach der Bundestagswahl fordert IHK-Präsident Sebastian Stietzel eine schnelle Regierungsbildung und klare wirtschaftspolitische Weichenstellungen. Unserer Redaktion teilte er mit: „Der Wahlkampf ist vorbei, jetzt erwarten wir von der Politik eine zügige Regierungsbildung, um die globalen und konjunkturellen Herausforderungen für den Wirtschaftsstandort in Angriff zu nehmen. Denn die Welt wartet nicht, bis wir uns sortiert haben“.
Die Berliner Wirtschaft habe klare Erwartungen an die neue Bundesregierung. Neben Bürokratieabbau und niedrigeren Steuern sieht Stietzel vor allem Handlungsbedarf in der Berufsbildung, um das Ausbildungssystem flexibler zu gestalten. Zudem fordert er eine Beschleunigung von Bauvorhaben, Investitionen in Infrastrukturprojekte wie die A100 und den Netzausbau sowie eine bessere internationale Anbindung der Hauptstadtregion.
Besonders betont Stietzel die Bedeutung des Flughafens BER: „Ein klares Bekenntnis zum BER als Tor zur Welt und die Abschaffung der Luftverkehrssteuer sind entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit der Region.“ Die neue Regierung müsse jetzt Tempo machen – je früher, desto besser.
Berliner CDU-Abgeordneter Heilmann kritisiert Merz – „Fokussierung auf Migration war sicher falsch“
19.50 Uhr: Der Berliner CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Heilmann hat wenige Minuten nach den ersten Hochrechnungen deutliche Kritik am Wahlkampf seiner Partei geübt.„Es ist zu früh für eine endgültige Wahlanalyse. Dennoch empfand ich unsere Kampagne als wenig inspirativ, die Fokussierung auf Migration war sicher falsch“, sagte Heilmann dem „Tagesspiegel. Besonders mit Blick auf Kanzlerkandidat Friedrich Merz sieht er eine schwierige Lage für die Union: „Die Erwartungen einiger im Zusammenhang mit der Abstimmung über den Entschließungsantrag haben sich ganz offensichtlich nicht erfüllt. Das wird wohl eher keine einfache Situation für die Union.“
Das Wahlergebnis selbst bezeichnete der CDU-Politiker, der als Kritiker von Merz und als Anhänger des Merkel-Kurses gilt, als „enttäuschend“. Zwar hat die Union laut aktuellen Hochrechnungen 4,4 Prozentpunkte zugelegt, bleibt mit 28,5 Prozent jedoch unter der selbst gesteckten Zielmarke von 30 Prozent. „Die Ampel hat weit über 18 Prozentpunkte verloren, wir haben nicht mal jede dritte dieser Stimmen bekommen. Unser Mandat ist leider relativ schwach“, resümierte Heilmann gegenüber der Zeitung.
Nach mutmaßlicher Festnahme bei Demo vor CDU-Zentrale – Diskussion zwischen Demonstranten und Polizei entfacht
19.40 Uhr: Nach einer mutmaßlichen Festnahme kam es bei der Demonstration vor der CDU-Bundesgeschäftsstelle zu einem kurzen Zusammenstoß zwischen Demonstranten und Polizisten. „Du bist nicht allein“, skandierten Demonstranten, während ein Mann von der Polizei befragt wurde. Polizisten bauten sich dazwischen auf, eine Person wurde von der Polizei zurückgeschubst. Nach ein paar Minuten löste sich die Situation auf und die Demonstranten zogen wieder Richtung Konrad-Adenauer-Haus.
Kämpferische Stimmung bei Demo vor CDU-Zentrale
19.20 Uhr: Auf der Demo gegen Rechts vor der CDU-Bundesgeschäftstelle ist es mittlerweile etwas lauter geworden. Während auf der Bühne noch Reden gehalten werden, stehen andere Demoteilnehmer mittlerweile vor der Absperrung und rufen Parolen. „Ganz Berlin hasst die CDU“, skandieren sie. Und „Alle zusammen gegen den Faschismus“. Der Ton ist kämpferisch, die Demo friedlich. Ein paar Polizisten beobachten die Demonstranten.
Wegen Lärmbelästigung – Polizei schlägt Scheibe von Aktivistenbus vor AfD-Bundesgeschäftsstelle ein
19.05 Uhr: Einsatzkräfte sollen gegen 18 Uhr vor der AfD-Bundesgeschäftsstelle in Wittenau eingegriffen haben, als Aktivisten des „Zentrums für Politische Schönheit“ (ZfS) die Sirene ihres Busses einschalteten, berichtet der „Tagesspiegel“. Eine Anwohnerin habe sich demnach über den ohrenbetäubenden Lärm, der den Schallpegel eines Rockkonzerts erreicht haben soll, beschwert. Nach rund zehn Minuten schritt die Polizei ein und umstellte den Bus. Kurz darauf wurde eine Scheibe des Fahrzeugs eingeschlagen, um die Sirene abzuschalten.
„Der Bus ist von der Veranstaltung ausgeschlossen“, sagte ein Polizist vor Ort gegenüber dem „Tagesspiegel“. Ein Vertreter des Kunstkollektivs habe sich lautstark über den Einsatz beschwert: „Sie treten Glas ein wegen einer Lärmbelästigung?“ Die Polizei gab später bekannt, dass der Schallpegel in 20 Metern Entfernung 109 Dezibel betrug, was dem Lärm einer Kettensäge oder eines Rockkonzerts entspreche.
In #Wittenau waren viele Anwohnerinnen und Anwohner von einer sehr lauten Sirene verunsichert und fühlten sich gestört. Bei uns gingen viele #Notruf(e) und Beschwerden ein.
— Polizei Berlin Einsatz (@PolizeiBerlin_E) February 23, 2025
Der sehr laute Ton kam von einem Bus aus einer Versammlung heraus. Unsere Einsatzkräfte vor Ort haben die…
Ernüchterung bei Berliner SPD – „Das Ergebnis ist ein Weckruf für die deutsche Sozialdemokratie“
18.56 Uhr: Die Berliner SPD hat mit Ernüchterung auf die ersten Zahlen zur Bundestagswahl reagiert. „Das Ergebnis ist ein harter Einschnitt und ein Weckruf für die deutsche Sozialdemokratie“, teilte die SPD-Landesvorsitzende Nicola Böcker-Giannini mit. „Damit können wir als Partei nicht zufrieden sein: 2021 haben wir das sozialdemokratische Jahrzehnt ausgerufen, vier Jahre später stehen wir als Sozialdemokratie am Scheideweg: Entweder können wir unseren Anspruch, führende Mitte-Links Volkspartei zu sein, glaubhaft unter Beweis stellen und sich entsprechend neu aufstellen oder sie wird bedeutungslos werden. Letzteres wollen wir mit aller Kraft verhindern!“
Der Landesvorsitzender Martin Hikel erklärte gegenüber unserer Redaktion, dass die Gründe für das Abschneiden nun im Detail zu analysieren seien. „Sicherlich haben uns das Pokern um die Kanzlerkandidatur, der reine Abgrenzungswahlkampf zur Union und die Form der Migrationsdebatte nicht geholfen“, so Hikel, der auch Kritik an der Kampagne der SPD äußerte. „Symptomatisch ist, dass die SPD die soziale Gerechtigkeit als ihren Markenkern durch einen egozentrierten Claim „Mehr für dich“ infrage gestellt hat.“
Wahlbeteiligung sorgt für Begeisterung bei CDU-Direktkandidat in Steglitz-Zehlendorf
18.55 Uhr: 84 Prozent geschätzte Wahlbeteiligung, die höchste seit 1990: Adrian Grasse CDU-Direktkandidat für Steglitz freut sich. „Bundesweit ist das sehr erfreulich. Aber für uns in Steglitz-Zehlendorf ist das normal. 2021 lag sie bei 79 Prozent, aber sonst immer über 80.“ Zur Prognose, bei der die CDU knapp unter 30 Prozent liegt, will er noch nichts sagen. „Ist ja noch relativ früh, da wird sich noch was tun.“
„Historische Wahl“: Grüne auf Wahlparty mit gemischten Gefühlen nach ersten Ergebnissen
18.42 Uhr: Auf der Wahlparty der Grünen gab es den größten Applaus, als die mit 83 Prozent höchste Wahlbeteiligung seit der Wiedervereinigung verkündet wurde. Schweigen herrschte bei Verkündung des AfD-Ergebnisses. Jubel gab es beim CDU-Ergebnis, Buhrufe beim BSW-Ergebnis. Das vorläufige Ergebnis für die Grünen wurde mit wenig Begeisterung aufgenommen. Wirklich enttäuscht waren die Mitglieder jedoch auch nicht.
Die Berliner Spitzenkandidatin der Grünen, Bundesfamilienministerin Lisa Paus, sprach von einer „historischen Wahl“. Das Wahlergebnis der AfD bezeichnete sie als „bitter“.

