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Corona: Aktuelle RKI-Zahlen - Neue Studie zu Booster-Impfung

| Lesedauer: 55 Minuten
Papst fordert Solidarität bei Wiederaufbau nach Corona-Krise

Papst fordert Solidarität bei Wiederaufbau nach Corona-Krise

Papst Franziskus hat für die Zeit des Wiederaufbaus nach der Corona-Pandemie zu einer "grenzüberschreitenden Solidarität" in Europa aufgerufen. Das Oberhaupt der katholischen Kirche hält sich zu einem viertägigen Besuch in der Slowakei auf.

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Die Sieben-Tage-Inzidenz fällt weiter. Wissenschaftler sprechen sich gegen eine generelle Auffrischungs-Impfung aus. Mehr im Blog.

  • Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet am Dienstag eine leicht sinkende Inzidenz
  • Russlands Präsident Wladimir Putin hat sich in Corona-Selbstisolation begeben
  • Für die breite Bevölkerung ist laut einer Studie derzeit keine Booster-Impfung nötig
  • Niedersachsen führt die 2G-Regel in mehr Bereichen ein
  • Australiens Hauptstadt bleibt einen weiteren Monat im Lockdown
  • Dieser Blog ist geschlossen. Weitere Corona-News finden Sie in unserem aktuellen Newsblog.

Berlin. Noch bevor der Herbst in Deutschland richtig losgeht, ist die vierte Welle der Corona-Pandemie in vollem Gange. Dabei handelt es sich um eine "Pandemie der Ungeimpften", da sind sich Forschung und Politik einig. Denn vor allem unter den Nicht-Geimpften sind die Inzidenzen hoch.

Interaktive Grafik: Corona-Inzidenzen nach Alter

Steigt die Zahl der Impfungen nicht rapide, sind weitere Einschränkungen für Ungeimpfte nicht auszuschließen. Expertinnen und Experten fürchten nicht nur, dass mehr Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen landen, sondern auch die Entwicklung weiterer Corona-Varianten. Impfstoffe wie Biontech, Moderna oder Astrazeneca könnten gegen die Mutationen weniger schützen. Aktuell dominiert in Deutschland die Delta-Variante.

RKI meldet neue Infektionszahlen

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist im Wochenvergleich weiter gesunken. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Dienstagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, liegt die Inzidenz nun bei 81,1 Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Am Vortag hatte der Wert bei 81,9 gelegen und vor genau einer Woche bei 83,8. Lesen Sie dazu: Corona in Deutschland: Fallzahlen und Hospitalisierungsrate

Corona-News von Dienstag, 14. September: Corona-Pandemie: Sachsen führt 2G-System als Optionsmodell ein

15.21 Uhr: Sachsen will mit der neuen Corona-Schutzverordnung das sogenannte 2G-System als Optionsmodell einführen und damit Hamburg folgen. Demnach sollen nur noch Geimpfte und Genesene Zugang zu Restaurants, Einrichtungen oder Events von bis zu 5000 Menschen erhalten, wenn der Veranstalter das für sich selbst entscheidet, gab Staatskanzleichef Oliver Schenk (CDU) am Dienstag in Dresden bekannt.

Im Gegenzug bestehe die Möglichkeit, Beschränkungen wie die Maskenpflicht und das Abstandsgebot aufzuheben. Allerdings muss eine Einlasskontrolle erfolgen. Unklar ist bisher, ob Kinder bis zum Alter von zwölf Jahren und Menschen, die sich nicht impfen lassen können, beim Besuch entsprechender Einrichtungen einen Test benötigen.

Curevac verkleinert Produktionsnetz für Covid-19-Impfstoff

15.18 Uhr: Das Biotechunternehmen Curevac verkleinert wegen der geringeren Nachfrage nach seinem Corona-Impfstoff das Produktionsnetz. Die Verträge mit Wacker Chemie sowie Celonic würden gekündigt, teilte das Unternehmen am Dienstag in Tübingen mit. Die Entscheidung sei eine Reaktion auf die geringere kurzfristige Spitzennachfrage nach Impfstoffen im Anschluss an die erste Welle der Pandemie-Impfanstrengungen, hieß es. Dies habe zu einer weiter "veränderten Nachfrage" nach Curevacs Covid-19-Impfstoffkandidaten der ersten Generation (CVnCoV) geführt. Dieser wird derzeit von der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) geprüft. Ob die EMA den Impfstoff zulassen wird, ist weiter offen.

