Corona-Newsblog

RKI warnt – Vor allem Reiserückkehrer bringen Corona mit

| Lesedauer: 65 Minuten

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Der Anteil der Reiserückkehrer, die sich im Ausland mit dem Coronavirus angesteckt haben, steigt an. Die Entwicklungen im Newsblog.

Berlin. Die wichtigsten Nachrichten im Newsblog zur Corona-Krise:

  • Laut Angaben des RKI haben sich über 40 Prozent in Deutschland positiv auf das Coronavirus getesteten Menschen wahrscheinlich im Ausland angesteckt
  • Im südfranzösischen Verwaltungsbezirk Bouches-du-Rhône wurden die Corona-Maßnahmen verschärft. Für Marseille wurde eine Maskenpflicht eingeführt
  • Die Linken-Chefin wirbt für eine bundesweite Zulassung von Corona-Schnelltests
  • In Spanien steigen die Corona-Zahlen: Auch für die Kanaren könnte eine Reisewarnung verhängt werden
  • In Deutschland gibt es unseren Recherchen zufolge mehr als 237.000 registrierte Corona-Infektionen und mehr als 9290 Todesfälle
  • Weltweit wurden mehr als 23,5 Millionen Corona-Infektionen registriert, über 819.000 Menschen starben an der Lungenerkrankung Covid-19
  • Hinweis: Wir haben diesen News-Ticker geschlossen. Alle weiteren Nachrichten zur Corona-Pandemie finden Sie in unserem neuen Corona-Newsticker, den Link dazu finden Sie weiter unten.

In vielen europäischen Ländern steigen die Corona-Infektionszahlen wieder an. Im südfranzösischen Verwaltungsbezirk Bouches-du-Rhône, zu dem auch Marseille gehört, wurden die Maßnahmen gegen die Pandemie wieder verschärft.

Für zwei Regionen in Frankreich gilt bereits eine Reisewarnung. Bleibt es bei der Entwicklung, könnte sie bald auf das ganze Land ausgeweitet werden. Das könnte auch den Kanaren drohen. Die Inseln waren bisher die einzige Region Spaniens, die nicht als Risikogebiet eingestuft wurden.

Laut Robert Koch-Institut steigt die Zahl der Reiserückkehrer, die sich im Urlaub mit dem Coronavirus infiziert haben, an. Zuletzt lag der Anteil der Ansteckungen im Ausland bei 42 Prozent. Allerdings ist die Aussagekraft der Zahlen unklar, da Reiserückkehrer häufiger getestet werden.

Corona-News-Ticker: Koalition einigt sich auf Verlängerung Kurzarbeitergeld

Die Koalitionsspitzen haben sich in achtstündigen Beratungen auf weitere Hilfen für Arbeitnehmer und Unternehmen verständigt, um die Folgen der Corona-Krise abzumildern. So sollen Kurzarbeiter künftig bis zu 24 Monate statt zwölf Monate Lohnersatz bekommen. Alles zum Treffen und den Ergebnissen lesen Sie hier: Koalition: Länger Kurzarbeitergeld, Laptops für Lehrer

Mittwoch, 26. August: Anti-Corona-Demo in Berlin verboten

11.49 Uhr: Die Bundesregierung hat die Reisewarnung für Touristen wegen der Corona-Pandemie für mehr als 160 Länder außerhalb der Europäischen Union um zwei Wochen bis zum 14. September verlängert. Diese und weitere Nachrichten finden Sie ab jetzt in unserem neuen Corona-News-Ticker.

11.12 Uhr: Gut eine Woche vor Schulanfang hat sich Frankreichs Premierminister gegen die kostenlose Bereitstellung von Schutzmasken für alle Schüler ausgesprochen. Masken seien generell nicht kostenlos, sagte Jean Castex am Mittwoch dem Radiosender France Inter. Es gebe zwei Fälle, in welchen der Staat die Kosten für die Schutzmasken trage.