„Die Union hat bei dieser Bundestagswahl die meisten Stimmen erlangt. Sie steht nun in der Pflicht, eine tragfähige demokratische Mehrheit zu bilden. Das dürfte nach dem von ihr polarisierend geführten Wahlkampf nicht leicht werden“, sagten die Landesvorsitzenden Nina Stahr und Philmon Ghirmai in einer ersten Stellungnahme. „Zum jetzigen Zeitpunkt sind wir die einzige Ampel-Partei, die ihr Ergebnis weitestgehend halten konnte, auch wenn wir uns von diesem Abend mehr erhofft hatten“, ergänzten sie.
In seiner Rede auf der Bühne kurz nach dem ersten Ergebnis sagte Ghirmai: „Wenn die AfD bei über 20 Prozent liegt, dann haben wir ein großes Problem in diesem Land.“ Man werde dafür kämpfen, dass die AfD nicht noch größer werde, sondern wieder schrumpfe.
Demo vor dem Konrad-Adenauer Haus – Wahlergebnis als „absolute Zumutung“ bezeichnet
18.25 Uhr: Vor dem Konrad-Adenauer-Haus versammeln sich Dutzende Menschen zu einer angemeldeten Demo. Vor einem kleinen Laster sind Lautsprecher aufgebaut und ein Plakat an der Fahrzeugseite aufgespannt. „CDU-Wahlsieger-Faschismus“ steht drauf. In einer Rede kurz nach dem ersten Hochrechnungen wurden die Wahlergebnisse als „absolute Zumutung“ bezeichnet und die CDU als „rechtes Pack“. „Schön, dass man das nicht alleine ertragen muss“, sagte ein Redner zu den Zuhörern. Die Stimmung ist ruhig, fast andächtig, auf der provisorischen Bühne wird musiziert.
Gemischte Reaktionen bei AfD-Wahlparty – „Ich will keine langen Gesichter sehen“
18.13 Uhr: Die erste Hochrechnung sieht die AfD bei 19,5 Prozent. Bei der AfD-Wahlparty in Pankow-Blankenburg wird das Ergebnis gemischt aufgenommen. Viele hatten offenbar mindestens 20 Prozent erwartet. Man blickt in teils enttäuschte Gesichter. Dabei hat die Party gegenüber der letzten Bundestagswahl rund 9 Prozent dazugekommen. „Ich will keine langen Gesichter sehen“, sagt Pankows Direktkandidat vor versammelter Menge.

