Sommerwetter

Newsblog: Deutsche kaufen mehr als 70.000 Ventilatoren

Eine Branche jubelt über die Temperaturen: Klimageräte-Hersteller haben ein tolles Jahr. Entwicklungen zum Sommer 2018 im Newsblog.

Im Test: So erfrischend ist ein Mini-Deckenventilator wirklich

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Berlin.  Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) ist die große Hitze vorerst vorbei – sommerlich warm bleibt es trotzdem. Hoch „Kevin“ bringt trockene Luft – außer dem Südosten Bayerns und Schleswig-Holstein.

Freitag, 10. August 2018

+++ 5.39 Uhr: Rekordsommer für Klimageräte-Hersteller +++

Der Hitzesommer hat in Deutschland den Verkauf von Klimageräten und Ventilatoren mächtig angekurbelt. So viele Deutsche wie wohl nie haben sich in diesem Jahr entschieden, der Hitze den Kampf anzusagen.

Die Branche rechnet mit einem Rekordverkaufsjahr. Der Fachverband Gebäude-Klima geht bundesweit von mehr als 200.000 verkauften Klimageräten aus. Damit sind Geräte gemeint, die Fachleute ins Gebäude einbauen müssen, etwa in Privathäuser, Geschäfte oder Unternehmen.

Normalerweise verkauft die Branche laut dem Verband rund 150.000 bis 160.000 solcher Klimageräte. Zusätzlich meldet der Bundesverband Technik des Einzelhandels, dass bereits im ersten Halbjahr mehr als 70.000 Ventilatoren und mobile Klimageräte im Einzelhandel verkauft wurden.

Ist der Klimawandel an der Hitzewelle schuld? Das sagen Experten
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Donnerstag, 9. August 2018

+++ 22.51 Uhr: EM-Zuschauer sollten im Olympiastadion bleiben +++

Wegen eines aufziehenden Gewitters haben die Veranstalter der Leichtathletik-Europameisterschaften in Berlin die Zuschauer am Donnerstagabend aufgerufen, zunächst im Olympiastadion zu verharren. „Bitte bleiben Sie hier, das ist der sicherste Ort für sie“, hieß es unmittelbar nach dem abschließenden 100-Meter-Hürden-Lauf der Frauen in mehreren Durchsagen.

Kurz nach 22.30 Uhr hatten fast alle Zuschauer bei nachlassendem Regen die Tribünen verlassen. Am Breitscheidplatz waren wegen einer Gewitterwarnung durch den Deutschen Wetterdienst (DWD) bereits die für Donnerstag geplanten Siegerehrungen vertagt worden.

+++ 21.12 Uhr: Unwetter stören Bahnverkehr erheblich+++

Gewitter haben in vielen Regionen Deutschlands zu Sperrungen und erheblichen Einschränkungen im Bahnverkehr geführt. „Zahlreiche Strecken im Norden Deutschlands sind derzeit gesperrt. Es kommt zu Verspätungen und Zugausfällen im Nah- wie Fernverkehr“, teilte die Bahn am Donnerstagabend mit.

Für Reisende, die ihre Fahrt nicht mehr fortsetzen konnten, stellte die Deutsche Bahn an mehreren Bahnhöfen wie Dortmund, Hamm oder Berlin Aufenthaltszüge bereit. Gesperrt waren am Abend zum Beispiel die Strecken Hamburg-Berlin, Hannover-Berlin, Hannover-Osnabrück, Hannover-Hamburg-Kiel, Hannover-Bremen-Norddeich, Osnabrück-Bremen-Hamburg, Hamburg-Stralsund sowie Dortmund-Hamm(Westfalen)–Bielefeld.

+++ 20.28 Uhr: Gewitter und Sturmböen über Deutschland +++

Eine Unwetterfront ist am Donnerstag seit dem Nachmittag von West nach Ost über das Land gezogen und hat zu Behinderungen im Bahn-, Flug- und Straßenverkehr geführt. Die von vielen ersehnten Sommergewitter wirbelten Zehntausenden Menschen die Pläne durcheinander. In vielen Regionen wurden im Laufe des Abends noch kräftige Schauer und Gewitter erwartet, zum Teil mit Sturmböen. Zum Wochenende beruhigt es sich aber wieder.

+++ 7.41 Uhr: Im Osten weiterhin über 30 Grad

Nach der Hitze der vergangenen Tage erwartet der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Donnerstag vielerorts kräftige Gewitter und Starkregen. Von Westen her ziehen die Unwetter demnach mit teils starkem Wind über Deutschland hinweg.

In Nordrhein-Westfalen müsse vom Mittag an mit schweren Sturmböen, teils auch mit orkanartigen Böen mit Geschwindigkeiten von 105 Kilometern pro Stunde gerechnet werden, teilte der DWD am Morgen mit.

Mancherorts könnten sich womöglich sogar Tornados bilden. Hinzu kommen heftiger Starkregen und Hagel. Über mehrere Stunden seien Regenmengen von bis zu 75 Liter pro Quadratmeter möglich, sagte ein Sprecher des DWD.

Der Osten bleibt hingegen noch weitgehend sonnig – mit Höchsttemperaturen von bis zu 34 Grad. Erst in der Nacht zum Freitag verlagern sich die Gewitter dann auch in den Osten und Südosten des Landes.

Mittwoch, 8. August 2018

+++ 18.33 Uhr: Ehepaar lässt einjährigen Jungen bei 35 Grad eine Stunde im Auto allein +++

Ein Ehepaar hat in Schwerin sein Baby bei etwa 35 Grad Außentemperatur im Auto zurückgelassen und ist einkaufen gegangen. Lediglich einen kleinen Fensterspalt hätten die Eltern am Dienstagmittag offen gelassen, als sie den Wagen mit dem Jungen auf dem Parkplatz eines Marktes zurückließen, teilte die Polizei am Mittwoch mit.

Ein 52-jähriger Mann, der den einjährigen Jungen in dem Auto entdeckte, drückte die Seitenscheibe so weit nach unten, bis eine 27-jährige Frau hineingreifen und von innen die Tür entriegeln konnte. Die Kleidung des Kindes, das schon eine halbe Stunde in dem stehenden Fahrzeug zugebracht hatte, sei schweißdurchnässt gewesen.

