Demos

Alle Demonstrationen in Berlin am 1. Mai im Überblick

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Am 1. Mai 2013 gibt es wie jedes Jahr zahlreiche Demonstrationen in Berlin. Neben der Kundgebung des DGB sind auch Demos von NPD und Antifa angekündigt.

In Berlin sind mehr als 20 Demonstrationen für den 1. Mai angekündigt. 2012 waren rund 7000 Beamte im Einsatz. Die größten Demos 2013 im Überblick:

Kundgebung des DGB

Zum Tag der Arbeit am 1. Mai findet wie jedes Jahr die Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) auf dem Platz des 18. März statt. Die Demonstration steht dieses Jahr unter dem Motto „Gute Arbeit. Sichere Rente. Soziales Europa“. Auftakt ist um 9 Uhr an der Spandauer Straße am Hackeschen Markt. Der Demonstrationszug wird von dort ab 10 Uhr zum Brandenburger Tor laufen. Zudem sind Motorrad-, und Fahrrad-Korso geplant Im Anschluss an die Kundgebung wird es auf der Straße des 17. Juni ein Kinder- und Familienfest des DGB geben. Im letzten Jahr zählte die Veranstaltung mehr als 20.000 Teilnehmer.

Krawalle bei NPD-Demo in Schöneweide erwartet

Zu Krawallen könnte es am S-Bahnhof Schöneweide kommen. Die NPD hat ab 12 Uhr eine Demonstration unter dem Motto „Wir wollen nicht die Melkkuh Europas sein“ mit anschließender Kundgebung angekündigt. Fraglich ist, ob tatsächlich die erwarteten 500 Anhänger der rechtsextremistischen Partei am Bahnhof Schöneweide erscheinen.

Abgeordnete von SPD, Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke, Vertreter der Gewerkschaft ver.di und diverse Gruppen haben zum Gegenprotest aufgerufen. Der Aufruf wird unter anderem von den Bundestagsabgeordneten Volker Beck (Grüne), Petra Pau (Linke) sowie dem Kabarettisten Marc-Uwe Kling unterstützt. Auch Wolfgang Thierse (SPD) will sich wie bereits 2010 an den Sitzblockaden beteiligen. Die Gegendemonstranten treffen sich bereits ab 9 Uhr an den Bahnhöfen in Neukölln und am Ostkreuz und wollen von 10 Uhr an am Bahnhof Schöneweide protestieren.

Die radikalen Anhänger der ebenfalls beteiligten „Antifa“ könnten dafür sorgen, dass die Proteste nicht nur friedlich verlaufen. Im Internet und Szene-Publikationen riefen diese schon Wochen vorher zu Gewalt auf. „Von uns wird keine Eskalation ausgehen“, heißt es in einem Aufruf, zugleich wird aber klargestellt, die Szene bestehe auf dem Recht, „aktiv und offensiv“ gegen rechte Aufmärsche, aber auch gegen polizeiliche Willkür vorzugehen. Die Polizei will bis zu 7000 Beamte einsetzen.

Zudem hat die NPD eine weitere Demonstration in Marzahn angekündigt. Ort und Zeit für diese Strecke, für die wie in Schöneweide 300 bis 500 Teilnehmer angemeldet seien, stünden aber der Polizei zufolge noch nicht fest. Zudem sei fraglich, ob diese auch tatsächlich stattfinden wird und nicht lediglich als Ablenkungsmanöver für die Gegendemonstranten dienen soll.

MyFest gegen Gewalt & „Revolutionäre 1. Mai Demo“

Ab 18 Uhr findet in Kreuzberg am Spreewaldplatz die „Revolutionäre 1. Mai Demo“ statt. Dort wird ebenfalls unter anderem die Antifa demonstrieren. Für die Demo sind nach Polizeiangaben 10.000 Demonstranten angemeldet. In diesem Jahr wollen die Teilnehmer vom Lausitzer Platz quer durch Kreuzberg nach Mitte zur Straße Unter den Linden marschieren, wo der Zug dann zwischen Schadow- und Wilhelmstraße endet. Ursprünglich wollten die Demonstranten bis zum Pariser Platz am Brandenburger Tor ziehen. Die neue Route endet nun wenige Hundert Meter davor. Sperrungen wird es unter anderem in der Heinrich-Heine-Straße, Moritzplatz, Oranienstraße und Unter den Linden geben. Der Veranstalter hatte eine Routenführung von der Oranienstraße über Rudi-Dutschke-Straße und Kochstraße zur Wilhelmstraße gefordert, genehmigt wurde aber abweichend ein Verlauf von der Oranienstraße über die Axel-Springer-Straße in die Leipziger Straße. Bei Ausschreitungen wäre im Bereich der Axel-Springer-Passage und dem gegenüberliegenden Jobcenter mit erheblicher Gefahr durch Glasbruch zu rechnen gewesen, begründete das zuständige Verwaltungsgericht.

Den ganzen Tag über findet in Kreuzberg zudem das MyFest statt. Das Fest richtet sich auch an Kinder und Jugendliche. Außerdem gibt es mehrere Konzerte sowie kulinarische Angebote. Es steht unter dem Motto „Gegen Verdrängung, gegen Ausgrenzung und Diskriminierung“ und soll den Ausschreitungen entgegenwirken. Das MyFest findet im Bereich folgender Straßen und Plätze statt: Oranienstraße, Oranienplatz, Adalbertstraße, Mariannenstraße, Mariannenplatz, Naunynstraße, Waldemarstraße und Heinrichplatz.

Das komplette MyFest-Programm mit allen Auftritten und Angeboten finden Sie hier.

Aktuelle News und Infos rund um Demos und Krawalle am 1. Mai 2013 in Berlin finden Sie ebenfalls bei der Berliner Morgenpost.