Brav aufgereiht standen die reichsten Männer der Vereinigten Staaten bei der Vereidigung von Donald Trump als US-Präsident in der vordersten Reihe. Kurz zuvor hatten die meisten von ihnen eine erstaunliche Kehrtwendung vom Trump-Kritiker zum Trump-Fan vollzogen. Meta-Chef Mark Zuckerberg schaffte etwa unter dem Vorwand der freien Meinungsäußerung seine Faktenchecker bei Facebook ab. Seitdem wird das soziale Netzwerk wieder von Fake News geflutet.

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Amazon-Chef Jeff Bezos warf sich vor Trump in den Staub, indem er den Redakteuren der ihm gehörenden „Washington Post“ verbot, im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen eine Wahlempfehlung auszusprechen – bis dahin eine Tradition bei dem renommierten Hauptstadtblatt. Tesla-Chef Elon Musk wiederum unterstützte Trump finanziell großzügig im Wahlkampf und rief auf seiner Plattform „X“ zu dessen Wahl auf.

Elon Musk (links) ist zum wichtigsten Berater von US-Präsident Donald Trump geworden.
Elon Musk (links) ist zum wichtigsten Berater von US-Präsident Donald Trump geworden.© AP/dpa | Alex Brandon

Trumps Milliardäre verlieren 209 Milliarden Dollar

Für die Tech-Milliardäre brachte die Unterstützung Trumps zunächst finanzielle Vorteile. Die Aktienkurse ihrer Unternehmen erreichten in den Tagen nach der Vereidigung neue Höchststände. Nie waren Musk, Zuckerberg & Co. reicher als in den Tagen nach dem 20. Januar 2025. Allein der Wert von Tesla verdoppelte sich nahezu, und auch Zuckerbergs Konzern Meta (Facebook, Instagram, WhatsApp) gewann 20 Prozent hinzu.  Ein wichtiger Grund: Die Marktexperten an der Wall Street malten sich einen Auftrieb durch Steuersenkungen und weniger strikte Regulierung aus.

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Sieben Wochen später sieht die Lage komplett anders aus. Laut dem aktuellen Bloomberg-Milliardärs-Index ist das Vermögen der Trump-Unterstützer um unglaubliche 209 Milliarden Dollar geschrumpft. Vor allem Trumps irrlichternde Zollpolitik schickt die New Yorker Wall Street derzeit auf Talfahrt. Auch der von Elon Musks verantwortete Kahlschlag im Staatsapparat lässt Anleger zunehmend negative Auswirkungen auf die Wirtschaft befürchten. Der technologielastige Index Nasdaq 100 verbuchte am Montag den größten Tagesverlust seit 2022. Die Aktie des von Elon Musk geführten Elektroautobauers Tesla verlor erneut mehr als 15 Prozent.

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Kurs der Tesla-Aktie bricht ein

Tesla-Chef Musk, der unter Trump die Abteilung DOGE (Department of Government Efficiency) führt und für Massenentlassungen von Regierungsangestellten verantwortlich ist, ist dabei der größte Verlierer. Der Aktienkurs von Tesla ist seit Jahresbeginn von etwa 404 Dollar (372,92 Euro) auf 215 Dollar (242,77 Euro) eingebrochen, der Marktwert des Unternehmens um mehr als 400 Milliarden Dollar auf unter 900 Milliarden Dollar (830 Milliarden Euro) gesunken.

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Noch im Dezember belief sich Musks Vermögen laut Bloomberg auf unglaubliche 486 Milliarden Dollar. Seitdem ist es um 148 Milliarden auf 338 Milliarden geschrumpft. Hauptgrund dafür ist der Einbruch bei den Tesla-Verkäufen. In den ersten beiden Monaten des Jahres brachen diese allein in Deutschland um 70 Prozent ein. Und auch in China, dem größten Markt für E-Autos, wurden im Februar 49 Prozent weniger Teslas verkauft. Immer mehr Menschen verübeln Musk seine Unterstützung für rechtsextreme Parteien und machen einen großen Bogen um die Marke Tesla.

Finanziell nicht ganz so schlimm erwischte es die politisch gewendeten Trump-Freunde Mark Zuckerberg und Jeff Bezos. Doch auch der Meta-Chef ist in den vergangenen Wochen nach Kursabstürzen um fünf Milliarden Dollar ärmer geworden. Amazon-Chef Jeff Bezos verlor laut Bloomberg 29 Milliarden Dollar. Verantwortlich dafür ist der Kurseinbruch von Amazon um 14 Prozent seit Ende Januar.

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Donald Trump schürt Angst vor Rezession in den USA

Ein Ende der Kurseinbrüche ist laut Experten nicht absehbar. Hauptverantwortlicher dafür ist der US-Präsident selbst. Zuletzt verunsicherte Donald Trump Anleger mit Aussagen zu einer möglichen Rezession in den USA. In einem Interview am Wochenende wollte er diese auf Nachfrage nicht ausschließen. Er sagte lediglich: „Ich hasse es, solche Dinge vorherzusagen.“ Es werde eine Übergangsphase geben, sagte Trump mit Blick auf die Auswirkungen seiner wirtschaftspolitischen Pläne.

Donnerstag

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Zunächst aber will der US-Präsident seinen Freund Elon Musk persönlich unterstützen – mit dem Kauf eines Tesla für den eigenen Fuhrpark. Er werde gleich am Dienstag ein Tesla-Auto kaufen, als Zeichen der Unterstützung für den „großen Amerikaner“ Musk, schrieb Trump auf der Online-Plattform Truth Social. mit dpa