Wer aus medizinischen Gründen besonders anfällig für das Virus sei, könne sich Masken verschreiben lassen, erklärte Castex. Außerdem würden bedürftigen Familien Schutzmasken zur Verfügung gestellt. Die französische Post habe bereits 50 Millionen Masken an neun Millionen Bedürftige verschickt.

Corona: Berlin verbietet Demo am Wochenende

10.25 Uhr: Die Berliner Versammlungsbehörde hat mehrere für das Wochenende geplante Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen verboten. Es sei damit zu rechnen, „dass es bei dem zu erwartenden Kreis der Teilnehmenden zu Verstößen gegen die geltende Infektionsschutzverordnung kommen wird“, teilte die Senatsverwaltung für Inneres zur Begründung mit.

Die Versammlungen vom 1. August hätten gezeigt, „dass die Teilnehmenden sich bewusst über bestehende Hygieneregeln und entsprechende Auflagen hinweggesetzt haben“.

Corona-Teststrategie: Jens Spahn gibt Pressekonferenz

9.36 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will sich um 10.45 Uhr zur Corona-Teststrategie äußern.

9.30 Uhr: Die große Welle an Insolvenzen infolge der Corona-Pandemie ist bislang ausgeblieben. Doch das liegt nach Ansicht von Experten vor allem am Handeln der Regierung. Für den Herbst wird eine Pleitewelle befürchtet. Was Arbeitnehmer bei einer drohenden Entlassung tun können, lesen Sie hier.

Arbeitsminister rechnet mit langer Wirtschaftskrise

9.03 Uhr: Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat die von der schwarz-roten Koalition beschlossene Verlängerung des Kurzarbeitergeldes verteidigt. „Wir haben mit der tiefsten Wirtschaftskrise unserer Generation zu tun und die wird nicht ab dem 1. Januar vorbei sein“, sagte Heil in einem Interview mit dem Deutschlandfunk.

Trotz der prognostizierten Erholung der Wirtschaft im kommenden Jahr brauche man diese „stabile Brücke“, um Arbeitsplätze zu sichern, so Heil.

Sicher sei die Finanzierung des Kurzarbeitergeldes sehr kostspielig, doch die Rückkehr von Massenarbeitslosigkeit wäre wirtschaftlich und gesellschaftlich um ein Vielfaches teurer, betonte Heil. „Wir haben im Koalitionsausschuss dafür gesorgt, dass wir das solide finanzieren.“ Ziel sei es, die Bundesagentur für Arbeit zum Ende nächsten Jahres schuldenfrei zu machen. Dafür sollen Mittel aus dem Bundeshaushalt locker gemacht werden, so der Arbeitsminister.

Heil betonte den Stellenwert der finanziellen Hilfen in der aktuellen Krisensituation. „Es ist vernünftig, dass man nicht in eine Krise hinein spart“, sagte der 47-Jährige. Weltweit werde der deutsche Ansatz zur Krisenbewältigung „eher kopiert und bewundert“.

Trotz Corona-Krise: Immobilienpreise steigen weiter

8.46 Uhr: Wohnungen und Häuser in Deutschland haben sich weiter verteuert. Im zweiten Quartal stiegen die Preise für Wohnimmobilien im Schnitt um 1,4 Prozent gemessen am ersten Jahresviertel, teilte das Statistische Bundesamt mit.

Zum Vorjahreszeitraum stand ein Plus von 5,6 Prozent. Damit bewegten sich die Zuwächse im Bereich der vorhergehenden Quartale, erklärten die Wiesbadener Statistiker. Jedoch handle es sich um eine Schnellschätzung, die mit einer gewissen Unsicherheit behaftet sei.

Gemäß der Analyse haben die immensen wirtschaftlichen Folgen der Pandemie dem Immobilienboom bislang kaum etwas anhaben könne.