Ein Notarzt untersuchte den kleinen Jungen, dem nichts weiter passiert war. Die Eltern kamen laut Polizei erst nach etwa einer Stunde zurück. Gegen das Paar wurde ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachtes der Verletzung der Fürsorgepflicht eingeleitet.

+++ 14.33 Uhr: Wasserknappheit: Dorf im Harz hat zu wenig Wasser für Mensch und Tiere +++

Weil es monatelang kaum geregnet hat, wird in Düna am Westrand des Harz das Wasser knapp. Die Quelle, aus der sich die 110-Einwohner-Ortschaft in Eigenregie versorgt, liefere nicht mehr genügend Trinkwasser, sagte Ortsvorsteherin Silke Heyde am Mittwoch. Zuerst hatte der „Harzkurier“ darüber berichtet. „Aus den Leitungen tröpfelt es zu machen Tageszeiten nur noch“, sagte die Ortsvorsteherin. Das gelte auch für die Toilettenspülung.

Besonders schlimm sei es aber für die Tiere. Er könne seine 300 Kühe und Rinder kaum noch versorgen, sagte Milchbauer Ulrich Raulf. „Hilfe ist dringend erforderlich.“ Die niedersächsische Stadt Osterode, zu der Düna gehört, sei für die Wasserversorgung in diesem Ortsteil zwar nicht zuständig, sagte Bürgermeister Klaus Becker (parteilos). „Wir bieten aber trotzdem Unterstützung an.“ Es werde darüber nachgedacht, entweder eine Notleitung zu legen oder Frischwasser per Tankwagen in das Dorf zu schaffen.

+++ 7.10 Uhr: Gewitter sollen für Abkühlung sorgen +++

Nach langen Wochen mit extremer Sommerhitze naht die ersehnte Abkühlung. Deutschlandweit sind für diesen Mittwoch Schauer und Gewitter angesagt. Zunächst bleibt es aber mit bis zu 38 Grad im Osten noch schwül-heiß, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach berichtete. Heißester Ort Deutschlands war am Dienstag der Flughafen Köln/Bonn - dort wurden 38,3 Grad gemessen.

Am Donnerstag liegen die Höchstwerte im Westen dann voraussichtlich „nur“ bei 25 bis 30 Grad - auch wenn es sich wegen der Schwüle heißer anfühlen dürfte. Von Westen her naht eine breite Gewitterfront, die im Laufe des Nachmittags in Richtung Osten weiterzieht.

Dienstag, 7. August 2018

+++ 16.50 Uhr: Wichtige ICE-Strecke Köln-Frankfurt wegen Großbrand gesperrt +++

Direkt an der wichtigen Bahnstrecke Köln-Frankfurt haben in Siegburg die Dachstühle mehrerer Häuser Feuer gefangen. Die Polizei spricht von mehreren Verletzten, darunter auch Schwerverletzte. Die Züge auf der Strecke wurden nach Angaben der Bahn gestoppt.

Ein Böschungsbrand habe auf die Häuser übergegriffen, sagte ein Polizeisprecher. Es gebe Verletzte, Genaues wisse er noch nicht. Wie es zu dem Feuer kam, sei noch unklar.

ICEs zwischen Köln und Frankfurt würden am Rhein entlang umgeleitet und kämen bis zu 90 Minuten verspätet an, teilte die Bahn mit. Neben den Fernzügen waren zahlreiche Regionalzüge und S-Bahnen betroffen, die ganz ausfielen.

+++ 15.35 Uhr: Schrauben auf Spielplätzen können sich durch Hitze lockern +++

Die anhaltende Hitze wirkt sich auch auf Spielplätze aus. Holzelemente ziehen sich zusammen, dies führt in manchen Fällen zu lockeren Schrauben. Die Luftfeuchtigkeit, die das Holz sonst umgebe, fehle, heißt es etwa bei der nordrhein-westfälischen Stadt Aachen. Dadurch könnten sich Schrauben lösen. In Aachen seien deshalb derzeit Spielplatzkontrolleure im Einsatz, die prüfen, ob gelöste Schrauben auf Spielplätzen nachgezogen werden müssen.

+++8.45 Uhr: Nächster Hitzetag: Bis zu 39 Grad erwartet +++

Die Temperaturen in Deutschland steigen wieder extrem in die Höhe. Erst am Donnerstag sollen Gewitter Abkühlung bringen.

An diesem Dienstag werden in Deutschland wieder Temperaturen von bis zu 39 Grad erwartet. Es gibt dabei aber regionale Unterschiede: Im Norden bleibt es dabei weiterhin trocken. Im Süden – vor allem im Bergland – kann es hingegen zu teils kräftigen Gewittern mit Starkregen und Hagel kommen.

Sollte es am Dienstag noch heißer werden als angekündigt, könnte es einen neuen Rekord geben: Den bisher höchsten in Deutschland gemessenen Wert – 40,3 Grad – gab es am 5. Juli 2015 sowie am 7. August 2015 jeweils im bayerischen Kitzingen. Vergangene Woche wurden in Bernburg in Sachsen-Anhalt bereits 39,5 Grad gemessen.

Sonntag, 5. August 2018

+++ 11.58 Uhr: Weihnachtsbäume leiden unter Dürre +++

Die langanhaltende Trockenheit wird sich wohl auch auf die Weihnachtsbäume auswirken. Die Schäden würden voraussichtlich aber erst an den Bäumen für das Weihnachtsfest 2019 sichtbar, sagen Experten. Doch auch in einigen Jahren werden die Auswirkungen der Dürre noch zu spüren sein. Weil zahlreiche Jungpflanzen abgestorben sind, wird es in zehn Jahren weniger groß gewachsene Bäume geben.

Samstag, 4. August 2018

+++ 15.17 Zwei tote Mädchen aus dem Rhein geborgen +++

Zwei neun und 13 Jahre alte Mädchen sind beim Baden im Rhein ums Leben gekommen. „Wir gehen von einem tragischen Badeunfall aus“, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Die Leichen der Kinder waren am Samstag gegen Mittag und am späten Abend an verschiedenen Stellen im Rhein gefunden worden. Am Sonntagvormittag herrschte dann Gewissheit über das Schicksal der Mädchen.

Zunächst hatten Bootsfahrer bei Biebesheim am Rhein den leblosen Körper der Neunjährigen entdeckt und ihn an Land gebracht. Ein Angler fand dann einige Stunden später die Leiche des 13 Jahre alten Mädchens bei Groß-Rohrheim.