Siegesstimmung auf CDU-Wahlparty in Steglitz-Zehlendorf
18.04 Uhr: Vor der Tür gibt es Bratwurst, dann geht es hoch indem vierten Stock. Im Goerzwerk, einer ehemaligen optischen Fabrik, feiert die CDU Steglitz-Zehlendorf ihre Wahlparty. Die Stimmung nach den ersten Prognosen ist siegesgewiss, dass Direktkandidat Adrian Grasse (Mitte) in den Bundestag einzieht.
Deutlich höhere Wahlbeteiligung in Berlin
17.40 Uhr: Um 16 Uhr lag die Wahlbeteiligung in Berlin bei 66 Prozent der Wahlberechtigten – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zur Wahl im Februar 2024. Zu diesem Zeitpunkt war die Beteiligung um 11,9 Prozentpunkte höher als bei der Wahl 2021, als neben der Bundestagswahl auch die Wahlen zum Abgeordnetenhaus und zu den Bezirksverordnetenversammlungen sowie ein Volksentscheid stattfanden.
Der Wahlkreis Pankow meldete mit 69,1 Prozent die höchste Beteiligung, während der Wahlkreis Neukölln mit 62,5 Prozent den niedrigsten Wert aufwies.
Bei überwiegend veganen Speisen warten Berliner Grüne auf erste Hochrechnung
17.35 Uhr: Auf der Wahlparty der Grünen gibt es vor allem vegane Speisen, darunter Waffeln, Kuchen und Aloo Gobi, ein indisches Blumenkohl-Kartoffel-Curry mit Basmatireis und frischen Kräutern für 7 Euro. Nur den Hotdog, den gibt es auch in der klassischen Variante - das einzige Fleischgericht am heutigen Abend.

Währenddessen läuft lautlos die Live-Berichterstattung zur Wahl vom ZDF. Aus den Lautsprecherboxen drönt Popmusik. Beliebtheit erfreuen sich mehrere Fotoboxen, in denen Erinnerungsfotos geschossen werden.
Wahlort ohne Strom
17.32 Uhr: Bei der Bundestagswahl zeichnet sich in Brandenburg eine höhere Wahlbeteiligung als 2021 ab. Es seien bislang auch keine Störungen und Wahlpannen gemeldet worden, sagte ein Sprecher der Landeswahlleitung in Potsdam.
In Cottbus jedoch fiel der Wahltag wegen eines langen Stromausfalls ungewöhnlich aus. Wahlhelfer mussten teils bibbern, da die Störung auch die Fernwärme, also Heizungen, betraf. „Ein bisschen ruhiger hätte ich mir den Wahltag schon vorgestellt“, sagte der stellvertretende Kreiswahlleiter Andreas Pohle. Der Ablauf der Wahl sei durch den Stromausfall aber nicht beeinträchtigt, teilte die Stadt mit. Kurz nach 17.00 Uhr war die Störung beendet, wie die Regionalleitstelle Lausitz mitteilte.
Siegesgewissheit bei der CDU – Lange Schlange vor dem Konrad-Adenauer-Haus
17.10 Uhr: Etwas mehr als eine Stunde vor Schließung der Wahllokale wächst die Siegesgewissheit unter den Gästen vor dem Konrad-Adenauer-Haus. „Die Schlange ist länger als vorm Berghain, das ist ein gutes Zeichen“, sagt ein Mann im Anzug, als er sich einreiht. Die CDU hat für den Abend zu einer Wahlparty in ihre Bundesgeschäftsstelle eingeladen. Da auch Demonstrationen angekündigt sind, hat die Polizei die Straße vor dem Gebäude weiträumig abgeriegelt und mit Durchfahrtssperren versehen. Im Moment ist es vor dem Gebäude allerdings noch ruhig.
1400 Mitglieder bei Wahlparty der Grünen im SchwuZ erwartet
17 Uhr: Die Wahlparty der Berliner Grünen steigt heute im queeren Klub SchwuZ in Neukölln. Eine Mitarbeiterin ist erstaunt, wie groß der Andrang bereits jetzt schon ist. Um 16.30 Uhr hat erst der Einlass begonnen. Angemeldet haben sich etwa 1400 Mitglieder. „Wir rechnen aber mit maximal 1000“, sagte die Mitarbeiterin.

Vor dem Wahllokal in Blankenburg herrscht Zurückhaltung
16.30 Uhr: Auch im Norden von Berlin wird gewählt. Vor dem Wahllokal in der Albert-Schweitzer-Stiftung in unmittelbarer Nähe des S-Bahnhofs Blankenburg ist es jedoch wesentlicher schwieriger mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. „Es müsse sich etwas ändern“, heißt es mehrfach. Ein Foto machen oder die gewählte Partei verraten, möchten die befragten Wählerinnen und Wähler dort nicht.

Menschen strömen in Wahllokale in Prenzlauer Berg
16.20 Uhr: Aus allen Richtungen strömen Menschen auf das Gelände des Bezirksamtes Pankow in der Fröbelstraße. Auch dort sind gleich mehrere Wahllokale untergebracht. „Für mich ist die Wahl heute sehr wichtig“, sagt Erstwählerin Lisa (18). Es herrsche eine „unheimliche Stimmung“ nach dem Sieg von Donald Trump in den USA und dem wachsenden Zuspruch der rechten Parteien. „Ich möchte für Demokratie und gegen Rechts einstehen“, sagt sie weiter. Oscar (19), der sie begleitet, findet es wichtig, der Wahl mit seiner Stimme Legitimation zu verleihen und die soziale Gerechtigkeit zu stärken.