Ischgl und die Folgen: Erste Muster-Klagen zeichnen sich ab

5.53 Uhr: Zur Rolle des österreichischen Touristenorts Ischgl bei der Verbreitung des Coronavirus zeichnen sich erste Muster-Prozesse ab. Er werde Ende September erste Klagen von Opfern auf Schadenersatz und Anerkennung von Folgeschäden beim Landgericht Wien einbringen, kündigte der österreichische Verbraucherschützer Peter Kolba an.

Darunter seien auch Fälle von Deutschen, die entweder durch die Erkrankung gestorben seien oder wie im Fall eines Mannes aus dem Rheinland nach langem Aufenthalt auf der Intensivstation mit Folgeschäden zu kämpfen hätten. Auch die teils chaotischen Umstände der Abreise der Touristen würden Teil des Verfahrens, so Kolba.

„In einzelnen Fällen geht es um 100.000 Euro“, sagte Kolba der Deutschen Presse-Agentur. Nach seiner Darstellung haben die Verantwortlichen zu spät und nicht umfassend genug auf den Ausbruch der Corona-Krise reagiert. Von dem für seine Après-Ski-Szene bekannten Ischgl aus sei das Virus in 45 Staaten getragen worden.

Mehr als 6000 Tirol-Urlauber, davon viele Deutsche, haben sich inzwischen bei Kolba als Geschädigte gemeldet. Rund 1000 Menschen haben sich laut dem Verein bereits dazu entschlossen, sich dem Strafverfahren als Privatbeteiligte anzuschließen.

Unterdessen trifft Ischgl Maßnahmen gegen eine abermalige Virus-Verbreitung in der Wintersaison. So sollen alle Tourismus-Mitarbeiter mit einem negativen Corona-Test anreisen oder vor Ort getestet werden. Während der Saison würden den Mitarbeitern dann laufend Testmöglichkeiten angeboten.

Auch den Gästen wird empfohlen bereits beim Check-In in den Hotels ein negatives Testergebnis vorzuweisen. Ansonsten könnten sie sich vor Ort testen lassen. Darüber hinaus soll das Abwasser auf der Suche nach dem Virus analysiert werden.

Die Seilbahnkabinen sollen laufend mittels Kaltvernebelungsgeräten desinfiziert werden. Dieselbe Methode wird auch in den Skibussen sowie in Sportshops, Skidepots, WC-Anlagen, Aufzugskabinen und den Ersten-Hilfe-Stationen täglich angewendet. Après-Ski soll es in der bisherigen Form nicht mehr geben.

Melania Trump wirbt für Wiederwahl von Donald Trump – und spricht über Corona

5.44 Uhr: Melania Trump hat auf dem Parteitag der Republikaner geredet. Zum Auftakt ging die First Lady auf die Corona-Krise ein. Seit März habe sich das Leben der Menschen in den USA „drastisch verändert“: „Der unsichtbare Feind Covid-19 ist über unser schönes Land hinweggezogen und hat uns alle getroffen“, sagte die 50-Jährige.

„Mein tiefstes Beileid geht an alle, die einen geliebten Menschen verloren haben, und meine Gebete sind bei jenen, die krank sind und leiden.“ Viele Menschen machten sich Sorgen und fühlten sich „hilflos“, sagte die First Lady. „Ich will, dass ihr wisst: Ihr seid nicht allein.“

Zugleich beteuerte sie den Einsatz ihres Mannes im Kampf gegen die Pandemie: „Donald wird nicht ruhen, ehe er nicht alles ihm Mögliche getan hat, um sich um jeden zu kümmern, der von dieser furchtbaren Pandemie getroffen wurde.“

Linken-Chefin für bundesweite Zulassung von Corona-Schnelltests

5.23 Uhr: Die Linken-Vorsitzende Katja Kipping hat die bundesweite Zulassung preiswerter Schnelltests gefordert. Die Tests zum Preis für einen Euro könnten den Anstieg der Infektionszahlen im Herbst bremsen und „soziales Leben in der kalten Jahreszeit ermöglichen“, sagte Kipping dem „Spiegel“.

