21.01.2013, 14:43

Tunnelgangster Ausgeraubte Berliner Volksbank-Filiale öffnet wieder

Die Bank in Berlin-Steglitz, deren Schließfächer vor einer Woche von Tunnelgangstern aufgebrochen wurden, bedient wieder ihre Kunden.

Eine Woche nach der Entdeckung des Einbrecher-Tunnels zu einer Berliner Bank sind 150 Hinweise bei der Polizei eingegangen. "Es sind auch gute Hinweise dabei, die über das übliche hinaus gehen", sagte ein Polizeisprecher.

Es werde in verschiedene Richtungen ermittelt. Die Polizei hatte in der vergangenen Woche ein Phantombild veröffentlicht, um der Bande auf die Spur zu kommen. Die überfallene Volksbank-Filiale in Berlin-Steglitz öffnete derweil wieder ihre Türen.

Verfügten die Täter über Insiderformationen?

Die Sonderkommission der Kriminalpolizei geht besonders der Frage nach, woher die Einbrecher so genau über die Schließfächer Bescheid wussten. Von den 309 aufgebrochenen Fächern waren nach Angaben der Volksbank 294 an Kunden vermietet. Insgesamt war aber nur rund die Hälfte aller 1600 Fächer vergeben.

Daher liegt die Schlussfolgerung nahe, dass die Täter über Insiderformationen verfügten und genau wussten, auf welche der durchnummerierten Fächer sie sich konzentrieren mussten. Auch die Bank konnte sich das bisher nicht erklären. "Auf die Frage wollen wir auch dringend eine Antwort", sagte Banksprecherin Nancy Mönch.

Plastikflaschen aus polnischen Supermärkten

Berichte über Spuren nach Polen wollte die Polizei nicht kommentieren. Die Fahnder der Kripo sollen Plastikflaschen aus polnischen Supermärkten in dem Tunnel gefunden haben. Das wäre zusätzlich ein Hinweis darauf, dass die Einbrecherbande gestört wurde und überstürzt fliehen musste. Diese Vermutung lag auch nah, weil der größte Teil der Schließfächer unbeschädigt blieb.

Die Aufräum- und Reparaturarbeiten im Tresorraum dauern nach Angaben der Volksbank noch einige Tage. Am Montag kommender Woche dürfen die Kunden mit den unbeschädigten Schließfächern ihren Besitz überprüfen, sagte eine Sprecherin der Bank. "Sie können sich dann von der Unversehrtheit überzeugen."

Ende der vergangenen Woche hatte die Polizei Teile eines großen Betonbohrers im Tunnel entdeckt. Die Einbrecher hatten den 45 Meter langen Tunnel wohl in monatelanger Arbeit gebaut und komplett mit Holz verkleidet.

(dpa/lbn/anni)
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