Deutsche Post und ADAC wollen künftig der Bahn noch mehr Konkurrenz machen. Die Partner teilten am Montag mit, ihr Fernbusnetz ab Mitte August zu verdoppeln. 30 weitere Ziele sollten in den Fahrplan aufgenommen werden. Auch würden dann Reisen über die Landesgrenze hinweg, etwa nach Straßburg oder Zürich, angeboten. Auf bestimmten Strecken solle sich zudem durch Expressverbindungen die Reisezeit verkürzen. Insgesamt verbinde der ADAC Postbus ab August auf 15 Linien 60 Städte miteinander.

Kunden schätzen Fernbusse als günstige Alternative zur Bahn, eigenem Auto oder Flieger. Vor allem junge Leute wie Studenten und Lehrlinge, aber auch Ältere steigen zunehmend von der Bahn in den Bus um. Beide Gruppen gelten als überaus preissensibel und sind zeitlich oft flexibler als Berufstätige.

Aber die Konkurrenz ist mittlerweile groß. Seit der Öffnung des Fernbusmarktes Anfang 2013 steigt die Zahl der Anbieter stetig an. Die Zahl der deutschlandweit angebotenen Verbindungen stieg zwischen Januar 2013 bis April 2014 von 62 auf 169. Das geht aus einem Bericht des Berliner Forschungs- und Beratungsinstituts Iges von 62 auf 169. So schnell wächst kein anderes Verkehrsmittel.

ADAC Postbus bislang nur auf dem vierten Platz

Nachdem lange nicht klar war, ob ein gemeinsames Konzept zustande kommt, starteten Post und ADAC im November gemeinsam die ersten Fernbusse auf die Straße. Laut einer Marktstudie des Forschungs- und Beratungsinstituts Iges rangierte der Postbus zuletzt nur auf Platz vier. Größter Anbieter ist demnach mit einem Marktanteil von 38 Prozent das Berliner Start-up MeinFernbus gefolgt vom Angebot der Deutschen Bahn (BerlinLinienBus) und dem Unternehmen Flixbus.

Der anhaltende Boom im Fernbusverkehr setzt die Deutsche Bahn (DB) zunehmend unter Druck. Die Fernverkehrssparte der DB musste 2013 durch die oft billigere Konkurrenz auf der Straße bereits Umsatzeinbußen von 20 Millionen Euro hinnehmen. Für dieses Jahr rechnet die Bahn schon mit Einnahmeausfällen in Höhe von 40 Millionen Euro. Insgesamt haben alle Fernbusanbieter im vergangenen Jahr nach Schätzungen einen Umsatz zwischen 100 und 150 Millionen Euro erzielt.

rtr/gri