"Plan B": Großbritannien hält sich Maskenpflicht und Impfpässe offen

15.15 Uhr: Falls die Zahl der Corona-Fälle in Großbritannien im Winter wieder deutlich steigt, will die Regierung wieder eine Maskenpflicht anordnen und hält sich die Einführung von Impfpässen für Discos oder Stadien offen. Die Maßnahmen seien Teil eines "Plan B", wenn die Pandemie mit Auffrischungsimpfungen nicht unter Kontrolle gehalten werden kann, sagte Gesundheitsminister Sajid Javid am Dienstag im Parlament in London. Die Notfallpläne würden aber nur bei "unhaltbarem" Druck auf den Gesundheitsdienst NHS in England in Kraft gesetzt.

Die britische Regierung hatte im Juni fast alle Corona-Beschränkungen aufgehoben. Sie kann aber nur Regeln für England erlassen, die anderen Landesteile - also Schottland, Wales und Nordirland - sind in ihrer Gesundheitspolitik unabhängig: "Plan A" stützt sich laut Javid auf Auffrischungsimpfungen für etwa 30 Millionen Menschen, die kommende Woche beginnen sollen. Ansonsten setzt die Regierung auf Freiwilligkeit und Selbstverantwortung. So werden die Menschen "ermutigt", sich möglichst im Freien zu treffen, viel zu lüften, an überfüllten Orten und in geschlossenen Räumen Masken zu tragen sowie ihre Hände häufig zu waschen. Unternehmen wird geraten, Impfpässe zu kontrollieren.

Zwei Drittel der Bevölkerung mindestens einmal gegen Corona geimpft

14.11 Uhr: Zwei Drittel aller Menschen in Deutschland sind nach offiziellen Angaben jetzt mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft. Zumindest eine erste Spritze bekommen haben inzwischen 55,4 Millionen Menschen oder 66,6 Prozent der Gesamtbevölkerung, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) von Dienstag hervorgeht. Vollständig mit der meist nötigen zweiten Spritze geimpft sind demnach 51,8 Millionen Menschen oder 62,3 Prozent aller Einwohner.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rief auch mit Blick auf eine noch bis diesen Sonntag laufende bundesweite Aktionswoche dazu auf, viele einfach zu nutzende Impfgelegenheiten anzunehmen. "Jede Impfung mehr macht einen Unterschied für Herbst und Winter", schrieb der CDU-Politiker bei Twitter. Eine zusätzliche Auffrischungsimpfung haben laut RKI mittlerweile rund 207.000 Menschen bekommen.

Großbritannien genehmigt Impfauffrischung für über 50-Jährige

14.10 Uhr: In Großbritannien können über 50-Jährige sowie Heimbewohner und Pflegekräfte eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus erhalten. Wie die Regierung am Dienstag mitteilte, gilt die Regelung auch für klinisch extrem gefährdete Menschen sowie für Risikopatienten zwischen 16 und 65 Jahren. Insgesamt kommen damit mehr als 30 Millionen Menschen für eine dritte Impfung in Frage.

Ihnen soll frühestens sechs Monate nach der zweiten Dosis das Mittel der Konzerne Biontech und Pfizer gespritzt werden, das Studien zufolge gut als Auffrischung wirken und sehr verträglich sein soll. Alternativ sei auch der Impfstoff von Moderna möglich. Verabreicht werden soll die Spritze zusammen mit der normalen Grippeimpfung. Ob auch gesunde Menschen unter 50 eine sogenannte Booster-Impfung erhalten, soll entschieden werden, wenn mehr Daten vorliegen.

Erstmals mehr als eine Million freie Stellen in Großbritannien

12.57 Uhr: Wegen der Folgen von Corona-Pandemie und Brexit gibt es in Großbritannien erstmals seit Beginn der Aufzeichnungen 2001 mehr als eine Million freie Stellen. Das seien 250 000 mehr als vor Beginn der Corona-Krise im ersten Quartal 2020, teilte das Statistikamt ONS am Dienstag mit. Zugleich stieg die Beschäftigung im August auf 29,1 Millionen Menschen und damit auf das Niveau von vor der Pandemie. Die Arbeitslosenquote sank in den Monaten Juni bis August auf 4,6 Prozent. Das sind 0,3 Prozentpunkte weniger als in den drei Monaten zuvor (Februar bis April).

