23.01.13

Exklusiv

Tunnelgangster - mit Foto gesuchter Mann ist unschuldig

Die Berliner Polizei veröffentlichte am Dienstag ein Foto aus einem gefälschten Pass. Doch der gesuchte Mann ist unschuldig.

Foto: dpa

In Berlin-Steglitz haben bislang Unbekannte einen Tunnel gegraben und sind so in den Tresorraum einer Filiale der Berliner Volksbank eingedrungen. Vier Tage nach der Tat konnte der Tunnel erstmals von Journalisten fotografiert werden.

26 Bilder

Der im Zusammenhang mit dem Bankraub von Berlin-Steglitz seit Dienstag mit einem Foto gesuchte Mann gehört nicht zu den Tätern. Das erfuhr die Berliner Morgenpost am Mittwochmorgen aus Polizeikreisen. Der Mann sei unschuldig, hieß es am Mittwochmorgen.

Das Foto stammt aus einem gefälschten Pass, mit dem der Stellplatz in der Tiefgarage angemietet worden war. Die Einbrecher hatten den abgetrennten Raum seit Februar 2012 genutzt und von dort aus ihren Coup gestartet.

Aufgrund von Hinweisen aus der Bevölkerung habe der Mann identifiziert werden können, sagte eine Polizeisprecherin am Mittwoch. Es handele sich um einen Deutschen, der definitiv nichts mit der Tat zu tun habe. Sein Bild habe missbräuchlich zur Anmietung eines Tiefgaragenplatzes durch einen der Täter im Februar 2012 gedient. Das Foto war auf einem niederländischen, gefälschten Ausweis angebracht worden.

Weiter heißt es, die Täter hätten das Bild des Mannes offensichtlich aus dem Internet kopiert. Laut "Bild"-Zeitung soll es sich um einen Studenten aus Westdeutschland handeln, der sich zurzeit auf einer längeren Reise befinde. Die Polizei sagte dazu nur, zur Identität des Mannes auf dem Foto wolle sie keine weiteren Angaben machen.

Die Polizei kündigte an, das Foto von ihrem Server zu nehmen. Die Beamten stehen mit dem Opfer in Kontakt.

Polizei bittet um Hinweise auf Holzwinkel

Die Täter waren vor gut einer Woche über einen selbst gebauten, 45 Meter langen Tunnel in die Volksbank-Filiale im Stadtteil Steglitz eingebrochen und hatten rund 300 Schließfächer aufgebrochen. Am Morgen des 14. Januar 2013 war die Tat entdeckt worden. Die Schadenshöhe konnte noch nicht ermittelt werden.

Bei dem Bau des Tunnels wurden etwa 1000 Holzwinkel zum Abstützen verwendet. Diese sind laut Angaben der Ermittler in deutschen Baumärkten nicht gängig. Die Winkel haben eine Schenkellänge von 140 Millimetern, eine Breite von 40 Millimetern und eine Stärke von 20 Millimetern. Dazu fragt die Polizei: Wo wurde eine große Anzahl von derartigen Winkeln gekauft oder gestohlen? Wer kann sonstige Angaben zu diesen Holzwinkeln machen?

Hinweise nehmen sowohl die Ermittler des Fachkommissariates beim Landeskriminalamt am Tempelhofer Damm 12 in Tempelhof unter der Telefonnummer (030) 4664- 945 107 und per Mail unter lka451@polizei.berlin.de sowie jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Quelle: mb/sei
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