18.01.13

Berlin

In diesem Berliner Bezirk beißen Hunde am häufigsten zu

2012 wurden in Charlottenburg-Wilmersdorf 85 Menschen von Hunden verletzt oder bedroht. Mischlinge beißen besonders oft zu.

Foto: picture-alliance / dpa/Zentralbild

Manchmal aggressiv: Rottweiler beißen in Berlin häufiger zu als viele andere Rassen. Mischlinge, Schäferhunde und Terrier liegen in der Statistik jedoch vorne
Manchmal aggressiv: Rottweiler beißen in Berlin häufiger zu als viele andere Rassen. Mischlinge, Schäferhunde und Terrier liegen in der Statistik jedoch vorne

Wenn man von einem beliebigen Berliner wissen will, in welchem Stadtteil Hunde am häufigsten zubeißen, hört man als Antwort fast immer Friedrichshain. Gefühlsmäßig sieht man hier die meisten Hunde in Parks herumspringen. Und so gut wie jeder, der in dem Bezirk nachts feiern war, ist auf dem Weg zwischen den Kneipen schon einmal in die Hinterlassenschaft der Hunde getreten.

85 Menschen in Charlottenburg-Wilmersdorf betroffen

Dennoch wäre es falsch, von diesem zugegebenermaßen recht subjektiven Eindruck auch auf die Beißfreudigkeit der Tiere zu schließen. Das belegt die aktuelle Beißstatistik des Berliner Abgeordnetenhauses. Simon Kowalewski (Piraten) wollte in einer Kleinen Anfrage an den Senat unter anderem wissen, in welchem Stadtteil die meisten Menschen von Hunden gebissen werden.

Laut der Antwort aus dem Haus von Justiz- und Verbraucherschutzsenator Thomas Heilmann (CDU) ist dies in Charlottenburg-Wilmersdorf der Fall. 2011 wurden dort 85 Menschen verletzt oder von Hunden "gefahrdrohend angesprungen", wie es in der Statistik heißt. Zahlen für 2012 gibt es noch nicht. Zusammen getragen haben diese Zahlen die Veterinär- und Lebensmittelaufsichtsämter. Sie haben für das gesamte Jahr 706 solcher Fälle aufgezeichnet. Das ist ein leichter Anstieg im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahlen hängen auch mit der Verteilung von Hundeauslaufgebieten zusammen.

Mischling beißen in Berlin am häufigsten zu

So gibt es in den Innenstadtbezirken deutlich weniger Auslaufgebiete als am Stadtrand. Am häufigsten beisst angeblich der Mischling zu. Diese Angabe ist allerdings umstritten. Experten vermuten, dass Gebissene das Tier nicht immer eindeutig erkennen und deshalb einfach den Mischling angeben. Er muss daher nicht zwingend die bissigste Rasse sein. Auf den Mischling folgen in der Statistik der Schäferhund, der Terrier und der Rottweiler.

In Berlin soll in diesem Jahr der sogenannte Bello-Dialog abgeschlossen werden. Bello steht für die verwaltungsinterne Bezeichnung einer "Berliner Landesleinenordnung". Bei der Reform des Hundegesetzes wollte der Senat die Berliner beteiligen. Sie haben daher nach wie vor die Möglichkeit, sich zu den anstehenden Regeln zu äußern. Dabei soll "nicht die optimale theoretische Lösung im Zusammenleben von Mensch und Hund in der Stadt" gefunden werden, sondern die beste praktische Lösung. Ein 30-köpfiges Gremium diskutiert die Vorschläge der Berliner. Ihm gehören nicht nur Betroffene an, sondern auch Vertreter aus dem gesamten öffentlichen Leben.

Quelle: vis
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