In Großbritannien suchen viele Branchen händeringend nach Arbeitskräften. Siren Thiru von der Britischen Handelskammer sprach von einer "akuten Einstellungskrise".

Unter anderem fehlen mindestens 100 000 Lastwagenfahrer, deswegen kommt es immer wieder zu Lieferengpässen. Außerdem werden Zehntausende Krankenschwestern, Pfleger, Programmiererinnen, Köche oder Reinigungskräfte gesucht. Das liegt auch daran, dass während der Pandemie Hunderttausende ausländische Fachkräfte das Land verlassen haben, als sie ihre Jobs verloren oder in Kurzarbeit geschickt wurden. Wegen strenger Zuwanderungsregeln seit dem Brexit kommen nun aber viel weniger Menschen ins Land.

Ministerium: Bundesregierung plant keinen neuen Teil-Lockdown

12.41 Uhr: Die Bundesregierung will in der Corona-Pandemie ein zusätzliches Absicherungsinstrument für Messen und Ausstellungen schaffen - plant aber nach Darstellung des Wirtschaftsministeriums keinen neuen Teil-Lockdown. Eine Sprecherin sagte am Dienstag in Berlin, Messebauer und Aussteller müssten mit langen Planungs- und Vorlaufzeiten agieren und seien weiterhin mit Einschränkungen für ihren Geschäftsbetrieb konfrontiert. "Hier will die Bundesregierung ein zusätzliches Absicherungsinstrument schaffen."

"Bild" hatte über ein "Geheimpapier" des Finanzministeriums berichtet. Demnach beantragt das Wirtschaftsministerium für mögliche Mehrausgaben im Zusammenhang mit einem geplanten Ausfallabsicherungsinstrument für Messen und Ausstellungen Mittel in Höhe von 150 Millionen Euro. In dem Schreiben heißt es, der Mehrbedarf ergebe sich daraus, dass aufgrund der aktuell wieder stark ansteigenden Inzidenzen und der stagnierenden Impfbereitschaft sowie dem Beginn der kühleren Jahreszeit mit leichterer Virusverbreitung weiterhin ein großes Ausfallrisiko für Messen und Ausstellungen aufgrund coronabedingter Beschränkungen bestehe.

Die "Bild"-Zeitung hatte dazu geschrieben, Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) rechne mit einem möglichen Teil-Lockdown bei großen Veranstaltungen und bereite sich auf die finanziellen Folgen für die Branche vor. Dazu sagte die Sprecherin des Wirtschaftsministeriums: "Das ist Quatsch. Die Bundesregierung plant keinen neuen Teil-Lockdown."

Putin muss sich nach Kontakt zu Corona-Infizierten selbst isolieren

12.10 Uhr: Nach Corona-Fällen in seinem nahen Umfeld muss sich Russlands Präsident Wladimir Putin in Selbstisolation begeben. Der Kreml teilte am Dienstag mit, Putin gelte als "Kontaktperson", sei selbst aber "bei bester Gesundheit". Der russische Präsident könne aufgrund der Quarantäne nicht persönlich an einem Gipfeltreffen in Tadschikistan teilnehmen.

Putin habe einen Corona-Test gemacht, teilte Regierungssprecher Dmitri Peskow mit, ohne das Ergebnis zu nennen. Der Präsident ist eigenen Angaben zufolge gegen das Coronavirus geimpft.

Die derzeitige, durch die hochansteckende Delta-Virusvariante ausgelöste Corona-Welle trifft Russland besonders hart, zumal die Impfbereitschaft in dem riesigen Land gering ist. Auch die Appelle von Putin, sich immunisieren zu lassen, haben die Impfbereitschaft nicht nachweislich erhöht.

2G-Regel für weitere Bereiche in Niedersachsen

10.48 Uhr: Die sogenannte 2G-Regel soll in Niedersachsen künftig in mehr Bereichen angewendet werden können - etwa in der Gastronomie, der Kultur, bei Veranstaltungen oder dem Sport. Das kündigte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Dienstag im Landtag in Hannover an. Dort sollen dann die Maskenpflicht und das Abstandhalten entfallen.

Menschen bis 18 Jahren sollen demnach auch ohne Impfung oder Genesung Zutritt bekommen, da sie sich regelmäßig vor dem Schulbesuch testen. Kinder, die jünger als zwölf Jahre sind, können sich noch nicht impfen lassen. Die derzeitige Corona-Landesverordnung gilt noch bis zum 22. September. Die Ausweitung der 2G-Regel wird somit voraussichtlich in der kommenden Woche umgesetzt.