Die Bundesregierung müsse deshalb die Zulassung und Produktion solcher Schnelltests vorantreiben. Die Linken-Chefin räumte ein, dass sich mit den Schnelltests zwar nicht nicht jedes Risiko vermeiden lasse, denn diese seien verglichen mit den Labortests eher unsicher. Jedoch identifizierten die Schnelltests ziemlich zuverlässig jene Menschen, die besonders ansteckend seien und deshalb besonders leicht zu sogenannten Superspreadern werden könnten.

Nötig seien aber klare Vorgaben der Bundesregierung für den Einsatz der Schnelltests, sagte Kipping. Ein positives Testergebnis müsse die Verpflichtung zur sofortigen Selbstquarantäne für 14 Tage oder bis zum Vorliegen eines negativen Labortests zur Folge haben. Ein negatives Ergebnis wiederum dürfe nicht als Nachweis für das Fehlen einer Infektion gewertet werden.

IG BAU droht erneut mit Arbeitskampf

4.50 Uhr: Vor der an diesem Mittwoch beginnenden Schlichtung im Tarifkonflikt des Baugewerbes hat Gewerkschaftschef Robert Feiger erneut mit einem Arbeitskampf gedroht. In den Corona-Zeiten und damit ohne die Möglichkeit von Massendemonstrationen sei die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) zu „Formen des kreativen Arbeitskampfes“ bereit, welche die Unternehmen „natürlich wirtschaftlich spüren werden“, sagte der Vorsitzende unserer Redaktion. Mehr dazu hier: Mitten in der Corona-Krise: Warum auf dem Bau Streiks drohen

Verschärfte Corona-Maßnahmen in französischem Gebiet Bouches-du-Rhône

4.19 Uhr: Angesichts des starken Corona-Anstiegs sind im südfranzösischen Verwaltungsbezirk Bouches-du-Rhône die Maßnahmen verschärft worden. Die regionalen Behörden beschlossen eine Maskenpflicht in ganz Marseille, das in dem Département liegt.

Auch müssen im gesamten Gebiet von Bouches-du-Rhône, zu dem auch die Städte Aix-en-Provence und Arles gehören, die Bars und Restaurants um 23 Uhr schließen.

Neben der französischen Hauptstadt, Marseille, Aix-en-Provence und Arles wurden damit auch andere beliebte Reiseziele wie Nizza und Cannes zu Risikogebieten erklärt.

Die französische Regierung nahm am Dienstag zweitägige Beratungen über Maßnahmen gegen die steigenden Infektionszahlen auf. Bereits beschlossen sind eine Maskenpflicht für die meisten Schüler mit Schulbeginn am 1. September.

Sohn von brasilianischem Präsidenten mit Coronavirus angesteckt

1.14 Uhr: Der älteste Sohn des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro hat sich mit dem Coronavirus angesteckt. Wie das Büro von Flávio Bolsonaro mitteilte, wurde dieser positiv auf das Virus getestet. Er zeige jedoch keine Symptome und fühle sich „gut“.

Flávio Bolsonaro sitzt für die Partei seines Vaters im Senat in Brasília. Der 39-Jährige ist bereits das vierte Familienmitglied, das sich nachweislich mit dem neuartigen Virus infiziert hat. Auch der Präsident steckte sich mit dem Erreger an und verbrachte deswegen im Juli drei Wochen in Quarantäne.

Nach Angaben seines Büros hat sich Flávio Bolsonaro zuhause isoliert. Der Präsidentensohn nimmt das Malaria-Medikament Chloroquin ein, wie er selber mitteilte. Das Mittel wird von seinem Vater wie auch von US-Präsident Donald Trump beworben.

Viele Experten wie auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sehen jedoch keine Wirksamkeit des Mittels beim Einsatz gegen Infektionen mit dem Coronavirus.

