Ein Bündnis aus Politik, Gewerkschaften und Kulturschaffenden will einen Aufzug der rechtsextremen NPD am 1. Mai in Berlin mit massiven Sitzblockaden behindern.

Auch mehrere Abgeordnete werden sich daran beteiligen, wie Jan Landers, Sprecher des Bündnisses „1. Mai – Nazifrei!“, am Montag in Berlin sagte. Erwartet wird dazu auch bundespolitische Prominenz, unter anderem sollen Wolfgang Thierse, Eva Högl (beide SPD), Hans-Christian Ströbele (Grüne) und Petra Pau (Die Linke) kommen.

Die von der NPD angemeldete Demonstration soll durch Schöneweide verlaufen, einen Stadtteil, der wegen zahlreicher rassistisch oder politisch motivierter Angriffe auf Menschen und Einrichtungen als Neonazi-Hochburg in der Hauptstadt gilt. Zudem gibt es hier bekannte Treffpunkte sowie Geschäfte von Rechtsextremisten wie etwa des NPD-Landesvorsitzenden Sebastian Schmidtke.

Bis zu 10.000 Gegendemonstranten werden erwartet

Die Proteste in Berlin gegen Rechtsextremisten beginnen bereits am Dienstag mit einer Demonstration und anschließendem Konzert. Zentraler Ausgangspunkt von NPD- und Gegendemonstrationen ist der S-Bahnhof Schöneweide im Südosten der Hauptstadt. Die NPD hat bei der Polizei rund 500 Teilnehmer für ihren Aufzug unter dem Motto „Raus aus dem Euro“ angemeldet. Zu den Gegenveranstaltungen erwarten die Organisatoren zwischen 6000 und 10.000 Teilnehmer.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund habe angekündigt, im Anschluss an die eigene Kundgebung mit einem Shuttlebus nach Schöneweide zu fahren, um die Protestierenden zu unterstützen. Jan Landers, Sprecher des Bündnisses „1. Mai – Nazifrei!“, rechnete damit, dass in diesem Jahr verstärkt Rechte aus den neuen Bundesländern nach Berlin kommen. Aber auch in Frankfurt/Main und Erfurt wollen sich nach Polizeiangaben Rechtsextreme versammeln.

Bereits am 1. Mai 2010 hatten Gegendemonstranten in Berlin mit Sitzblockaden einen rechten Aufmarsch behindert. Damals hatte sich SPD-Politiker Wolfgang Thierse an der Blockade beteiligt und war dafür kritisiert worden.

Am Vortag des 1. Mai, der Walpurgisnacht, wollen linke Gruppen protestieren – gegen steigende Mietpreise, soziale Ausgrenzung und Rassismus.

dpa/EPD/sei