Corona-Pandemie: Bund will mehr Unterstützung für Jugendliche

10.01 Uhr: Der Bund hat an Länder und Kommunen appelliert, durch Corona-Auflagen belastete Familien nicht aus dem Blick zu verlieren. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Dienstag), Kinder und Jugendliche hätten in der Pandemie besonders gelitten.

"Wir wollen sie auf dem Weg zurück in die Normalität besonders unterstützen und hier stärker in Prävention und Vorsorge investieren." Dazu gehörten wieder mehr Vorsorgeuntersuchungen, um psychische und physische Probleme der Heranwachsenden frühzeitig zu erkennen. Der Minister nannte als Beispiele Bewegungsmangel und psychosomatische Erkrankungen.

Rekordeinnahmen aus Hundesteuer im Corona-Jahr 2020

9.16 Uhr: Zwischen Lockdown und geplatzten Urlaubsträumen haben offenbar viele Menschen in Deutschland im Jahr 2020 ihren langgehegten Wunsch nach einem Vierbeiner in die Tat umgesetzt: Im ersten Pandemiejahr wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamtes Rekordeinnahmen aus der Hundesteuer erzielt.

Die öffentlichen Kassen nahmen im Jahr 2020 rund 380 Millionen Euro aus der Hundesteuer ein. Für die Städte und Gemeinden bedeutete dies nach Angaben der Behörde am Dienstag ein Plus von 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Jahr 2019 beliefen sich die Einnahmen aus der Hundesteuer auf 370 Millionen Euro.

Experte: Schniefnasen nicht zur Kita oder Schule schicken

8.20 Uhr: Landläufig heißt es häufig: Eine Schniefnase ist kein Grund, ein Kind nicht zur Kita oder Schule gehen zu lassen. Doch gerade in Zeiten der Pandemie sollten Eltern hier nicht leichtfertig sein, rät der renommierte Kindermediziner Prof. Jörg Dötsch.

"Alles, was auf eine Covid-19-Infektion hinweisen könnte, sollte dazu führen, dass das Kind nicht in die Kita geht. Ich habe selbst Kinder, ich weiß, wie schwer das ist", sagt der Präsident der Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin. "Aber um Quarantänen zu vermeiden und dass andere Kinder und ihre Familien womöglich in Mitleidenschaft gezogen werden, sollte man das nicht machen."

Das bedeutet: "Bei Atemwegssymptomen wie Schnupfen und Husten, aber etwa auch bei Magen-Darm-Problemen sollte das Kind deshalb in dieser Zeit zu Hause bleiben", so der Experte.

El Salvador impft Kinder ab sechs Jahren gegen Corona

7.17 Uhr: Das kleine mittelamerikanische Land El Salvador hat mit Corona-Impfungen bei Kindern ab sechs Jahren begonnen. "Denken Sie daran, dass die Impfung freiwillig, allgemein erhältlich und kostenlos ist", schrieb Staatspräsident Nayib Bukele bei Twitter. Rund die Hälfte der Bevölkerung in El Salvador hat bereits zwei Impfdosen erhalten.

Nayib gab nicht an, um welches Vakzin es sich handelt. El Salvador hat Impfdosen beim chinesischen Hersteller Sinovac bestellt, der eine Verwendung des Mittels für Kinder ab drei Jahren freigegeben hat.

Trotz der fortschreitenden Impfkampagne hatte das Land mit 6,6 Millionen Einwohnern zuletzt einen leichten Anstieg der Corona-Fallzahlen registriert. Seit September wurden in El Salvador täglich mehr als 300 Neuansteckungen gemeldet, ein Höchststand seit Jahresbeginn. Lesen Sie auch: El Salvador macht Bitcoin zum legalen Zahlungsmittel

Australiens Hauptstadt bleibt einen weiteren Monat im Lockdown

6.59 Uhr: Die Region Australian Capital Territory (ACT) mit der australischen Hauptstadt Canberra bleibt einen weiteren Monat im Lockdown. Diese Entscheidung traf die Regionalregierung am Dienstag, nachdem die Behörden in dem Territorium 22 Corona-Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet hatten.