Unterschiedlicher Andrang bei Wahllokalen in Mitte
16.15 Uhr: In den Wahllokalen in der City-Grundschule in Mitte ist der Andrang sehr unterschiedlich. Während sich an einem, zumindest im Gebäude, eine kleine Schlange gebildet hat, kann man bei den anderen beiden direkt durchgehen. So oder so dauert es allerdings nicht lange, bis man seine Stimme abgegeben hat.
Mehr als 50 Prozent der Wahlberechtigten in Brandenburg haben gewählt
16.02 Uhr: In Brandenburg haben bis zum Nachmittag 55,4 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme in den Wahllokalen abgegeben. Das teilte die Landeswahlleitung in Potsdam zum Stand der Wahlbeteiligung um 14.00 Uhr mit. Bei der vorherigen Bundestagswahl 2021 war die Quote zu diesem Zeitpunkt mit 48,8 Prozent niedriger. Rund zwei Millionen Brandenburgerinnen und Brandenburger können bei der vorgezogenen Bundestagswahl ihre Stimmen abgeben. Bis 18.00 Uhr haben sie dafür noch Zeit. 12 Parteien treten in Brandenburg zur Bundestagswahl an. Mit einem vorläufigen Ergebnis rechnet der Landeswahlleiter am Wahltag nicht vor Mitternacht.
Die höchste Wahlbeteiligung meldete der Landkreis Märkisch-Oderland bis 14.00 Uhr mit 59,5 Prozent, wie die Landeswahlleitung mitteilte. Die niedrigste Wahlbeteiligung gab es in der kreisfreien Stadt Brandenburg an der Havel: Hier gaben 46,3 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme in den Wahllokalen ab. Bis zum Freitag vor dem Wahltag beantragten etwa 507.000 Wahlberechtigte in Brandenburg Briefwahlunterlagen, so die Landeswahlleitung. 2021 hatten 540.209 Brandenburgerinnen und Brandenburger an der Briefwahl teilgenommen.
Polizei spricht von „bisher ruhigem Verlauf“ der Wahl
15.44 Uhr: Um 15.30 Uhr spricht die Berliner Polizei von einem „bisher ruhigen Verlauf“ der Wahl in Berlin. Allerdings seien Beamte mehrfach wegen unerlaubter Wahlplakate ausgerückt, die an oder vor Wahllokalen hingen. „Diese wurden teilweise in Amtshilfe für die Wahlvorsteher entfernt, wenn die Plakate zu Beispiel zu hoch hingen“, sagte ein Sprecher der Polizei auf Anfrage der Berliner Morgenpost. Die Zahl solcher Fälle, die auch über eine Hotline gemeldet werden konnten, lag demnach am Nachmittag „im zweistelligen Bereich.“
Nur wenige Klimaaktivsten vor der CDU-Zentrale

15.20 Uhr: Gegen 15 Uhr ist es vor der CDU-Bundesgeschäftsstelle noch recht ruhig. Polizisten bauen weitere Absperrgitter auf, das Metallgatter klackert. Auf der Straße halten neun Menschen Schilder in die Luft. Sie sind von Fridays for Future Berlin. „Wahlkampf endet, Klimakrise nicht“, rufen sie. „Jede Regierung wird Klimaschutz machen müssen“, sagt eine Frau zu einem Passanten, der fragend stehen bleibt. Für den Abend ist eine Demo gegen Rechts angemeldet.
Jan-Marco Luczak (CDU) setzt auf stabile Regierung
14.53 Uhr: Jan-Marco Luczak (CDU) gab nach seiner Stimmabgabe ebenfalls seine Einschätzung zur Wahl ab: „Sechs Wochen intensive Arbeit liegen hinter uns. Jetzt gilt es, Deutschland eine stabile Regierung zu geben. Eine, die sich nicht ständig streitet, sondern die unser Land wieder nach vorne bringt.“ Er hofft, dass viele Bürger ihr Wahlrecht nutzen und eine Partei unterstützen, die für Stabilität sorgt – für Luczak sollte das die CDU sein. „Es gibt noch viel zu tun“, betonte er. „Wir haben viel vor uns, Deutschland muss wieder nach vorne gebracht werden, bei der wirtschaftlichen Entwicklung, illegalen Migration und bei vielen anderen Dingen.

Lisa Paus (Grüne) zieht Wahlkampfresümee „Der intensivste und härteste Wahlkampf meiner Karriere“
14.45 Uhr: Nach der Stimmabgabe zog Familienministerin Lisa Paus ein erstes Resümee des Wahlkampfs: „Ein äußerst intensiver Wahlkampf geht zu Ende, und ich bin gespannt auf das heutige Ergebnis. Ich habe bereits viele Wahlkämpfe erlebt, aber dieser war der herausforderndste, den ich je wahrgenommen habe – geprägt von krisenhaften Zeiten.“ Nun entscheide sich, ob Frieden, Freiheit und bezahlbarer Klimaschutz gestärkt würden oder ob die Wahlergebnisse eine andere Richtung vorgäben. Sie betonte zudem ihren Wunsch, den Wahlkreis Charlottenburg-Wilmersdorf zu gewinnen – für mehr Miteinander und gegen Hass und Hetze.

Ruhiger Wahlstart in Steglitz-Zehlendorf – Polizei-Einsatz in Lankwitz
14.34 Uhr: Tim Richter (CDU), Bezirksstadtrat für Bürgerdienste und Soziales in Steglitz-Zehlendorf, gibt eine erste Einschätzung zum Wahlgeschehen in seinem Bezirk: „Der Start verlief gut, es gab keine besonderen Vorkommnisse.“ Lediglich in einem Wahllokal in Lankwitz musste die Polizei eingreifen. Ein AfD-Wähler trug ein T-Shirt mit unzulässiger Wahlbeeinflussung, woraufhin ihm ein Platzverweis erteilt wurde. Bis 12 Uhr hatten in Steglitz-Zehlendorf bereits 34,1 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben – fast fünf Prozentpunkte mehr als bei der Wahl 2021.
Fridays for Future haben Proteste angekündigt
14.24 Uhr: Vor den Wahlpartys von CDU und SPD hat die Klimabewegung Fridays for Future Proteste vor dem Konarad-Adenauer-Haus und dem Willy-Brandt-Haus angekündigt. Die Aktivisten kritisieren, dass die Spitzenkandidaten die Klimakrise in ihren Auftritten und im Wahlkampf ignoriert hätten. Die erste Aktion beginnt um 15 Uhr am Konrad-Adenauer-Haus. Im Anschluss findet um 16 Uhr eine zweite Aktion am Willy-Brandt-Haus statt. Mit Schildern, auf denen Flammen und Schlagzeilen zu den letzten Katastrophenereignissen zu sehen sind, prangert die Klimabewegung dieses Verhalten im Vorfeld der Wahlpartys an.
In Lichtenberg wird im Hostel gewählt

