Pandemie

Corona: Berlin will 2G plus einführen

| Lesedauer: 3 Minuten
Joachim Fahrun
Auf einem Schild vor dem Berliner Zoo wird auf die 2G-Regel hingewiesen.

Auf einem Schild vor dem Berliner Zoo wird auf die 2G-Regel hingewiesen.

Foto: dpa

Nach Einführung der 2G-Regel erwägt der Berliner Senat weitere Schritte zur Eindämmung der Corona-Pandemie.

  • 2G plus soll in der kommenden Woche in Berlin eingeführt werden
  • Dann gelten zusätzliche Corona-Regeln auch für Geimpfte und Genesene.
  • Denkbar sind Maskenpflichten, Testpflichten, Abstandspflichten oder Besucherzahl-Begrenzungen.
  • Die 2G-Regeln sollen in Berlin schärfer kontrolliert werden.

Berlin. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat für die kommenden Tage eine noch schärfere Gangart des Senats gegen die rasante Ausbreitung des Coronavirus angekündigt. In der nächsten Woche wolle die Landesregierung die jetzt bereits geltende 2G-Regelung durch 2G plus erweitern, kündigte Müller an. Das bedeutet, dass auch für Geimpfte und Genesene zusätzliche Pflichten gelten, wenn sie etwa Restaurants, Theater oder Konzerte besuchen wollen.

„Wir brauchen ein zusätzliches Instrument für die Wintermonate“, sagte der Regierende Bürgermeister: „Wir wollen über 2G hinausgehen.“ 2G plus könne aber vieles heißen, erläuterte Müller. Eine zusätzliche Abstandspflicht, eine Obergrenze bei Besuchern, die Auflage, Masken zu tragen oder eben ein zusätzlich verlangter aktueller, negativer Corona-Test. Geplant ist, es den jeweiligen Veranstaltern zu überlassen, wie sie das Schutzniveau von 2G noch erweitern wollen. Im Grundsatz sei man sich darüber einig im Senat, genaue Formulierungen sollen kommende Woche beschlossen werden.


Corona in Berlin, Deutschland und der Welt - mehr zum Thema

2G-Regeln in Berlin: Michael Müller kündigt schärfere Kontrollen an

Müller sagte, er gehe davon aus, dass eine solche Regelung in Berlin mit dem auf der Bundesebene geplanten Gesetzesvorhaben möglich sei. Der Regierende Bürgermeister kündigte auch schärfere Kontrollen der 2G-Regeln an. Die Polizei werde „etwas machen“. Müller appellierte auch an die Bezirke und Ordnungsämter, die gerade einen Schwerpunkt auf die Verkehrsüberwachung setzen. „Es geht jetzt nicht um Falschparker, es geht um Menschenleben“, sagte Müller. Er bitte alle zu prüfen, ob nicht Kontrollen in der Gastronomie wichtiger seien.

Der Sozialdemokrat bezeichnete es in der Pressekonferenz am Dienstag als ein „Missverständnis“, dass die Senatsgesundheitsverwaltung den Bezirksämtern untersagt habe, Bundeswehrsoldaten als Verstärkung für die Gesundheitsämter anzufordern. Mit dem entsprechenden Schreiben sei nur gemeint gewesen, dass die Ämter zunächst alle eigenen Möglichkeiten ausschöpfen sollten. Das verlange auch die Bundeswehr, ehe ihr Personal im Katastrophenfall eingesetzt werde.

Berlin brauche aber die Bundeswehr, sagte Müller, auch für den weiteren Aufbau der Kapazitäten in den Impfzentren, für die es aktuell schwierig sei, Personal zu finden. Nach Angaben der Gesundheitsverwaltung werden demnächst 50 Soldaten in den Impfzentren aushelfen. Berlin liege dabei vor anderen Bundesländern, weil es zwei seiner Impfzentren gar nicht geschlossen habe und jetzt zwei weitere aufbaue.

Bereitschaft zur Erstimpfung steigt in Berlin

Unterdessen scheint der Druck auf die Ungeimpften in Berlin durch die 2G-Regeln Wirkung zu zeigen. Das Robert Koch-Institut verzeichnete zuletzt 7765 Erstimpfungen pro Tag in der Stadt, das sind fast dreimal so viele wie noch in der vergangenen Woche. An den Berliner Impfzentren registriert das Deutsche Rote Kreuz ein steigendes Interesse. „Die Erstimpfungen nehmen deutlich zu in Berlin“, bestätigte Sprecher Karsten Hintzmann.