Bislang sind es nur Spekulationen, aber sie halten sich hartnäckig. Bei der Deutschen Bahn könnten die Preise heftig ansteigen. Der Grund dafür sind die sogenannten Trassenpreise.

Donnerstag

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Bei diesen handelt es sich um eine Art Maut, die die Unternehmen für die Nutzung der Schiene an die Bahn-Infrastruktur-Tochter DB InfraGo entrichten müssen. Das gilt auch für die Fern-, Regional- und Güterverkehrssparten des bundeseigenen Konzerns. Das Geld soll unter anderem für die Instandhaltung des Netzes verwendet werden.

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Bis die Bundesnetzagentur über die Preise für kommendes Jahr entscheidet, dürften noch einige Monate vergehen. Die Behörde wartet derzeit noch auf ein Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof. Dabei geht es darum, ob eine Begrenzung der Trassenpreiserhöhungen für den Regionalverkehr rechtens ist oder nicht. 

Was notwendig wäre, um die Erhöhung abzuwenden: eine höhere Trassenpreisförderung durch den Bund. Martin Burkert (60), Chef der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) und Vizevorsitzender des Bahn-Aufsichtsrats, hat bereits eindringlich gewarnt: „Der Bundestag muss den Preishammer stoppen. Bei den Haushaltsberatungen müssen die Abgeordneten die Schienenmaut durch gezielte Förderung abmildern. Sonst drohen den Bahnkunden schon in diesem Jahr historische Preissteigerungen von deutlich mehr als 10 Prozent“, sagte Burkert der „BILD“-Zeitung Anfang Juli. Er warnte zudem, dass Fernverkehrsverbindungen auch auf vielbefahrenen Strecken deutlich ausgedünnt werden könnten. 

Auch Bahn-Chef Richard Lutz (61) sagte bereits Anfang Juli: „Wenn die diesjährige Trassenpreisförderung und die spätere Reform des Trassenpreissystems nicht in ausreichendem Maße erfolgt, dann muss der Fernverkehr aus seiner unternehmerischen Verantwortung heraus sein Angebot auf wirtschaftliche Tragfähigkeit überprüfen und gegebenenfalls anpassen.“

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Die Trassenpreise werden von der InfraGo berechnet und müssen von der Bundesnetzagentur genehmigt werden. Derzeit läuft das Genehmigungsverfahren für 2026. Im Raum steht eine Steigerung für den Regionalverkehr von 23,5 Prozent. Auf den Fernverkehr kämen um 10,1 Prozent höhere Preise zu. Im Güterverkehr sollen sie sich um 14,8 Prozent erhöhen. 

Erst am Donnerstag hatte die Bahn nach einem Branchendialog mitgeteilt, die umfassende Sanierung besonders wichtiger Strecken um ein weiteres Jahr zu verlängern – also bis 2036. Die Modernisierung von mehr als 40 viel befahrenen und dringend sanierungsbedürftigen Strecken wird damit mindestens fünf Jahre länger dauern als ursprünglich geplant.

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Die Bundesregierung hat der Bahn für die Sanierung der Strecken zusätzliche Mittel versprochen. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) sprach von Investitionen in Höhe von 107 Milliarden Euro in die Schiene bis zum Jahr 2029. Das Geld soll zum großen Teil aus dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaschutz kommen.

dpa/dw