Coronavirus

„Superspreader“-Party auf Sylt? Nur ein Testergebnis positiv

Entwarnung auf Sylt: Nach einer vermeintlichen „Superspreader“-Party sind die meisten Teilnehmer negativ auf Corona getestet worden.

Coronavirus: Fachbegriffe kurz erklärt

In der Berichterstattung über Corona verwenden Experten und Politiker viele Fremdwörter und Abkürzungen. Im Video werden die häufigsten Corona-Begriffe erklärt.

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Westerland. 
  • Nach einer Party in einer Bar auf Sylt ist von den beteiligten Gästen nur eine Person positiv auf das Coronavirus getestet worden
  • Der Landkreis Nordfriesland hatte ein „Superspreader-Event“ befürchtet, weil sich unter den Gästen ein infizierter Mann aufgehalten hatte
  • Das Gesundheitsamt startete einen Aufruf, um alle Gäste zu finden und testen zu lassen
  • Gegen den Wirt der Bar ist ein Bußgeldverfahren eröffnet worden, da seine Kontaktlisten fehlerhaft waren

Nach einer Feier in einer Bar auf Sylt ist nur einer von 108 beteiligten Gästen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das gab der Landkreis Nordfriesland bekannt.

Die Behörden hatten aufgrund der Feier ein „Superspreader-Event“ befürchtet, weil sich unter den Gästen ein Covid-19-Erkrankter befunden hatte. Ihm war zum Zeitpunkt der Feier seine Corona-Infektion noch nicht bekannt.

Corona-Infizierter besucht auf Sylt beliebtes Lokal

Der Mann hatte nach einem positiven Corona-Test beim Gesundheitsamt Auskunft über seine privaten und beruflichen Kontakte der zurückliegenden Tage gegeben. Mitarbeiter des Amts konnten jene Kontakte informieren. Der Infizierte hatte aber auch von einem Besuch des Lokals „American Bistro“ vor seinem positiven Corona-Test am 4. Oktober berichtet.

In der Bar seien „die bekannten AHA-Regeln seiner Erinnerung nach kaum beachtet wurden“, hieß es vom Kreis weiter. „Diese Party könnte ein Superspreader-Ereignis werden“, sagte die Leiterin des Fachbereichs Sicherheit, Gesundheit und Veterinärwesen der Kreisverwaltung Nordfriesland, Nina Rahder.

Das Amt hatte daraufhin alle Personen, die sich in jener Nacht ab 23.30 Uhr in dem Lokal aufgehalten haben, gebeten, sich zu melden.

Daraufhin seien rund 200 Anrufe eingegangen, außerdem 50 Mails, teilte ein Sprecher der Kreisverwaltung mit. Er sprach von einer sehr guten Resonanz des Aufrufs.

Wie der Kreis mitteilte, sei in diesem speziellen Fall auf ein Bußgeld wegen falscher Kontaktdaten verzichtet worden: „Uns ist es jetzt nur wichtig, die Ausbreitung des Virus zu stoppen“, hieß es von Rahder.

Corona-Tests der Gäste: Zwei Teams im Einsatz

Ein Großteil der Party-Gäste stellte sich als Sylter heraus, sagte eine Sprecherin des Kreises Nordfriesland. Über 80 Personen wurden einen Tag nach dem Aufruf direkt getestet. „Das läuft alles reibungslos“, sagte die Sprecherin. Lediglich drei Kontaktpersonen seien nicht erschienen.

Auf der Nordsee-Insel waren zwei Test-Teams im Einsatz, eins vom nordfriesischen Gesundheitsamt und eins von der Kassenärztlichen Vereinigung.

Corona in Bar in Westerland – Kontaktlisten fehlerhaft

Auf Facebook äußerte sich auch der Betreiber der Bar zu dem Fall. „Leider mussten wir erfahren, dass nicht alle Telefonnummern der Gästedaten vollständig sind“, schrieb dieser in einem kurzen Statement. Weiter hieß es, man habe sich entschlossen, das Bistro bis zur Klärung der Kontaktkette nicht zu öffnen.

Das Gesundheitsamt hatte keine Schließung des Lokals angeordnet. Gegen den Wirt sei mittlerweile aber ein Bußgeldverfahren eingeleitet worden, teilte die Kreisverwaltung mit. Mehrere Verstöße stünden zur Debatte, unter anderem eine mangelhafte Erfassung von Kontaktdaten und die Nicht-Einhaltung von Regeln für Gaststätten.

Es gebe Hinweise, dass möglicherweise auch technische Probleme der vom Gastwirt genutzten QR-Code-Lösung nicht unerheblich für die unvollständigen Gästekontaktlisten verantwortlich gewesen sein könnten. Der Betreiber sei in der Pflicht, das Funktionieren seiner Erfassungslösung von Kontaktdaten sicherzustellen

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