+++ 9.39 Uhr: Das Wochenende bleibt heiß +++

Das Wochenende startet mit hohen Temperaturen am Samstag. Für den Rhein-Neckar-Raum und für den Oberrhein sagt der Deutsche Wetterdienst (DWD) für Samstag bis zu 38 Grad voraus. Im Südosten des Landes werden kräftige Gewitter erwartet, ansonsten werde es „sonnig, trocken und heiß“, heißt es auf der DWD-Homepage. Am Sonntag kühlt es vor allem in der Südhälfte mit Höchsttemperaturen bis 35 Grad nur unwesentlich ab.

Sehr hoch ist am Samstag außerdem deutschlandweit die Waldbrandgefahr: Der entsprechende Index des DWD weist für viele Flächen die höchste Gefahrenstufe 5 aus - darunter mehrere Gebiete in Ostdeutschland sowie Teile Bayerns, Baden-Württembergs und Südhessen.

+++ 8.12 Uhr: Verkehrsexperten rechnen mit Dauerstau am Wochenende +++

Dieses Wochenende wird Stillstand auf vielen deutschen Autobahnen herrschen. Wie der ADAC in seiner Stauprognose schreibt, wird es eine Rückreisewelle geben, weil in einigen Bundesländern und im benachbarten Ausland die Schulferien bald enden. Dazu kommen aber Autofahrer aus Bayern und Baden-Württemberg, die erst dieses Wochenende mit dem Auto zu ihrem Urlaubsort aufbrechen. Eine Übersicht über die Stauschwerpunkte haben wir in einer interaktiven Karte dargestellt:

Freitag, 3. August 2018

+++ 22.16 Uhr: Wetterdienst erwartet Ende nächster Woche Abkühlung +++

Nach langer Gluthitze soll der Sommer nächste Woche endlich einen Gang zurücklegen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach erwartet für kommenden Donnerstag einen „signifikanten Temperaturrückgang“, wie Meteorologe Lars Kirchhübel am Freitag sagte.

Zwar heize es sich bis Mittwoch noch auf bis zu 39 Grad auf. Danach fielen die Temperaturen stark, in Deutschland würden dann 20 bis 30 Grad herrschen, wobei 30 Grad nur punktuell erreicht werde.

+++ 15.38 Uhr: Feuerwehr befreit drei Hunde aus überhitztem Auto +++

Die Feuerwehr hat in Wiesbaden drei Hunde aus einem in der Sonne abgestellten Auto befreit. Der Innenraum des Wagens hatte sich bereits so stark erhitzt, dass die Tiere völlig erschöpft waren. Die Helfer schlugen zwei Scheiben des Autos ein und gaben den Labrador-Mischlingen erst einmal Wasser, wie die Feuerwehr am Freitag mitteilte. Besorgte Passanten hatten die Tiere gesehen und über den Notruf die Feuerwehr alarmiert.

+++ 6.50 Uhr: Umfrage – Mehrheit genießt die Hitzewelle +++

Der ungewöhnlich warme Sommer gefällt einer Mehrheit in Deutschland trotz drückender Hitze und Dürre. 54 Prozent der 1000 Befragten gaben in einer repräsentativen Emnid-Umfrage für die Zeitung „Die Welt“ an, sich über „das tolle Wetter“ zu freuen und den Sommer zu genießen. Immerhin 44 Prozent empfinden die Hitze demnach aber als Belastung. Bei den Älteren ab 50 Jahren überwiegt die Zahl derer, die den Sommer als Belastung sehen, sogar (53 Prozent).

Als vermutete Ursache der Hitzewelle nannte eine Mehrheit (57 Prozent) den Klimawandel. Im Vergleich dazu vermuteten 41 Prozent, es sei dieses Jahr nur zufällig so heiß. Eine finanzielle Unterstützung von Landwirten, die wegen der Dürre Ernteausfälle befürchten, unterstützten in der Umfrage 82 Prozent der Teilnehmer.

Ihr eigenes Verhalten haben die meisten Befragten den Angaben zufolge bereits an die Hitze angepasst: 82 Prozent gaben an, mehr zu trinken als üblich; 61 Prozent sagten, dass sie die Sonne meiden.

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+++ 5.34 Uhr: Niedrigwasser – Schifffahrt vielerorts eingeschränkt +++

Auf Deutschlands wichtigster Wasserstraße für Güter, dem Rhein, können Schiffe zurzeit wegen der Dürre nur mit wenig Ladung fahren. Dies teilte die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt der Deutschen Presse-Agentur mit. Auch auf der Elbe und der Oder sei der Schiffverkehr infolge niedriger Pegelstände sehr eingeschränkt.

Sollten die Wasserstände weiter fallen, könne der Schiffsverkehr streckenweise zum Erliegen kommen, sagte eine Sprecherin. Auch könnten Warentransporte auf den Flüssen teurer werden. DAs gilt auch für die Schifffahrt auch auf der Donau.

So schlimm wie im Rekordsommer 2003 ist die Lage aber noch nicht. Der Rhein hat laut Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt noch rund 50 Zentimeter mehr Wasser als damals. Zudem gibt es auf einigen Flüssen kaum Einschränkungen für Schiffe. Dort, wo es Schleusen gibt, etwa im westdeutschen Kanalgebiet, sowie an Mosel, Neckar, Main, Weser oder Havel, kann der Wasserstand reguliert werden.

Sommerhitze: Sechs Experten-Tipps zur Abkühlung
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Donnerstag, 2. August 2018

+++ 15.38 Uhr: Brennender Mittelstreifen auf A1 beschäftigt Feuerwehren +++

Ein Brand auf der Autobahn 1 am Maschener Kreuz hat am Donnerstag Feuerwehren aus Hamburg und Niedersachsen beschäftigt. Auf etwa 200 Metern Länge brannte der Mittelstreifen, wie die Feuerwehr Hamburg mitteilte. Wie das Feuer ausgelöst wurde sei nicht klar, doch die Vegetation sei so trocken, dass es eine weggeworfene Zigarette gewesen sein könne, hieß es von der Feuerwehr. An dem Einsatz seien mehrere freiwillige Wehren aus der Hansestadt und Niedersachsen sowie die Berufsfeuerwehr Harburg beteiligt gewesen.