14.17 Uhr: Am frühen Nachmittag ist es ruhig im Good Morning Hostel in Lichtenberg. Im Erdgeschoss sind hier zwei Wahllokale eingerichtet, während der Hotelbetrieb weitergeht. Die Wahlhelfer sprechen von keinen Turbulenzen, und keinen Warteschlange. Alles laufe so ab, wie es sollte. Doch wer kann in diesem etwas außergewöhnlicheren Wahllokal wählen? Vor dem Eingang stehen ein junger Mann und eine junge Frau, beide sind sportlich gekleidet. „Ich will meine Stimme nutzen, damit es in die richtige Richtung geht“, sagt sie. „Also weg von rechts.“ Werden sie dann am Abend auch an den angekündigten Demonstrationen teilnehmen? Dazu hat der junge Mann jedenfalls eine klare Meinung. „Dort zu protestieren wird wenig am politischen Establishment ändern“, sagt er. Aber womöglich eben mit seiner Stimme.
Wahlbeteiligung in Berlin am Mittag bei 33 Prozent
14.14 Uhr: In Berlin haben bis zum Mittag 33 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Bei der vorherigen Bundestagswahl lag die Quote zu diesem Zeitpunkt demnach bei etwa 25,4 Prozent, teilte die Landeswahlleitung mit. Rund 2,4 Millionen Menschen sind in Berlin zur Wahl aufgerufen. Bis 18.00 Uhr haben sie noch dafür Zeit.
Die Wahlberechtigten können aus 18 Parteien auswählen, die mit einer eigenen Landesliste antreten. Außerdem stehen in den zwölf Berliner Wahlkreisen die Direktkandidaten zur Wahl. Etwa 36.600 Wahlhelfer sollen für einen möglichst reibungslosen Ablauf bei der Stimmabgabe und der anschließenden Auszählung sorgen.
Kein Zugang zum Wahllokal in Wilmersdorf
14.15 Uhr: Vor verschlossenen Türen standen die Wahlhelfer am Morgen am Wahllokal 04523, an der Plöner Straße in Wilmersdorf. Der Zugang der DRK-Jugendfreizeiteinrichtung „konnte trotz intensiver Bemühungen nicht hergestellt werden“, informierte das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf. Zunächst zog das Wahllokal in ein anderes Wahllokal in einer Schule an der Kranzer Straße um. Inzwischen sei es wieder am richtigen Ort an der Plöner Straße und regulär geöffnet, teilt das Bezirksamt mit. „Alle im Wahllokal 04523 Wahlberechtigten können ihre Stimme unter der Anschrift in der Plöner Straße 4 – 18 abgeben, die auch in der Wahlbenachrichtigung angegeben ist.“
Warum auf manchen Wahlzetteln nach dem Geschlecht gefragt wird

13.35 Uhr: Woher weiß man, welche Altergruppe wie gewählt hat? In manchen Wahllokalen werden auf den Stimmzetteln Jahrgang und Geschlecht abgefragt. Wie ein Zettel vor einem Wahlraum in Friedrichshain erklärt.
Der Schein trügt

13.10 Uhr: Geraucht wird in den beiden Wahllokalen an der Frankfurter Allee nicht, auch wenn man angesichts der Werbung direkt neben dem Zettel diesen Eindruck gewinnen könnte.
Gute Laune in Wahllokal am Winterfeldtplatz
12.50 Uhr: Im Wahllokal 117 in der Turmhalle der Spreewald-Grundschule am Winterfeldtplatz haben gegen 12.30 Uhr schon mehr als 200 Wählerinnen und Wähler ihre Stimme abgegeben. Im Team um Wahlvorsteher Lena Schäfer (im Foto rechts) ist die Stimmung gut. Bis auf einen unzufriedenen Wähler, der nicht verstanden hatte, warum er seinen Stimmzettel nicht in einen Umschlag stecken durfte (dies passiert nur bei Briefwahl), seien die Wähler gut gelaunt, „viele freuen sich, dass sie wählen dürfen“, so Schäfer. Nebenbei werden viele Fragen beantworten, etwa ob man auch als Wilmersdorfer in Schöneberg wählen darf. Sie Antwort: leider nicht, gewählt werden darf nur in dem jeweiligen Wahllokal, dass auf der Wahlbenachrichtigung angegeben ist. Wer diese nicht mehr hat, kann auch, über den Wahllokalfinder auf Berlin.de selber recherchieren. Im Hinausgehen sagt kleines Kind zu seiner Mutter: „Nochmal wählen!“ Großes Gelächter.
Wegner gibt Stimme in Kladow ab

12.20 Uhr: Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner hat seine Stimme abgegeben. Es sei keine Selbstverständlichkeit, dass Menschen wählen gehen dürften, sagte er vor seinem Wahllokal in Kladow. „Das ist nicht in jedem Land so. Deswegen hoffe ich, dass die Wahlbeteiligung heute sehr hoch sein wird und dass die Menschen von ihrem demokratischen Recht Gebrauch machen.“ Wegner kam gemeinsam mit seiner Partnerin, Berlins Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (beide CDU), zur Stimmabgabe.
OSZE-Wahlbeobachter in Berlin unterwegs
12.05 Uhr: Auch in Berlin werden die Wahlen auf ihren korrekten Ablauf von der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) beobachtet. Beobachter wurden bereits in einem Wahllokal in Mitte gesichtet. Sie kommen unter anderem aus Italien und Dänemark und sollen den korrekten Ablauf dokumentieren.
Wenn das Wahllokal ein echtes Lokal ist

11.50 Uhr: Im Xantener Eck in Charlottenburg hat man im Normalfall eher die Wahl zwischen Entrecôte oder Scampi. Die Traditionskneipe gehört zu den wenigen Wahl-„Lokalen“ im Wortsinn in Berlin. Viele Wähler sind Stammgäste, Bartosz Goniewicz hat zum ersten Mal hier gewählt. Ihm gehe es bei dieser Wahl vor allem um die Zukunft der Kinder seines Bruders, sagt er, „und um ein starkes Europa. Das geht nicht ohne ein starkes Deutschland.“
Auch Olaf Scholz hat seine Stimme abgegeben

