22.01.13

Ermittlungen

Berliner Tunnelgangster besaß Schließfach in der Bank

Gut eine Woche nach dem Tunnel-Raub in einer Berliner Volksbank-Filiale hat die Polizei eine neue Spur.

Foto: dpa

In Berlin-Steglitz haben bislang Unbekannte einen Tunnel gegraben und sind so in den Tresorraum einer Filiale der Berliner Volksbank eingedrungen. Vier Tage nach der Tat konnte der Tunnel erstmals von Journalisten fotografiert werden.

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Nach dem spektakulären Einbruch in eine Berliner Bank hat die Polizei eine weitere Spur. Einer der Tunnel-Einbrecher habe ein Schließfach in der Volksbankfiliale besessen, sagte ein Polizeisprecher am Dienstagmorgen. Er bestätigte damit einen Bericht des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB). Das Fach soll unter falschem Namen angemietet worden sein.

Die Täter waren vor gut einer Woche über einen selbst gebauten, 45 Meter langen Tunnel in die Bank im Stadtteil Steglitz eingebrochen und hatten rund 300 Schließfächer aufgebrochen. Am Morgen des 14. Januar 2013 war die Tat entdeckt worden. Die Schadenshöhe konnte noch nicht ermittelt werden.

In der vergangenen Woche hatten die Ermittler bereits die Phantomzeichnung eines Mannes veröffentlicht, den Zeugen in der Nähe des Tatortes beobachteten.

Bislang sind bei der Berliner Polizei 150 Hinweise eingegangen. Laut Sprecher Michael Gassen befinden sich darunter auch einige vielversprechende Informationen: "Es sind auch gute Hinweise dabei, die über das übliche hinausgehen." Eine konkrete Spur gebe es noch nicht.

Kundenansturm blieb aus

Am Montag wurde die Filiale zum ersten Mal wieder eröffnet. Ein Ansturm von Kunden, die sich nach ihren Schließfächern erkundigen wollten, blieb aber aus.

"Wir haben am vergangenen Donnerstag 600 Personen informiert, die nicht von dem Einbruch betroffen waren", so Volksbank-Sprecherin Nancy Mönch. "Am Freitag folgten Briefe an 294 Kunden, die Opfer der Täter wurden. Wir werden jetzt nach und nach Termine mit den Klienten vereinbaren, an denen sie zu uns kommen können." Zunächst müsse der Tresorraum wieder hergerichtet werden. Dies werde noch einige Tage dauern.

Auftragstat ist möglich

Unterdessen gehen Spekulationen darüber weiter, ob die Täter gestört wurden. Laut einem Ermittler sei es auch denkbar, dass die Unbekannten gezielt etwas gesucht haben und abbrachen, als sie dies gefunden hatten. "Es könnte also eine regelrechte Auftragstat gewesen sein", so der Beamte. Die Sonderkommission geht besonders der Frage nach, woher die Einbrecher so genau über die Schließfächer Bescheid wussten.

Von den 309 aufgebrochenen Fächern waren laut Volksbank 294 vermietet. Insgesamt war aber nur rund die Hälfte aller 1600 Fächer vergeben. Daher liege die Schlussfolgerung nahe, dass die Täter über Insiderformationen verfügten und genau wussten, auf welche der durchnummerierten Fächer sie sich konzentrieren mussten. "Auf diese Frage wollen wir auch dringend eine Antwort", sagte Banksprecherin Nancy Mönch.

Tunnel war Profiarbeit

Zudem nimmt die Polizei an, dass mindestens einer der Täter vor dem Einbruch den Tresorraum ausgekundschaftet hat. Ein Ermittler: "Es müssen Vermessungsarbeiten stattgefunden haben. Der Tunnel macht schnell eine Kurve und verläuft dann abschüssig, um genau in der Bank zu landen. Das war Profiarbeit."

Berichte über Spuren, die nach Polen führen, wollte die Polizei nicht kommentieren. Die Fahnder sollen Plastikflaschen aus polnischen Supermärkten in dem Tunnel gefunden haben. Das wiederum wäre ein Hinweis darauf, dass die Einbrecherbande überstürzt fliehen musste.

Quelle: mb/dapd/sei
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