Canberra ist vom Bundesstaat New South Wales umschlossen, der von der derzeitigen Welle besonders schwer betroffen und seit einem guten Monat im Lockdown ist. Mitte August wurde im ACT erstmals seit einem Jahr wieder ein Corona-Fall bestätigt.

Dobrindt spricht sich gegen Impfpflicht aus

6.01 Uhr: CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt hat sich trotz stockender Impfbereitschaft klar gegen eine Impfpflicht im Kampf gegen die Corona-Pandemie ausgesprochen. "Ich lehne eine Impfpflicht ab. Wir werben weiter für das Impfen", sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Die Frage, ob er angesichts der in den vergangenen Wochen gestiegenen Infektionszahlen neue weitreichende Beschränkungen im Herbst erwarte, verneinte Dobrindt klar: "Es wird keinen weiteren Lockdown geben. Man sieht auch jetzt bereits, dass sich das Infektionsgeschehen durch die Zahl der erreichten Impfungen verlangsamt."

Zentralrats-Präsident sieht Verrohung durch Corona

5.10 Uhr: Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, fordert mehr Anstrengungen gegen eine aus seiner Sicht in der Corona-Pandemie gewachsene gesellschaftliche Verrohung. "Aggression und Hetze haben zugenommen, ganz massiv durch Menschen, die sich ausgerechnet als Quer-Denker bezeichnen", sagte er der „Augsburger Allgemeinen“ (Dienstag). "Für die nahe Zukunft wünsche ich mir etwas, was im ersten Moment altmodisch klingt: Respekt und Anstand." Und weiter: "Ob im Sportverein oder in der Kneipe, ob in der Bahn oder im Internet - es wird Zeit, dass die immer stärker verbreitete Herabsetzung von Menschen wieder aufhört."

Sie treffe vor allem Minderheiten: Juden, Muslime, homosexuelle oder behinderte Menschen, häufig aber auch Frauen. "Hass schlägt allzu oft ebenso Polizisten, Feuerwehrleuten oder Rettungssanitätern entgegen - ausgerechnet jenen Menschen, die für unsere Sicherheit und Gesundheit den Kopf hinhalten", so Schuster.

Corona-News von Montag, 13. September: "Lancet": Experten sehen keine Notwendigkeit für Booster-Impfungen für alle

21.56 Uhr: Die Corona-Impfstoffe sind einer Studie zufolge gegen die derzeit verbreiteten Virusvarianten so wirksam, dass die breite Bevölkerung derzeit keine dritte Impfung benötigt. "Selbst angesichts der Delta-Bedrohung sind Auffrischungsimpfungen für die Allgemeinbevölkerung in diesem Stadium der Pandemie nicht angebracht", heißt es in einem veröffentlichten Bericht im Fachmagazin "The Lancet".

Die Wissenschaftler, darunter Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO), überprüften Beobachtungsstudien und klinische Studien und kamen zu dem Ergebnis, dass die Impfstoffe bei allen wichtigen Virusvarianten nach wie vor hochwirksam gegen schwere Symptome von Covid-19 sind. Die aktuellen Varianten hätten sich nicht ausreichend weiterentwickelt, um der Immunantwort der derzeit verwendeten Impfstoffe zu entgehen.

Länder wie Israel haben aus Angst vor der ansteckenderen Delta-Variante begonnen, jedem Bürger eine Auffrischungsimpfung anzubieten, während die Versorgung ärmerer Länder mit Impfstoffen immer noch stockt und Millionen Menschen noch nicht ihre erste Impfung erhalten haben.

Warum dieser Arzt auch Kinder unter zwölf Jahren impft

20.44 Uhr: Bislang sind Corona-Impfstoffe nur für ältere Kinder zugelassen. Ein Arzt erklärt, warum er sich über die Verordnung hinwegsetzt.

Bouffier für Einschränkungen für Ungeimpfte

19.41 Uhr: Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier hat sich dafür ausgesprochen, die Rechte von Ungeimpften einzuschränken - unter anderem bei der Lohnfortzahlung für in Quarantäne befindliche ungeimpfte Arbeitnehmer. "Klar ist: Es gibt nur eine Entschädigung, wenn es für den Betroffenen unvermeidbar war. So steht es bereits im Gesetz. Ich will das nicht überstürzen, aber dem Grundgedanken stimme ich zu", sagte der CDU-Politiker dem "Handelsblatt".

Im öffentlichen Bereich, wo der Zugang für alle nötig i