11.44 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Unions-Kanzlerkandidat Friedrich Merz (CDU) haben am Sonntagvormittag gewählt. Scholz, in Begleitung seiner Frau Britta Ernst, gab seine Stimme in Potsdam in Brandenburg ab. In seinem Wahlkreis Potsdam - Potsdam-Mittelmark II - Teltow-Fläming hatte er bei der vergangenen Bundestagswahl 2021 dort 34 Prozent der Stimmen bekommen. Beim Verlassen des Wahllokals reckte Scholz den Daumen.
Starke Sicherheitsvorkehrungen vor CDU-Bundesgeschäftsstelle

11.30 Uhr: Am Konrad-Adenauer-Haus, der Bundesgeschäftsstelle der CDU in Tiergarten, werden aktuell weitere Poller und Sperren aufgebaut. Das Gebäude selbst ist mit massiven Betonquadern gesichert. Davor sind die Zelte für die Wahlparty aufgebaut, daneben stehen Übertragungswagen. Ab dem Nachmittag haben verschiedene Gruppierungen zu Protesten vor dem Gebäude an der Klingelhöferstraße aufgerufen, darunter „Fridays for Future“, die für den Nachmittag auch zu einer Aktion vor dem Willy-Brandt-Haus der SPD an der Wilhelmstraße in Kreuzberg aufrufen.

In Tiergarten wählt man im Hotel
9.55 Uhr: Zum Wählen ins Hotel: das Wahllokal 304 in Tiergarten-Süd ist eine besondere „Location“. Hier begann der Wahltag für die Wahlhelfer mit einem Kaffee und Frühstück aufs Haus. Erstmals dient einer der Konferenzräume das Hotel „Berlin, Berlin“ am Lützowplatz als Wahllokal, sagt Personalchef Andreas Günther. Die Idee hatte sein Mann Christian Günther, der heute wie auch früher schon oft, als Wahlhelfer im Einsatz ist.

„Ich fand es eine schöne Idee und habe meinen Chef überzeugt. Auf diese Weise können wir als Hotel einmal Kontakt mit unseren direkten Nachbarn knüpfen, die ja sonst eher nicht ins Hotel kommen“, sagt Andreas Günther. Das Bezirksamt Mitte habe das Hotel angeschaut. Wichtig sei gewesen, dass am Tag der Wahl politische Neutralität in den Innenräumen des Hotels herrscht und das das Wahllokal einen Ein- und eine. Ausgang habe, so Günther. Das Lokal werde gut angenommen: In den ersten 90 Minuten seien 44 Wählerinnen und Wähler da gewesen, heißt es beim Wahlvorstand.
Olaf Scholz geht eine Runde Joggen

9.35 Uhr: Der Bundeskanzler startet mit einer Runde durch die Potsdamer Altstadt in den Wahlsonntag. Bei der letzten Bundestagswahl hatte er seinen Potsdamer Wahlkreis für sich entscheiden können. Im selben Wahlkreis 61 tritt auch Außenministerin Annalena Baerbock für die Grünen an.
Bundespräsident Steinmeier hat in Zehlendorf gewählt

9.30 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat bei seiner Stimmabgabe den Wahlhelfern gedankt und alle Bürgerinnen und Bürger dazu aufgerufen, zur Wahl zu gehen. „Nutzen Sie Ihr Wahlrecht, gehen Sie wählen, bestimmen Sie mit über die Zukunft unseres Landes und wählen Sie in dem Bewusstsein, dass Ihre Stimme die Entscheidende sein könnte“, sagte er am Morgen in der Erich-Kästner-Grundschule in Zehlendorf.
Steinmeier erinnerte an die besonders kurze Vorbereitungszeit für die Bundestagswahl an diesem Sonntag infolge der vorzeitigen Auflösung des Bundestags. „Deshalb war das eine riesige Kraftanstrengung.“ Er dankte der Bundeswahlleiterin, Ruth Brand, die den Bundespräsidenten am Morgen begrüßte, den Landeswahlleitern sowie den Wahlhelferinnen und Wahlhelfern. Bundeswahlleiterin Brand schloss sich dem Dank an und wünschte allen Beteiligten einen reibungslosen Wahlablauf. Gemeinsam mit Steinmeier gab auch dessen Ehefrau, Elke Büdenbender, ihre Stimme im selben Wahllokal ab.
Berliner Polizei mit 1400 Kräften im Einsatz
9.18 Uhr: Jeder Wahltag bedeutet auch viel Arbeit für die Berliner Polizei, die am Sonntag mit 1400 Kräften im Einsatz ist, wie sie auf X mitteilt.
In Kreuzberg wählen die ersten Frühaufsteher

