Wird der Sommerlaub unbezahlbar? Zumindest Reisende, die ihren nächsten Trip mit dem Flieger geplant haben, blicken ganz genau auf die Lage im Nahen Osten. Der Krieg im Iran sorgte zuletzt nicht nur für stetig steigende Preise an den Zapfsäulen, sondern auch für den höchsten Kerosinpreis seit 2022. Erste Fluggesellschaften haben nun angekündigt, die höheren Kosten an die Passagiere weiterzureichen. Die skandinavische Fluglinie SAS kündigte am Mittwoch höhere Ticketpreise an. Wie hoch die Zuschläge ausfallen, teilte die Airline jedoch noch nicht mit.

Donnerstag

Wirtschaft in Berlin

Abonnieren Sie kostenlos den Wirtschafts-Newsletter der Berliner Morgenpost

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Auch mehrere Fluggesellschaften aus dem asiatisch-pazifischen Raum wollen die Ticketpreise erhöhen, zum Teil sogar erheblich. Air India kündigte eine „schrittweise Ausweitung“ des Treibstoffzuschlags für In- und Auslandflüge an. Ähnliche Schritte gibt es auch bei der in Hongkong ansässigen Gesellschaft Cathay Pacific und der australischen Airline Qantas, wie die Unternehmen mitteilten.

Auch interessant

Iran-Krieg: Fliegen in den Sommerferien könnte teuer werden

Wegen der Auswirkungen des Kriegs auf die Ölversorgung hatte der weltweite Durchschnittspreis für Flugbenzin zu Wochenbeginn laut dem Referenzindex Platts 173,91 Dollar pro Barrel (159 Liter) erreicht – fast doppelt so viel wie im Januar und noch deutlich mehr als derzeit für Rohöl verlangt wird. Air India hob am Dienstagabend in einer Erklärung hervor, dass Kerosin „fast 40 Prozent der Betriebskosten einer Fluggesellschaft“ ausmache.

Ab Donnerstag solle es deshalb nun einen Zuschlag von 399 Rupien (umgerechnet rund 3,74 Euro) für Inlandsflüge und 20 Dollar (17 Euro) für Flüge nach Südostasien geben, kündigte das Unternehmen an. Ab kommendem Mittwoch steigt demnach außerdem der Zuschlag für Flüge nach Europa um 25 Prozent auf 125 Dollar und für Flüge nach Nordamerika um 33 Prozent auf 200 Dollar.

Auch interessant

Lufthansa hat sich gegen steigende Kerosinpreise abgesichert

Cathay Pacific kündigte am Mittwoch ebenfalls eine Erhöhung der Treibstoffzuschläge an – diese sollten „in Kürze“ bekanntgegeben werden, sagte Unternehmenschef Ronald Lam. Qantas teilte mit, dass die Erhöhungen der australischen Airline „je nach Flugstrecke“ variieren sollten; laut dem Sender Sky News Australia sollen es für internationale Flüge durchschnittlich rund fünf Prozent sein. Bei Thai Airways aus Thailand deutete Finanzchef Rut Rugsumruad gegenüber Investoren an, dass die Preise um zehn bis 15 Prozent steigen könnten.

Aktuelle Nachrichten zum Krieg in Nahost

Bei der Lufthansa Group gibt es aktuell keine Pläne, die Ticketpreise zu erhöhen. Das Unternehmen hat sich gegen steigende Kerosinpreise mit sogenanntem „Fuel Hedging“ abgesichert. Der Preissicherungskontrakt soll Airlines gegen Schwankungen bei den Treibstoffpreisen absichern. Für das laufende Jahr hat sich die Lufthansa dank einer klugen Strategie bereits günstigere Kerosinpreise gesichert.

tok mit AFP