+++ 12.58 Uhr: Ostsee-Badetemperaturen fast so hoch wie am Mittelmeer +++

Dank des Ausnahme-Sommers ist das Wasser in der Ostsee fast so warm wie an Mittelmeerstränden. Zwischen der Lübecker Bucht und der dänischen Grenze pendeln die Temperaturen an der Oberfläche aktuell zwischen 23 und 25 Grad, wie aus den Prognosen des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie vom Donnerstag in Hamburg hervorgeht. Zum Vergleich: An der französischen Côte d’Azur werden im Wasser zurzeit rund 27 Grad gemessen.

Schwimmer in der Lübecker Bucht können sich nahe der Urlauberhochburg Timmendorfer Strand über Wassertemperaturen von 24 bis 25 Grad freuen. Die Insel Fehmarn liegt mit 23 bis 24 Grad nahezu gleichauf. An der Kieler Förde sind es 24 Grad, ebenso in Eckernförde. In der Flensburger Förde soll die Wassertemperatur am Ostseebad sogar 25 bis 26 Grad erreichen.

Baden an der schleswig-holsteinische Nordseeküste ist etwas erfrischender: Vor den Inseln Sylt werden 22 bis 23 Grad bei Hörnum sowie vor Amrum 22 Grad angesetzt. Die Wassertemperatur vor Büsum und Friedrichskoog beträgt 22 bis 24 Grad.

+++ 6.59 Uhr: Niedrigwasser der Elbe legt Weltkriegsmunition frei +++

Am Ufer der Elbe tauchen wegen des extrem niedrigen Wasserstandes derzeit vermehrt Munitionsreste aus dem Zweiten Weltkrieg auf. In Sachsen-Anhalt wurden nach Angaben des Technischen Polizeiamtes (TPA) allein in der vergangenen Woche an fünf Stellen Granaten, Minen oder andere Sprengkörper gefunden. In diesem Jahr waren es demnach bislang 21 Funde. Auch in Sachsen gab es etwas mehr solcher Munitionsfunde, wie das Polizeiverwaltungsamt mitteilte.

Meist entdeckten Spaziergänger Munition in Bereichen, wo gewöhnlich Wasser steht, sagte Sachsen-Anhalts TPA-Sprecherin Grit Merker. Es gebe aber auch Menschen, die den niedrigen Wasserstand nutzten, um in der Elbe gezielt nach alten Sprengkörpern zu suchen. „Das ist verboten und gefährlich.“ Solche Funde sollten auf keinen Fall angefasst werden. Es sei besser, sofort die Behörden zu informieren.

Auch nach Jahrzehnten im Wasser kann die Munition noch gefährlich sein. Sedimente könnten sich auf den Sprengkörpern ablagern und eine Kruste bilden, die das gefährliche Innere verbirgt, sagte Merker. Oftmals sei die Metallhülle darunter bereits durchgerostet. Entdeckt wurden nach Angaben des TPA unter anderem Panzer-, Gewehr- und Handgranaten sowie Munitionsteile von Infanterie. Vielfach seien am Ende des Zweiten Weltkriegs in dem Fluss Munitionsreste entsorgt worden.

+++ 4.30 Uhr: Bahn: Klimaanlagen in Zügen trotz Hitze zuverlässig +++

Trotz der wochenlange Hitzewelle fallen die Klimaanlagen in den Fernzügen zwar etwas häufiger, aber insgesamt relativ selten aus. „Weit über 90 Prozent aller Klimaanlagen“ in ICE und IC-Zügen funktionierten, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn auf Anfrage in Berlin. Bei bundesweit rund 3500 klimatisierten Wagen bedeute dies an heißen Tagen den Ausfall der Kühlsysteme in mehr als 100 Wagen.

Jeder Wagen hat nach Angaben der Bahn seine eigene Klimaanlage. Meistens versage in einem Zug lediglich eine Anlage wegen Überlastung den Dienst. Die Fahrgäste könnten sich dann in andere Wagen setzen, sofern es genug freie Plätze gebe, erläuterte der Sprecher. Dass ein Zug aus dem Verkehr genommen werden müsse, weil die Luft im ganzen Zug nicht mehr ausreichend gekühlt werden könne, sei die Ausnahme. Bei den neuen Zügen (Intercity 2, ICE 3 Velaro und ICE 4) liege die Ausfallquote der Klimageräte bei einem Prozent.

Sowohl die intensive Vorbereitung der Technik als auch der Einsatz der Bahnmitarbeiter hätten sich bislang ausgezahlt. Seit zwei Wochen lässt die Bahn die Klimaanlagen auch dann eingeschaltet, wenn die Züge, etwa nachts, abgestellt sind. So werde verhindert, dass sich die Wagen aufheizen, sagte der Bahnsprecher.

Mittwoch, 1. August 2018

+++ 17.15 Uhr: Hitze lässt die Fahrbahn platzen +++

Wegen der Gluthitze ist auf der Autobahn 9 bei Leipzig die Fahrbahn aufgeplatzt. Der Schaden entstand zwischen Bad Dürrenberg und Leipzig-West. Mehrere Fahrstreifen wurden gesperrt und der Schaden mit teurem Schnellbeton repariert. Am späten Nachmittag sei die Strecke wieder freigegeben worden, sagte ein Sprecher.

Ebenfalls wegen Hitzeschäden musste die Polizei am Mittwoch zwei Autobahnabschnitte in Berlin sperren. Dort hatte sich die Fahrbahn gefährlich aufgewölbt. Die Schäden sollen bis Donnerstagmorgen um 5 Uhr repariert sein. Betroffen sind die Stadtautobahn A100 in Höhe Messedamm Süd sowie der Autobahnzubringer der A115 zur A100.

Durch die Hitze hatte sich der Asphalt an den gesperrten Stellen so stark verformt, dass sich die Fahrbahn zwischen zwei Spuren bis zu zehn Zentimeter hoch aufwölbte. Die Unebenheiten werden nun abgefräst.

+++ 13.58 Uhr: Supermarkt lädt ins Kühlhaus ein +++

Ein Supermarkt im hessischen Friedberg hat gegen die Hitze ein paar Minuten Erfrischung im Angebot. Wer mag, kann einige Euro zahlen und sich bei fünf bis acht Grad ins Kühlhaus setzen. „Es ist als Gag gedacht, aber wenn jemand wirklich will, kann er kommen“, sagte Lars Koch, Inhaber des Edeka-Marktes. Bislang hätten sich etwa 20 Kunden die Erfrischung gegönnt.