Corona-Krise: Koalition vereinbart längeres Kurzarbeitergeld

1.01 Uhr: Die Koalition hat sich nach neunstündigem Gipfeltreffen auf wichtige Maßnahmen für Arbeitnehmer und Unternehmen in der Corona-Krise geeinigt. Kommentar dazu: Verlängerung Kurzarbeitergeld: Ein Segen für Arbeitnehmer

Dienstag, 25. August: Mehr Geld für Kinos wegen Corona-Krise

21.04 Uhr: Wegen mutmaßlicher Unregelmäßigkeiten beim Kauf von Corona-Tests ist in der Gesundheitssenator des brasilianischen Hauptstadtdistrikts Brasília, Francisco Araújo, festgenommen worden. Insgesamt wurden bei Durchsuchungen sieben Verdächtige festgenommen, wie brasilianische Medien am Dienstag berichteten. Darunter sollen auch andere Spitzenbeamte sein. Mit mehr als 115.000 Todesopfern seit Beginn der Corona-Krise gehört Brasilien weltweit zu den Ländern, die besonders hart von dem Virus betroffen sind.

Der Zeitung „Folha de S. Paulo“ zufolge gibt es Hinweise, dass für Corona-Tests von geringer Zuverlässigkeit überhöhte Rechnungen ausgestellt wurden. Der mögliche Schaden wird auf umgerechnet mindestens zehn Millionen Euro geschätzt. Bereits Anfang Juli hatte es in Brasília Durchsuchungen gegeben. Auch in anderen lateinamerikanischen Ländern wie Bolivien soll es Unregelmäßigkeiten bei der Beschaffung von Medikamenten und medizinischem Gerät gegeben haben.

Hollywood-Star Antonio Banderas hat Corona-Infektion überstanden

19.15 Uhr: Der spanische Hollywood-Star Antonio Banderas hat nach eigenen Angaben eine Corona-Infektion überstanden. „Nach 21 Tagen einer disziplinierten Isolation kann ich jetzt sagen, dass ich die Covid-19-Ansteckung überstanden habe. Ich bin gesund“, teilte Banderas (60) am Dienstag auf Twitter mit. Der Schauspieler („Die Maske des Zorro“) betonte, seine Gedanken seien bei all jenen, die es nicht geschafft haben (die Krankheit zu überstehen) und die eine noch schlechtere Zeit als er gehabt hätten. Er sprach allen Kranken, „die noch mitten im Kampf sind“, Mut zu.

Banderas hatte seine Infektion vor zweieinhalb Wochen, ausgerechnet an seinem 60. Geburtstag am 10. August, bekanntgegeben. Er hatte damals versichert, dass er sich trotz der Krankheit „relativ gut fühle“ und dass er die Isolation nutzen werde, „um zu lesen, zu schreiben und Pläne zu machen“. Nach Medienberichten war der Ex-Ehemann von Filmkollegin Melanie Griffith in seiner Wohnung im andalusischen Málaga im Süden Spaniens in Quarantäne.

Laut RKI mehr Corona-Infektionen bei Reiserückkehrer

18.46 Uhr: Über 40 Prozent der zuletzt in Deutschland positiv auf das Coronavirus getesteten Menschen haben sich wahrscheinlich im Ausland angesteckt. Das geht aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) von Dienstagabend hervor.

Von den bekannten Corona-Neuinfektionen in Meldewoche 34, bei denen es eine Angabe zum wahrscheinlichen Infektionsland gab, lag der Anteil der Ansteckungen im Ausland bei 42 Prozent. Zum Vergleich: In der Meldewoche 33 hatten sich 39 Prozent wahrscheinlich im Ausland infiziert, in der Meldewoche 32 waren es 34 Prozent. Am häufigsten wurden - auf vier Wochen betrachtet - der Kosovo, Kroatien, die Türkei, Bosnien und Herzegowina sowie Bulgarien als wahrscheinliche Infektionsländer genannt.