09.04 Uhr: Etwa 50 Wähler sind kurz nach 8 Uhr ins Wahllokal 301 in der Rheinhardswald-Schule an der Gneisenaustraße in Kreuzberg zum Wählen gekommen. Eine Familie mit Tochter im Jugendlichen Alter schwingt hoffnungsfrohe die Wahlbenachrichtigungen. Verhältnismäßig viele Wähler hätten schon mehr per Briefwahl abgestimmt, sagt Wahl-Beisitzer Niema K. Was auch vorkommt, dass Wähler mit ihren Briefwahlunterlagen im Wahllokal erscheinen. „ Dann rufen wir einmal im Bezirksamt an und klären, dass diese Wähler nun doch an der Urne abstimmen.“ Die Urne sieht in Kreuzberg wie in vielen Bezirken aus wie eine Mülltonne. Natürlich ist es keine, sondern eine Berliner Besonderheit, die nicht jeder toll findet wie eine Untersuchung von Forschern aus Hamburg kürzlich gezeigt hat.
Wo wählen? So finden Sie Ihr Wahllokal
09.00 Uhr: Am Sonntag sind 2,4 Millionen Menschen in Berlin dazu aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Wer nicht per Briefwahl abstimmen möchte, braucht entscheidende Informationen: Wo finden der Wählerinnen und Wähler das richtige Wahllokal? Und wann hat es geöffnet? Hier gibt es weitere Infos.
Parteien blicken auf einen besonderen Wahlkampf zurück
8.30 Uhr: Es ist geschafft, heute wird der Bundestag gewählt. Hinter den Berliner Parteien liegt ein intensiver Wahlkampf. Insgesamt bleibt der Eindruck zurück, dass es in diesem Wahlkampf besonders hitzig war. Mal wieder. Bereits bei vergangenen Wahlen, ob in anderen Bundesländern oder für Europa, kam es zu Übergriffen. Beim diesjährigen Bundestagswahlkampf in Berlin ging es weiter. Hier lesen Sie mehr.
2,4 Millionen Berliner zur Wahl aufgerufen
7.45 Uhr: In Berlin sind am Sonntag rund 2,4 Millionen Menschen zur Bundestagswahl aufgerufen. 2.200 Wahllokale haben von 8.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet. 18 Parteien treten mit einer eigenen Landesliste an, sechs weniger als 2021. Außerdem stehen in den zwölf Berliner Wahlkreisen Direktkandidaten zur Wahl. Etwa 36.600 Wahlhelfer sollen für einen möglichst reibungslosen Ablauf bei der Stimmabgabe und der anschließenden Auszählung sorgen.

Der Wahltag ist in Berlin bereits der fünfte binnen dreieinhalb Jahren. Bei der Bundestagswahl 2021 und der gleichzeitigen Wahl zum Landesparlament hatte es in Berlin zahlreiche schwerwiegende Pannen gegeben. Die Abgeordnetenhauswahl musste deshalb 2023 komplett, die Bundestagswahl ein Jahr später, in einem Fünftel der Berliner Wahlbezirke wiederholt werden. Im Juni 2024 gab es auch noch die Europawahl.
Die News vom 22. Februar – Auch die AfD-Kundgebung ist zu Ende
15.25 Uhr: Die AfD-Kundgebung ist zu Ende. Die Polizei möchte, dass die Teilnehmer das Gelände Richtung Zingster Straße verlassen, die Gegendemonstranten sollen Richtung S-Bahn Hohenschönhausen gehen. „Ganz verhindern kann man aber bestimmt nicht, dass sie sich treffen“, befürchtet ein Polizist. Die Gegendemonstranten befürchten, dass die Rechten aus Mitte jetzt nach Hohenschönhausen kommen, sie sollen schon in der Bahn sein. „Passt in den Seitenstraßen auf“, warnt eine Frau durchs Megaphon.
Polizei eskortiert Rechtsextreme zu ihren Zügen
15.07 Uhr: Jetzt geht es verbal zwischen einer kleineren Gruppe Gegendemonstranten und den Rechten hin und her. Die Gegendemonstranten schaffen es kurz, sich an der Polizei vorbei zu nähern, die Rechten rütteln mit dem Absperrgitter. Die Polizei entschärft die Situation schnell, drängt die Gegendemonstranten zum Eingang des Bahnhofs. Dann ist die Demo um kurz nach 15 Uhr vorbei. Die Polizei eskortiert die Rechten zu ihren Zügen. Unter „Nazis raus“-Rufen geht es mit der S7 Richtung Ahrensfelde.
In Hohenschönhausen sprechen die AfD-Kandidaten
14.55 Uhr: Bei der AfD Kundgebung ruft Gottfried Curio auf der Bühne „Wegner muss weg“, Beatrix von Storch bietet den Gegendemonstranten von der Bühne aus Luftballons zum Spielen an. Denn sie würden sich benehmen wie kleine Kinder. Obwohl von Storch ihre Redezeit schon 20 Minuten überzogen hat, rufen die Anhänger „Zugabe“. Sie redet weiter. Zum Abschluss fordert sie ihre Anhänger auf, die Nationalhymne zu singen. Sie wird allerdings von Pfiffen und lautem Punkrock von der Gegendemo übertönt.
Rechtsextreme provozieren am Hauptbahnhof

14.45 Uhr: Einige rechtsextreme Demonstranten verlassen den Europaplatz und betreten den Hauptbahnhof, sie geben an auf die Toilette zu müssen. Am Eingang des Bahnhofs kommt es vereinzelt zu verbalen Auseinandersetzungen und zu Beleidigungen gegen Polizisten. Einer schubst einen Beamten. Personalien werden aufgenommen. Auf dem Platz läuft wieder rechte Rockmusik. Passanten und Reisende beobachten die Situation. Eine Gruppe ruft antifaschistische Parolen. Die Rechten antworten lautstark mit „Nieder mit der roten Pest“.
Um 15 Uhr ist die rechte Demo vorbei. Die Polizei eskortiert die Demonstranten zu einer S-Bahn im Hauptbahnhof. #berlin #demo pic.twitter.com/fBzrJIvLBY
— Sebastian Struwe (@SebastianStruw2) 22. Februar 2025
Sentürk hält eine Rede. Die Rechten skandieren unter anderem, „Deutschland“ zu sein. Und: „Eure Kinder wählen die AfD“ Der gläserne Überbau des Bahnhofs verstärkt ihre Lautstärke.
AfD-Veranstaltung weiträumig abgesperrt
14.30 Uhr: Die Gegendemonstranten kritisieren lautstark durchs Megaphon, dass sie durch die weiträumige Absperrung in die Ecke gedrängt werden und nicht nah genug an die AfD-Kundgebung herankommen.
700 Menschen bei AfD-Gegendemo in Hohenschönhausen
14.15 Uhr: Bei der Gegendemo in Hohenschönhausen befinden sich aktuell 700 Menschen, bei der AfD- Kundgebung gibt es etwa 200 Teilnehmer. Mindestens 150 Polizisten sind vor Ort, darunter Einsatzkräfte der Bundespolizei und der Polizei Berlin. Beatrix von Storch ist mit einem AfD-Feuerwehrauto angekommen.