Auf die Idee kam Koch nach eigenen Angaben vergangene Woche, nachdem hitzegeplagte Kunden augenzwinkernd zu ihm gesagt hatten, sie würden gerne mal ins Kühlhaus. Über die Aktion hatte zuvor „Spiegel Online“ berichtet.

+++ 10.39 Uhr: ARD sendet 45-Minuten-Sondersendung zur Hitze +++

Die ARD ändert am Mittwochabend wegen der Hitzewelle ihr Programm. Ab 20.15 Uhr läuft im Ersten die 45-Minuten-Sondersendung „Sommer extrem – Volle Strände und vertrocknete Felder“. In der Sendung geht es um die Hitzewelle und Dürre, die Deutschland so seit Jahren nicht erlebt hat, und die Folgen für Menschen und Umwelt – vom Urlauberboom an Nord- und Ostsee bis zu Ernteausfällen bei Bauern und der Brandgefahr in deutschen Wäldern.

+++ 6.32 Uhr: August startet nach Hitzerekord auch wieder heiß +++

Nach dem bisher heißesten Tag dieses Sommers geht das große Schwitzen auch im August weiter. Das aktuelle Supersommer-Tief „Juli“ bringt weiter subtropische Luft von Süd- und Südwesteuropa nach Mitteleuropa. Am Mittwoch soll es laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) bis zu 37 Grad heiß werden. Allerdings beginne der neue Monat in einigen Regionen eher turbulent: Von Südwesten bis nach Nordosten werde ein Gewitterstreifen über Deutschland erwartet. Dabei könnten örtlich Starkregen, Hagel und Sturmböen auftreten.

Schon in der Nacht zum Mittwoch kam es vor allem in Sachsen, Sachsen-Anhalt und im Norden Brandenburgs zu Gewittern mit Starkregen. Dennoch fielen die Temperaturen vielerorts nicht unter 25 Grad. „Wir haben eine sehr heiße Nacht“, sagte ein DWD-Meteorologin am frühen Morgen. Besonders warm war es etwa in Jeßnitz nördlich von Leipzig mit 28,5 Grad

Dienstag, 31. Juli 2018

+++ 20.37 Uhr: 39,5 Grad - Hitzerekord des Sommers geknackt +++

Deutschland hat am Dienstag den bisher heißesten Tag dieses Sommers erlebt. Die größte Hitze herrschte in Bernburg in Sachsen-Anhalt, wo 39,5 Grad gemessen wurden. Das sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach. Das sei zugleich der höchste Wert, der seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Sachsen-Anhalt gemessen worden sei. Die absolute Rekordmarke aus dem Jahr 2015 mit mehr als 40 Grad wurde aber nicht erreicht.

+++ 12.58 Uhr: Rekord-Sommer geht im August weiter

Kommt im August die Abkühlung? Wohl eher nicht. Vorerst ist kein Ende der sommerlicher Hitze und Freibadtemperaturen in Sicht.

Allerdings, so kündigt es der Deutsche Wetterdienst (DWD) an, startet der neue Monat am Mittwoch in einigen Regionen eher turbulent. Von Südwesten bis nach Nordosten werde ein Gewitterstreifen über Deutschland erwartet. Dabei können auch örtlich Starkregen, Hagel und Sturmböen auftreten.

Heiß bleibt es bei Höchsttemperaturen von 32 bis 39 Grad aber auf jeden Fall. Nur im Nordwesten und auf den Nordseeinseln ist es nicht nur gewitterfrei, sondern mit 23 bis 32 Grad ein wenig kühler.

+++ 11.26 Uhr: Hitze lässt uns langsamer denken +++

Wir haben es schon immer geahnt, jetzt haben es Forscher bestätigt: Hohe Temperaturen im Schlafzimmer vermindern das Denkvermögen. Das geht aus einer US-Studie hervor, die nun im Journal „Plos Medicine“ veröffentlicht wurde.

Wissenschaftler der Harvard Chan School hatten die morgendliche Reaktionsschnelligkeit von Studenten während einer Hitzewelle in Boston untersucht. Zwölf Tage lang wurden die kognitiven Leistungen von 44 Studenten vor, während und nach einer Hitzewelle überprüft.

Etwa die Hälfte der Studenten lebten in einem Studentenwohnheim mit Klimaanlage bei einer durchschnittlichen Temperatur von 21,4 Grad. Der Rest wohnte in einem Gebäude ohne Kühlung. Durchschnittstemperatur dort: 26,3 Grad. Die Studenten mussten jeden Morgen gleich nach dem Aufwachen auf ihren Smartphones zwei kurze Tests machen: Die Farbe von Wörtern schnell und richtig erkennen und einfache Rechenaufgaben lösen.

Ergebnis: Während der fünftägigen Hitzewelle, die auf fünf Tage sommerliche Normaltemperaturen gefolgt war, stieg die Reaktionszeit der Studenten ohne Klimaanlage deutlich an: Für ihre Antworten in einem Wörtertest brauchten sie gut 13 Prozent länger als ihre Studienkollegen, die kühlere Nächte hinter sich hatten. Um einen ähnlichen Prozentsatz sanken ihre bei einem Rechentest erzielten Punkte.

Neben den Temperaturen berücksichtigten die Forscher während der zwölf Tage auch die Lärm- und Feuchtigkeitsbelastung in den Räumen sowie die Schlaf-, Trink- und Aktivitätsmuster der Studenten.

Um während Hitzewellen leistungsfähig zu bleiben, empfehlen Experten: Ausreichend trinken, auf schwere Mahlzeiten verzichten und die Arbeitsphasen, wenn irgendmöglich, in die kühleren Stunden des Tages legen.

+++ 9.02 Uhr: Dienstag könnte der heißeste Tag des Jahres werden +++

Mit fast 40 Grad könnte es am Dienstag in Deutschland so heiß werden wie noch nie in diesem Jahr. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartet über 35 Grad von Mecklenburg-Vorpommern bis in den Südwesten. „Regional wird das sicherlich der heißeste Tag des Jahres“, sagte eine DWD-Meteorologin am Morgen. „In der Mitte und im Osten Deutschlands können es sogar bis zu 39 Grad werden.“ Damit wäre dieser 31. Juli der heißeste Tag 2018. Bisher lag der Rekord laut DWD bei 38,0 Grad, aufgestellt am 26. Juli in Duisburg-Baerl.