Allerdings ist die Aussagekraft dieser Zahlen begrenzt. Es ist anzunehmen, dass Rückkehrer im Schnitt viel häufiger getestet werden als der Rest der Bevölkerung. Der Kosovo, die Türkei und Bosnien und Herzegowina sind als Risikogebiete gelistet, für sie gilt zunächst eine Testpflicht für Reiserückkehrer. In Kroatien und Bulgarien sind jeweils nur Teile des Landes Risikogebiete. Wie groß der Anteil der Rückkehrer an den tatsächlich, womöglich unbemerkt Infizierten in Deutschland ist, ist unklar.

Labore mit Corona-Tests ausgelastet – Neuregelungen gefordert

18.17 Uhr: Die Labore in Deutschland fordern wegen zunehmender Belastung durch Corona-Tests schnellstmögliche Neuregelungen bei Tests für Reiserückkehrer. Eine Anpassung der Teststrategie für Rückkehrer, wie in der Schaltkonferenz der Landesgesundheitsminister mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) angekündigt, sei dringend erforderlich, teilte der Verband Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM) am Dienstag mit. Es reiche nicht, das Ende der Sommerferien abzuwarten, sagte der Verbandsvorsitzende Michael Müller.

Spahn und die Gesundheitsminister hatten mehrheitlich vorgeschlagen, dass es kostenlose Corona-Tests für Urlauber künftig nicht mehr geben soll. Zudem soll die Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten nach dem Ende der Sommerreisesaison wieder abgeschafft werden. Begründet wird das unter anderem mit der zunehmenden Belastung der Labore. Es gibt noch keinen Beschluss. Aus Bayern etwa kommt Widerstand.

Nach ALM-Angaben gab es in der vergangenen Woche erneut einen „drastischen Anstieg“ bei den Tests. Es seien 17 Prozent mehr Tests durchgeführt worden als in der Vorwoche – insgesamt 889.815. Die „maximale kurzfristig verfügbare Testkapazität“ für die laufende Woche wird mit knapp 1,1 Millionen angegeben.

Bundesregierung will Unterstützung für Kinos bereitstellen

17.28 Uhr: Die Bundesregierung will mehr Geld zur Unterstützung kleiner Kinos bereitstellen. Das Zukunftsprogramm Kino soll von 17 Millionen Euro auf 22 Millionen Euro aufgestockt werden, wie Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) am Dienstag ankündigte.

Das zusätzliche Geld stammt aus dem Hilfsprogramm „Neustart Kultur“, das während der Corona-Krise angekündigt wurde. Filmtheater in kleineren Gemeinden oder mit besonderem Arthouse-Programm können seit längerem Geld aus dem Zukunftsprogramm beantragen, um zum Beispiel Technik zu erneuern oder Häuser umweltfreundlicher zu machen.

17.21 Uhr: Tagestouristen dürfen vom 4. September an wieder nach Mecklenburg-Vorpommern fahren. Das twitterte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Dienstag nach einem Treffen der Landesregierung mit Vertretern von Kommunen, Wirtschaft und Verbänden. „MV hat nach wie vor die niedrigsten Infektionszahlen, als Tourismusland Nr. 1 haben wir eine sichere Hochsaison gemeistert, Kitas Schulen sind seit über drei Wochen im sicheren Regelbetrieb“, heißt es in Schwesigs Tweet. Ab dem 4. September könnten deshalb weitere Reisen nach MV ermöglicht werden.

Bislang durften nur Touristen mit mindestens einer Übernachtung im Land und Bus-Gruppenreisende in den Nordosten kommen. Zunächst war vom 3. September die Rede gewesen.

Kommen wieder bundesweite Corona-Regeln?

17.08 Uhr: Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat sich für bundesweit vergleichbarere Regelungen in der Corona-Pandemie ausgesprochen. „Wir brauchen in grundsätzlichen Fragen mehr Einheitlichkeit“, sagte sie am Dienstag zwei Tage vor der Videokonferenz der Länderregierungschefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) der Deutschen Presse-Agentur. Das betreffe auch Bußgelder, vor allem wenn die Sachverhalte länderübergreifend seien.

