22.01.13

Fahndung

Erstes Foto von Berliner Tunnelgangster veröffentlicht

Mit einem gefälschten Pass hatte ein Täter den Garagenplatz gemietet, von dem der Tunnel in die Bank führt.

Foto: dpa

In Berlin-Steglitz haben bislang Unbekannte einen Tunnel gegraben und sind so in den Tresorraum einer Filiale der Berliner Volksbank eingedrungen. Vier Tage nach der Tat konnte der Tunnel erstmals von Journalisten fotografiert werden.

26 Bilder

Die Berliner Polizei hat das erste Foto von einem der Tunnel-Einbrecher veröffentlicht. Sie bittet um Hinweise aus der Bevölkerung. Das Foto stammt aus einem gefälschten holländischen Ausweis, mit dem ein Mann den mit einem Rolltor verschlossenen Tiefgaragenplatz gemietet hatte, von dem aus sie den Tunnel zu der Steglitzer Volksbank-Filiale gruben. Zuvor war bekannt geworden, dass einer der Täter ein Schließfach in der Bank gemietet hatte. So wollte die Bande vermutlich den Tresorraum mit 1600 Schließfächern auskundschaften.

In der vergangenen Woche hatte die Polizei bereits ein Phantombild von einem Mann veröffentlicht. Zeugen hatten ihn in der Tiefgarage, von der aus der 45 Meter lange Tunnel zum Keller der Bank gegraben wurde, gesehen. Die Einbrecher hatten im Februar 2012 den abgetrennten Raum in der Tiefgarage gemietet und von dort aus ihren Coup gestartet.

Gesucht wird ein großer, schlanker Europäer

Der Mann auf dem jetzt veröffentlichten Foto wird von Zeugen wie folgt beschrieben: Er ist Europäer, 1,75 bis 1,85 Meter groß, hat eine schlanke bis kräftige Figur, mittelblonde bis braune kurze Haare, er trug eine Brille und sprach deutsch mit unbekanntem ausländischen Akzent.

Die Polizei fragt, wer Angaben zur Identität des Mannes machen kann. Melden sollte sich ebenfalls, wer ihn im Zeitraum von Februar 2012 bis zum 14. Januar 2013 im Berliner Stadtgebiet gesehen hat.

Auch Angaben zu Holzwinkeln sind wichtig

Bei dem Bau des Tunnels wurden etwa 1000 Holzwinkel zum Abstützen verwendet. Diese sind laut Angaben der Ermittler in deutschen Baumärkten nicht gängig. Die Winkel haben eine Schenkellänge von 140 Millimetern, eine Breite von 40 Millimetern und eine Stärke von 20 Millimetern. Dazu fragt die Polizei: Wo wurde eine große Anzahl von derartigen Winkeln gekauft oder gestohlen? Wer kann sonstige Angaben zu diesen Holzwinkeln machen?

Die Täter waren vor gut einer Woche über einen selbst gebauten, 45 Meter langen Tunnel in die Bank im Stadtteil Steglitz eingebrochen und hatten rund 300 Schließfächer aufgebrochen. Am Morgen des 14. Januar 2013 war die Tat entdeckt worden. Die Schadenshöhe konnte noch nicht ermittelt werden.

Täter hinterließen DNA-Spuren

Nach Angaben eines Polizeisprechers hinterließen die Täter zahlreiche Fingerabdrücke und DNA-Spuren, die aber bisher zu keinem Verdächtigen führten.

Bislang sind bei der Berliner Polizei 170 Hinweise zu dem Fall eingegangen. Laut Sprecher Michael Gassen befinden sich darunter auch einige vielversprechende Informationen: "Es sind auch gute Hinweise dabei, die über das übliche hinausgehen." Eine konkrete Spur gebe es noch nicht, der Fall stehe mitnichten kurz vor der Aufklärung. Das Foto könnte jetzt den Durchbruch bei den Ermittlungen bringen.

Hinweise nehmen sowohl die Ermittler des Fachkommissariates beim Landeskriminalamt am Tempelhofer Damm 12 in Tempelhof unter der Telefonnummer (030) 4664- 945 107 und per Mail unter lka451@polizei.berlin.de sowie jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Quelle: dpa/seg
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