Das aktuelle Supersommer-Tief trägt passenderweise den Namen „Juli“. Es bringt zum Monatsende von Süd- und Südwesteuropa heiße subtropische Luft nach Mitteleuropa. Mindestens bis zum Ende der Woche bleibt es warm, aber die lähmende Hitzewelle ist am Mittwoch vielerorts vorbei. Die Temperaturen sinken dann „in den Bereich eines Normal-Sommers“, wie Meteorologe Martin Jonas sagte. Schon am Dienstag kann es im Westen und Nordwesten teils kräftige, räumlich begrenzte Gewitter mit Unwetterpotenzial geben.

Die höchste jemals in Deutschland gemessene Temperatur seit Beginn der flächendeckenden Wetteraufzeichnungen 1881 liegt laut DWD bei 40,3 Grad. Dieser Wert wurde am 5. Juli und am 7. August 2015 im fränkischen Kitzingen gemessen. Die Stadt am Main mit etwa 21.000 Einwohnern hält den Rekord als heißeste Stadt Deutschlands.

+++ 7.15 Uhr: Hitze bedroht junge Bäume +++

Wegen der anhaltenden Hitze werden nach Angaben der Forstwirte wohl viele neu gepflanzte Bäume sterben. „Es droht ein Totalausfall der neuen Generation“, sagte der Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrats (DFWR), Georg Schirmbeck, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

„Die Hitzewelle macht die Pflanzarbeit von mehreren Jahren zunichte“, warnte er. „Anders als bei ausgewachsenen Bäumen reichen bei jungen bereits ein paar Monate Trockenheit, um sie absterben zu lassen.“

Nach Angaben des Verbandes werden in Deutschland jährlich 500 Millionen junge Bäume gepflanzt. Schon jetzt könnten kleine Waldbesitzer ihren Wald nur selten kostendeckend pflegen. Der DFWR-Präsident forderte daher, diese Forstwirte künftig mit öffentlichem Geld direkt zu fördern.

+++ 5.55 Uhr: Jugendliche kollabieren in Reisebus auf A1 +++

Wegen einer kaputten Klimaanlage sind mehrere Jugendliche in einem Reisebus auf der Autobahn 1 kollabiert. Die Reisegruppe mit 95 Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen zehn und 16 Jahren war in der Nähe von Wildeshausen (Kreis Oldenburg) unterwegs, als die Klimaanlage des Fahrzeuges ausfiel, wie die Polizei berichtete.

Der Bus musste daraufhin auf einem Rastplatz anhalten. Nach Angaben der Polizei hatten etwa 20 Insassen aufgrund der Hitze mit Kreislaufproblemen zu kämpfen. Alarmierte Rettungskräfte behandelten sie und brachten einige von ihnen in ein Krankenhaus.

Montag, 30. Juli 2018

+++ 22.50 Uhr: Das waren die heißesten Städte +++

Deutschland schwitzt weiter – am wärmsten ist es am Montag in Sachsen-Anhalt gewesen. Der heißeste Ort sei Bernburg an der Saale mit 37,4 Grad gewesen, sagte am Abend eine Sprecherin des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach.

Dahinter folgten Kitzingen (Bayern) mit 37 Grad und Regensburg mit 36,6 Grad. Der bislang höchste gemessene Wert des Sommers 2018 liegt laut DWD bei 38 Grad in Duisburg. Am Dienstag könnte es aber noch heißer werden.

Die Temperaturen können bei 33 bis 38 Grad liegen, lokal bis 39 Grad. Der Wetterdienst erwartet außerdem im Westen und Nordwesten einzelne Gewitter. Räumlich eng begrenzt könne es auch zu Unwettern kommen.

+++ 20.24 Uhr: Deutschland steuert auf neuen Hitzerekord zu +++

Supersommer und kein Ende in Sicht. Nach wochenlanger Hitze geht es nach einer kleinen Delle zu Beginn der Woche weiter auf Temperatur-Rekordjagd. Derzeit ist ein Tief am Drücker, das passenderweise den Namen „Juli“ trägt. Es bringt Ende des Monats von Süd- und Südwesteuropa heiße subtropische Luft nach Mitteleuropa.

Der Deutsche Wetterdienstes (DWD) kündigte für den Dienstag an: „Lokal können es in Mitteldeutschland sogar bis zu 39 Grad werden!“. Wenn diese Prognose sich bewahrheitet, wird Dienstag der heißeste Tag des Jahres. Bisher war laut DWD 38,0 Grad der Rekord, aufgestellt am 26. Juli in Duisburg.

+++ 12.09 Uhr: Über Dürre-Hilfe für Bauern wird Ende August entschieden +++

Die Bundesregierung will erst ab Ende August über zusätzliche Hilfen für Bauern wegen der großen Hitze und Trockenheit entscheiden. Dann liege der vollständige Erntebericht vor, den man abwarten müsse, sagte eine Ministeriumssprecherin am Montag in Berlin.

Beim für den morgigen Dienstag geplanten Bund-Länder-Treffen auf Arbeitsebene sei nur eine „erste Bestandsaufnahme“ möglich. Man beobachte die Lage mit Sorge. Zunächst liegt die Zuständigkeit für die Unterstützung jedoch bei den Bundesländern.

Der Bauernverband warnt seit Wochen, dass die Dürre in Teilen Deutschlands die Existenz von Landwirten bedrohe, weil die Ernte von Getreide, aber auch von Gras als Tierfutter schlecht ausfällt. Verbandspräsident Joachim Rukwied hat die Summe von einer Milliarde Euro für Hilfen ins Spiel gebracht. Die ökologisch orientierte Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) will die gesamte Ernährungsbranche in die Pflicht nehmen, damit Landwirte mehr Geld für ihre Produkte erhalten.

+++ 6.27 Uhr: Bundeswehr-Ausbilder sind angehalten, auf Folgen der Hitze zu achten +++

Auch die Bundeswehr hat mit der Hitze zu kämpfen. „Alle Vorgesetzten sollten natürlich darauf achten, ihre Ausbildung den Witterungsbedingungen anzupassen“, sagte ein Sprecher des Heeres. Es sei ratsam, körperlich besonders anstrengende Aufgaben in die Morgen- und Abendstunden zu verlegen. Den Ausbildern komme dabei aber eine besondere Rolle zu. „Gerade in der Grundausbildung müssen sie rechtzeitig einschreiten – auch dann, wenn der Soldat meint, er könne noch.“ Zudem müsse jeder Soldat nicht nur auf sich selbst, sondern auch auf seine Kameraden achten.