„Das sorgt für mehr Klarheit in der Bevölkerung und damit auch für ein größeres Verständnis und für mehr Akzeptanz“, sagte Dreyer. Gerade mit Blick auf den Herbst sei eine „abgestimmte und effektive Teststrategie“ nötig, die die Frage nach Quarantäne für Rückkehrer aus Risikogebieten umfasse. Lesen Sie hier: Das sind die Corona-Regeln der Bundesländer

Schwere Corona-Test-Panne in Schweden

16.58 Uhr: 3700 Menschen in Schweden haben nach einem Corona-Test ein falsches Ergebnis bekommen. Wie die Gesundheitsbehörden am Dienstag mitteilten, wurden alle positiv auf das Virus getestet, obwohl sie nicht wirklich infiziert waren. Schwedens Corona-Statistik werde sich dadurch ändern.

Bei den Betroffenen handele es sich vor allem um Personen mit milden Symptomen, die selbst einen sogenannten PCR-Test angewendet hatten. Der Fehler sei in zwei Labors festgestellt worden, die die kommerziellen Schnelltests aus China analysierten. Rückblickend wurde festgestellt, dass sie nicht zwischen niedrigen Viruskonzentrationen und negativen Proben unterscheiden konnten. Die Leistungen des Tests seien einfach zu schlecht, hieß es bei der Pressekonferenz.

Nach Angaben der Gesundheitsbehörden waren am Dienstag in Schweden rund 86 900 Infizierte und 5 814 Todesfälle registriert.

Briatore liegt mit Corona im Krankenhaus

16.33 Uhr: Flavio Briatore liegt mit einer Corona-Infektion im Krankenhaus. Sein Zustand sei ernst, heißt es. Er liegt jedoch nicht auf der Intensivstation.

Das Nachtlokal des ehemaligen Formel-1-Managers im Badeort Porto Cervo auf Sardinien hatte sich nach Medienberichten zu einem Corona-Herd entwickelt. Die Zahl der positiven Coronavirus-Abstriche im Umfeld des „Billionaire“-Clubs sei auf etwa 60 Fälle gestiegen, berichteten Ansa unter Berufung auf örtliche Gesundheitsstellen.

Die Zahl könne sich noch leicht ändern, da auch ein anderer Betrieb zu der Testreihe gehöre. Die ersten Ansteckungen in dem Prominenten-Treff Briatores waren schon vor einigen Tagen bekannt geworden. Viele betroffene Mitarbeiter seien zu Hause in Isolation, hieß es.

Virologe hält erneuten Lockdown für vermeidbar

16.17 Uhr: Der Marburger Virologe Stephan Becker hält ein erneutes Herunterfahren des öffentlichen Lebens in Deutschland dank des mittlerweile gesammelten Wissens über das Coronavirus für vermeidbar. Der Lockdown im Frühjahr sei wichtig gewesen, sagte der Forscher der Deutschen Presse-Agentur. „Er hat uns gezeigt, wie man mit so einem Virus umgehen kann und dass es möglich ist, es einzudämmen.

Wir haben aber auch gelernt, dass wir das so nicht noch einmal wollen“, sagte er auch mit Blick auf die sozialen, wirtschaftlichen oder gesundheitlichen Folgen. „Dadurch, dass wir das Virus besser kennengelernt und verstanden haben, was die riskanten Situationen sind, können wir - glaube ich - einen weiteren, flächendeckenden Lockdown vermeiden.“

16.11 Uhr: Trotz der Reisewarnung für Teile Frankreichs bleibt der Deutsche Reiseverband (DRV) gelassen. „Frankreich ist nicht das Hauptziel deutscher Pauschalurlauber.

Die meisten Frankreich-Touristen organisieren sich ihren Urlaub individuell“, sagte DRV-Sprecher, Torsten Schäfer, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Dementsprechend überschaubar schätze er den Schaden bei den Reiseveranstaltern ein. „Reisewarnungen für Urlaubsregionen in Spanien oder Griechenland würden die Branche härter treffen.“

Sachsen führt Bußgeld gegen Masken-Verstöße ein