Sitzblockade gegen rechte Demo in Mitte aufgelöst
14.10 Uhr: In Mitte ist eine Sitzblockade von Gegendemonstranten durch die Polizei aufgelöst worden. Eine letzte Gruppe Gegendemonstranten wird von der Polizei an der Straßenseite festgesetzt, damit sich die Rechten weiter bewegen können. Anschließend geht es für die rechte Demo weiter in die Invalidenstraße, dann Richtung Hauptbahnhof. Direkt am Rand der Invalidenstraße stehen auf Höhe Invalidenpark nur vereinzelte Passanten.

Etwas 150 rechte Demonstranten ziehen durch Mitte. #berlin #demo pic.twitter.com/tYUNg5odLC
— Sebastian Struwe (@SebastianStruw2) 22. Februar 2025
AfD-Gegendemo macht Krach in Hohenschönhausen
14.05 Uhr: Die Gegendemo steht jetzt auf der Kreuzung Prerower Platz/Zingsterstraße. Die Kundgebung der AfD ist abgesperrt. Sie ist nur wenige Schritte entfernt. Bei der AfD wehen Deutschlandfahnen. Die Gegendemo macht richtig Krach. Aber ein großes Polizeiaufgebot verhindert bis jetzt, dass die Kundgebungen sich mischen.

„Ganz Berlin hasst die AfD“-Rufe in Hohenschönhausen
13.46 Uhr: In der Ahrenshooper Straße winken ein paar Leute aus den Fenstern dem Demo-Zug zu. Als sie „Ganz Berlin hasst die AfD“ rufen, gehen ein paar Fenster allerdings schnell zu.
Anwohner und rechte Demonstranten beschimpfen sich gegenseitig
13.40 Uhr: Zurück nach Mitte. Dort marschieren die Rechtsextremen wieder und werden von Anwohnern beschimpft. Aus der Menge gibt es Sprüche gegen die Antifa zurück.
Rechte Demo in Berlin-Mitte. #berlin #demo pic.twitter.com/GvNdTWr7Wf
— Sebastian Struwe (@SebastianStruw2) 22. Februar 2025
Szenenwechsel nach Hohenschönhausen

13.15 Uhr: Nach Angaben der Polizei haben sich rund 200 Demonstranten versammelt, um gegen die AfD-Abschlusskundgebung zu protestieren. Der Zug läuft die Zingster Straße entlang. Die Veranstaltung mit der Landesvorsitzenden Kristin Brinker, der Direktkandidatin aus Lichtenberg Beatrix von Storch, dem Direktkandidaten aus Marzahn-Hellersdorf Gottfried Curio und dem Direktkandidaten Pankow Ronald Gläser startet um 14 Uhr am Linden-Center.
Gegendemonstranten geraten mit Polizei aneinander
Zusammenprall zwischen Gegendemonstranten und der Polizei in Berlin-Mitte. #berlin #demo pic.twitter.com/5cJXEg1R1i
— Sebastian Struwe (@SebastianStruw2) 22. Februar 2025
13.14 Uhr: Jetzt wird‘s laut. Eine Sitzblockade an der Ecke Hannoversche Straße hatte keinen Erfolg. Es kommt zum Zusammenprall von Gegendemonstranten mit der Polizei.
Gegendemonstranten blockieren Demozug
13.01 Uhr: Der Demonstrationszug mit etwa 150 Rechtsextremen steht nun schon länger auf der Friedrichstraße. An der Ecke Oranienburger Straße hat sich die nächste Menge Gegendemonstranten versammelt. Sie rufen unter anderem „Alerta, alerta, antifacista“. Geschlossen setzen sich die Gegendemonstranten Richtung Linienstraße in Bewegung. Der Demozug setzt sich indes wieder in Bewegung.
Rechte Rockmusik dröhnt durch die Straßen
12.45 Uhr: Es dröhnt deutsche, vornehmlich klar erkennbar rechte Rockmusik aus zwei Boxen, die zwei der Demonstranten auf dem Rücken mit sich führen. Auch „Deutschland‘ von Rammstein war anfangs dabei – das sich in Wahrheit satirisch-düster gegen Rechtsextremismus positioniert. Den Refrain „Deutschland, Deutschland über allen“ brüllten viele gerne mit.

Rechtsextreme laufen Friedrichstraße entlang
12.25 Uhr: Der Zug der Demonstranten läuft zunächst das Reichstagsufer und dann die Friedrichstraße entlang. Immer wieder rufen sie „Ost, Ost, Ostdeutschland“. Auf der anderen Seite der Spree haben sich die ersten Gegendemonstranten versammelt und rufen die italienische Parole Siamo Tutti Antifascisti. Veranstalter Ferhat Sentürk ergreift das Mikrofon: Sollte Links-Grün nach der Wahl regieren, werde man jeden Tag auf die Straße gehen und „einen Politikwechsel erzwingen“, tönt er unter dem Applaus und Jubel seiner Gleichgesinnten.
Kreativer Widerstand gegen rechtsextreme Hetze

12.05 Uhr: Karoline steht mit einem Strauß Blumen neben den rechtsextremen Demonstranten. Auf einem Blatt, das sie in die Höhe halt, steht „Fight antisemitism“. Es ist nicht das erste Mal, dass die Berlinerin gegen Rechtsextreme auf der Straße ist. Gegen 12.10 Uhr setzt sich der Zug in Bewegung.
Rechte Demonstranten sammeln sich an der Friedrichstraße

11.45 Uhr: Etwa 100 rechte Demonstranten haben sich um 11.30 Uhr auf dem Dorothea-Schlegel-Platz vor dem S-Bahnhof Friedrichstraße versammelt, teilt die Polizei mit. Wie bei der Demonstration des selben Veranstalters im Dezember in Friedrichshain fällt auf, wie jung die meisten sind.
Die Teilnehmer wollen unter dem Slogan „Demonstration für recht und Ordnung gegen links Extremismus und politisch motivierte Gewalt“ (Fehler im Original) bis zum Nachmittag zum Europaplatz am Hauptbahnhof ziehen.
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