„Einerseits müssen wir die Durchhaltefähigkeit im Einsatz auch in Ländern wie Afghanistan und Mali sicherstellen“, erklärte der Sprecher. „Andererseits achten wir natürlich auf Herausforderungen wie etwa die jetzige Hitzewelle.“ Nach einem Übungsmarsch in Munster war im Juli vergangenen Jahres ein Soldat gestorben. Die Staatsanwaltschaft Lüneburg ermittelt wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Körperverletzung.

+++ 5.13 Uhr: Weinlese beginnt so früh wie nie zuvor +++

Die Traubenlese in Deutschland beginnt in diesem Jahr schon am 6. August und damit so früh wie nie zuvor. Den Anfang macht ein Weingut in Lörzweiler (Kreis Mainz-Bingen), wie das Deutsche Weininstitut mitteilte. Einen früheren Erntetermin habe es noch nie gegeben, sagte Weininstituts-Sprecher Ernst Büscher. Die bisherige Rekordmarke hielten die Jahre 2007, 2011 und 2014 mit einem Lesebeginn jeweils am 8. August. Im vergangenen Jahr startete die Weinlese am 16. August, damals in einem Weingut in der Pfalz.

„In diesem Jahr sind wir extrem früh dran“, sagte Büscher. „Der Entwicklungsstand der Reben ist dem 30-jährigen Mittel um gut drei Wochen voraus.“ Der immer frühere Beginn sei ein Indiz für den Klimawandel. Langjährige Messungen im Rheingau zeigten, dass es seit 1988 mit den mittleren Temperaturen ständig nach oben gehe.

Die ersten Trauben der diesjährigen Lese gehen in die Federweißer-Produktion. Der frühe Start begünstige den deutschen Federweißen im Wettbewerb mit den Importen aus Italien, sagte Albrecht Ehses von der Industrie- und Handelskammer Trier.

Sonntag, 29. Juli 2018

+++ 10.05 Uhr: Pommes könnten teurer werden +++

Nach der anhaltenden Dürre könnten Pommes Frites wegen der schlechten Kartoffelernte teurer werden: Die kartoffelverarbeitende Industrie warnt vor Qualitätsproblemen und drohenden Engpässen. Mit der Trockenheit spitze sich die Lage „dramatisch“ zu, hieß es in einer Stellungnahme des Bundesverbands der obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitenden Industrie (BOGK). Schon jetzt werde mit Ernteausfällen bei Kartoffeln von bis zu 40 Prozent gerechnet, berichtete BOGK-Geschäftsführer Horst-Peter Karos. „Wenn kein Wetterumschwung kommt, ist die Missernte da“, sagte Karos.

Samstag, 28. Juli 2018

+++ 19.36 Uhr: Blitz trifft Familienfeier in Sachsen-Anhalt +++

Bei einer Familienfeier in Sachsen-Anhalt traf ein Blitz eine Scheune und verletzte zehn Menschen - unter ihnen fünf Kinder. Wie die Polizei mitteilte, spielten die Kinder am Abend in dem Gebäude, als der Blitz krachend in das Dach fuhr. Sie erlitten Verbrennungen. In einem daneben aufgebauten Zelt hielten sich fünf Gäste an Metallstangen fest, als der Blitz einschlug. Sie erlitten ebenfalls Verbrennungen und wurden von Notärzten versorgt.

+++ 18.08 Uhr: Eltern lassen Kleinkind in praller Sonne und gehen baden +++

Ein junges Elternpaar hat sein Kleinkind in Duisburg praller Sonne und Gluthitze ausgesetzt und ist in einem Badesee schwimmen gegangen. Wie die Polizei auf Anfrage mitteilte, geschah der Vorfall am Donnerstagnachmittag, dem bisher heißesten Tag des Sommers.

Demnach machten Zeugen die 19 Jahre alte Mutter und den 18 Jahre alten Vater darauf aufmerksam, dass der 13 Monate alte Junge mit hochrotem Kopf in seinem Wagen liege und schreie. Die beiden verschwanden daraufhin mit dem Sohn zu einer Bushaltestelle. Dort hätten sie den Kinderwagen mitsamt Kind in ein Gebüsch geschoben und gemeinsam den Bus nehmen wollen, schilderte ein Polizeisprecher.

Wiederum wussten Zeugen das zu verhindern und riefen die Polizei. Auch das Jugendamt wurde alarmiert, das den Jungen in Obhut nahm. Gegen die Eltern läuft eine Strafanzeige wegen Verletzung der Fürsorgepflicht.

+++ 13.44 Uhr: Auf der Elbe können wegen Niedrigwassers kaum noch Schiffe fahren +++

Auf der Elbe im Norden können wegen Niedrigwassers derzeit so gut wie keine Schiffe fahren. Vor allem im Bereich der Mittelelbe zwischen Dömitz im Südwesten Mecklenburgs und dem niedersächsischen Hitzacker lägen die Pegel derzeit niedrig, hieß es vom zuständigen Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts (WSA) Lauenburg. Güterschiffe aus Richtung Berlin und Magdeburg nehmen im Moment die alternative Route über den Mittelland- und Elbe-Seitenkanal, erklärte Tilman Treber, kommissarischer Leiter des WSA Lauenburg. Auch Sportboote könnten nur noch eingeschränkt fahren.

+++ 11.01 Uhr: Feuerwehren stellen sich auf mehr Brände durch Klimawandel ein +++

Deutsche Feuerwehren bereiten sich auf mehr Waldbrände in den kommenden Jahren vor. „Wir müssen die Zeichen des Klimawandels frühzeitig erkennen und gerüstet sein, wenn es mit den Trockenperioden so bleibt“, sagte der stellvertretende Bundesgeschäftsführer des Deutschen Feuerwehrverbandes, Rudolf Römer, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Die Einsatzkräfte dächten deshalb bereits über mehr Feuerwehr-Fahrzeuge mit größeren Wassertanks sowie den Einsatz von Löschdrohnen nach.

