21.12.12

Kriminalität

Unbekannter hetzt in Berlin seinen Hund auf Jungen

Bei dem Vorfall auf dem Schulgelände in Berlin-Hohenschönhausen hat das Opfer mehrere Verletzungen im Gesicht davongetragen.

Nach einem fremdenfeindlichen Angriff auf einen Schüler in Berlin-Hohenschönhausen hat der Polizeiliche Staatsschutz im Landeskriminalamt (LKA) die Ermittlungen übernommen. Bei dem Vorfall auf dem Schulgelände an der Rüdickenstraße hat das 15 Jahre alte Opfer mehrere Verletzungen im Gesicht davongetragen. Der bislang unbekannte Angreifer ergriff nach der Tat die Flucht.

Wie die Polizei am Freitag mitteilte, hielt sich der Angreifer, zu dem es zunächst keine konkrete Beschreibung gab, am Vortag ohne ersichtlichen Grund mit seinen beiden Hunden auf dem Schulgelände auf. Gegen 9.30 Uhr traf er auf eine Gruppe von Schülern, die gerade auf dem Weg in die zur Schule gehörende Sporthalle waren.

Zeugen berichteten der Polizei später, der Mann habe den 15-Jährigen offenbar wegen seines südländischen Aussehens zunächst angepöbelt, mehrere fremdenfeindliche Beleidigungen geäußert und dann ohne Vorwarnung zugeschlagen. Durch den kräftigen Faustschlag ins Gesicht platzten bei dem Jugendlichen die Lippen auf. Als dieser versuchte, sich gegen die Attacke zu wehren, ließ der Angreifer einen seiner Hunde, einen Boxer, von der Leine und hetzte ihn mit den Worten "Fass ihn" auf den Schüler.

Schülerin griff entschlossen ein

Bevor der Hund den 15-Jährigen attackieren und womöglich schwer verletzten konnte, griff eine gleichaltrige Schülerin couragiert ein. Es gelang ihr schließlich, die Leine des Hundes zu greifen und das Tier zurückzuhalten. Es folgte schließlich ein Handgemenge zwischen dem Angreifer und seinem Opfer, bei dem der Jugendliche ins Gebüsch stürzte und dabei weitere Platz- und Schürfwunden erlitt. Anschließend flüchtete der Unbekannte.

Eine Lehrerin berichtete der Berliner Morgenpost am Freitag, sie habe vom Fenster eines Klassenzimmers aus zunächst Tumulte auf dem Schulhof bemerkt und sei sofort mit zwei Kollegen hinzugeeilt. Als sie am Ort des Geschehens ankamen, sei der Eindringling allerdings verschwunden gewesen.

Mehrere Lehrer und Schüler berichteten übereinstimmend, ein direkt neben der Schule liegender Spielplatz werde regelmäßig als Hundeauslaufgelände missbraucht. Im Rahmen ihrer Suche nach den Tätern überprüfen die Ermittler des Landeskriminalamtes jetzt auch die dort regelmäßig anwesenden Hundehalter. Eine Spur von dem unbekannten Mann gibt es bislang allerdings nicht.

Quelle: hhn/plet
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