Die Liste der Länder mit einer Reisewarnung des Auswärtigen Amts ist zuletzt deutlich länger geworden. Seit Kriegsbeginn rät das Amt von Besuchen in Dubai, Israel oder den nahe dem Iran gelegenen Wüstenstaaten ab. Dort will derzeit auch kaum ein Urlauber hin. Aber auch angrenzende Regionen werden aktuell wegen der Nähe zum Iran gemieden. „Die Eskalation im Nahen Osten wirkt sich natürlich auch auf die Reisewirtschaft aus“, sagt Albin Loidl, Chef des Deutschen Reiseverbands (DRV). 

Donnerstag

Wirtschaft in Berlin

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Die Reisewünsche hätten sich vom östlichen ins westliche Mittelmeer verschoben. So gehört Spanien zu den Gewinnern der Krise. Der Branchenprimus TUI beobachtet einen weiteren Trend, der für die Unsicherheit vieler Kunden spricht. „Viele Gäste buchen kurzfristiger als üblich“, erläutert ein TUI-Sprecher. Neben den westlichen Mittelmeerländern verzeichnen bei TUI auch die Karibik, Hawaii und Japan ein wachsendes Interesse. Ein Bericht des „Handelsblatts“ legt nahe, dass der Krieg deutlich tiefere Bremsspuren hinterlässt, als die Branche es weismachen will. Demnach lag der Umsatz der Reisebüros im März um 11,6 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Reiseveranstalter reagieren flexibel auf Golfkrise

Noch hält sich der Schaden für die Reisewirtschaft und deren Kunden in Grenzen. „Geplante Pauschalreisen in die Golfstaaten sind aufgrund der Reisewarnung des Auswärtigen Amts von den Reiseveranstaltern abgesagt worden“, erläutert der DRV. Veranstaltergäste würden vom Reiseveranstalter kontaktiert, könnten umbuchen oder stornieren. Für Umsteigeverbindungen über die Drehkreuze in der Golfregion würden die Reiseveranstalter ihren Gästen alternative Routen anbieten oder auch Charterflüge organisieren.

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Zehntausende gestrandete Urlauber haben die Reiseunternehmen inzwischen aus dem Kriegsgebiet heimgeholt. Die Branche hofft, dass die aktuelle Flaute bei den Buchungen nur vorübergehend ist. „Geopolitische Konflikte können den Tourismus kurzfristig abbremsen, langfristig ändern sie aber nichts an der großen Reiselust der Deutschen“, glaubt der DRV. Die Erfahrung zeige auch: „Reisende weichen eher auf andere Ziele aus, als ganz auf das Reisen zu verzichten.“

Urlaub in Spanien, Portugal & Co.: Nachfrage steigt deutlich

Doch die Urlauber müssen sich auf Bewegung bei den Preisen einstellen. So werden Flüge wahrscheinlich teurer, wenn der Kerosinpreis dauerhaft hoch bleibt. Auch längere Flugrouten auf Fernflügen könnten die An- und Abreise verteuern.

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In den Zielgebieten erwartet der Reiseverband unterschiedliche Entwicklungen. Da viele Kunden auf das westliche Mittelmeer ausweichen, könnte es hier zu Engpässen und damit zu Preissteigerungen kommen. „Es wird aber auch Zielgebiete geben, in denen die Preise aufgrund geringerer Nachfrage und hoher Kapazitäten tendenziell sinken werden“, erwartet Loidl. Wer bereits eine Pauschalreise gebucht hat, ist hinsichtlich der Preise weitgehend auf der sicheren Seite. „Für bereits gebuchte Reisen bleiben die Preise stabil“, versichert TUI. Unabhängig davon stehe man kontinuierlich im Austausch mit Hoteliers wie Fluggesellschaften, um attraktive Angebote für die kommenden Wochen zu entwickeln.