Freitag, 27. Juli 2018

+++ 17.04 Uhr: Nackter Radfahrer in Kiel „geblitzt“ +++

Bei der Hitze dieser Tage geht offenkundig auch bei Menschen in Norddeutschland das Temperament durch. Die „Kieler Nachrichten“ veröffentlichten am Freitag ein besonderes Blitzerfoto, das die Stadt aufgenommen habe: Es zeigt einen nackten Mann auf dem Fahrrad bei Tempo 47. Erlaubt sind an der Stelle nur 30 Kilometer je Stunde. Laut Polizei müssen sich auch Radfahrer an solche Geschwindigkeitsbegrenzungen halten.

Mit einem Verwarnungsgeld wegen zu schnellen Fahrens müsse der nackte Radler nicht rechnen, schreiben die „Kieler Nachrichten“: Die Beamten wüssten nicht, wohin sie den Strafzettel schicken sollen.

+++ 16.04 Uhr: Wochenende wird für Autofahrer hart +++

„Wer an diesem Wochenende in die Ferien starten will, hat eine schlechte Wahl getroffen“, so beginnt eine Mitteilung des ADAC zum kommenden Wochenende, 27. bis 29. Juli. Experten erwarten dann ein Verkehrs-Chaos . Zu möglichen Staus kommt die bundesweite Hitzewelle, die Mensch und Technik beim Autofahren strapaziert.

+++ 15.10 Uhr: Studie – Klimawandel erhöht Wahrscheinlichkeit für Hitzewellen +++

Der Klimawandel hat das Risiko für Hitzewellen im nördlichen Europa deutlich erhöht. Die Wahrscheinlichkeit für eine Hitzewelle hat sich demnach mehr als verdoppelt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Netzwerks World Weather Attribution, das sich mit dem Zusammenhang von Klima und Wetter beschäftigt.

Grundsätzlich ist es kaum möglich, einzelne Wetterereignisse auf den Klimawandel zurückzuführen. Allerdings lassen sich Trends erkennen. Die Klimaforscher sind sich aber einig, dass Wetterereignisse extremer und häufiger werden – das gilt nicht nur für Hitzewellen, sondern zum Beispiel auch für Starkregen.

+++ 14.15 Uhr: DLRG: 279 Menschen starben bisher bei Badeunfällen +++

Heißer Sommer, heißt mehr Badegäste und damit auch mehr Unfälle im Wasser. Wie die aktuellen Zahlen der DLRG belegen, kamen seit Beginn des Jahres 2018 bereits 279 Menschen bei Badeunfällen ums Leben.

+++ 12.35 Uhr: Situation bei Waldbrand bleibt brenzlig – lange Staus +++

Der schwere Waldbrand am Autobahndreieck Potsdam bei Fichtenwalde ist zwar unter Kontrolle – doch die Situation bleibt brenzlig. Nach Angaben von Brandenburgs Waldbrandschutzbeauftragten Raimund Engel muss auf die weitere Entwicklung aufgepasst werden. „Der Wind wird in den Morgenstunden wieder zunehmen und dann muss man sehen, wie man die Löschangriffe koordiniert“, sagte Engel am Freitag im RBB-Inforadio.

Wegen des Walbrandes müssen Autofahrer mit langen Staus rechnen. Auf den Autobahnen 9 und 10 gab es wegen des Feuers Sperrungen, auf den alternativen Strecken könnte es richtig voll werden. Der Bahnverkehr war wegen des Brandes nicht beeinträchtigt, sagte ein Sprecher des Unternehmens.

+++ 09.15 Uhr: Feuer in Brandenburg unter Kontrolle, Einsatz noch im Gange +++

Der Brand auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog in Brandenburg ist nach Angaben der Feuerwehr unter Kontrolle. Entwarnung könne aber noch nicht gegeben werden, sagte ein Sprecher der zuständigen Rettungsleitstelle. Rund 160 Hektar Fläche seien verbrannt. Zwei Löschzüge seien vor Ort, so der Sprecher. Weitere Helfer stünden bereit. Die Feuerwehr rechnete damit, dass die Flammen auch in den nächsten Tagen noch wüten werden.

+++ 8.35 Uhr: 45 Grad – Mexiko erklärt den Hitzenotstand +++

Wegen einer Hitzewelle mit Temperaturen von örtlich mehr als 45 Grad hat Mexiko für mehr als 640 Städte und Gemeinden den Notstand erklärt. Damit ermöglichte das Innenministerium den betroffenen Orten Zugang zu einem Sonderfonds, um auf hitzebedingte Notfälle zu reagieren und Dinge wie Nahrung, Unterkunft und medizinische Versorgung zu sichern. In der Stadt Mexicali im Bundesstaat Baja California starben sieben Menschen. Sechs von ihnen erlitten einen Hitzschlag, ein weiterer starb an Erschöpfung

+++ 05.12 Uhr: Meteorologen erwarten Temperaturen bis 38 Grad +++

Deutschland hat erneut eine hochsommerliche Nacht hinter sich gebracht. Die Temperaturen waren vielerorts tropisch. „In Duisburg und Mainz lag der Höchstwert bei 26 Grad, in Darmstadt bei 25 Grad“, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes am frühen Freitagmorgen.

Tagsüber klettern die Temperaturen im Westen auf bis zu 39 Grad. „Richtung Osten wird es weniger heiß, aber immer noch heiß genug“, sagte der Sprecher. Erst das Wochenende bringt etwas Abkühlung. „Aus Westen naht eine Kaltfront mit heftigen Gewittern.“ Dann sinken die Temperaturen - bevor der Sommer nächste Woche wieder anklopft. Dann kommt die Hitze zurück - auch in der Nacht.

+++ 04.32 Uhr: Feuerwehr kämpfte die ganze Nacht gegen Waldbrand +++

Bei dem schweren Waldbrand am Autobahndreieck Potsdam hat die Feuerwehr die ganze Nacht über gegen die Flammen angekämpft. Ständig wechselnde Winde hatten die Löscharbeiten erschwert.

In dem Bereich wurde außerdem Munition aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Am Freitagmorgen habe deshalb ein Sperrkreis von 1000 Metern eingerichtet werden müssen, sagte ein Pressesprecher des Potsdamer Innenministeriums. Auch die Autobahnen 9 und 10 blieben weiterhin gesperrt, wie die Polizei mitteilte. Es wurde spekuliert, ob die Munition den Brand ausgelöst haben könnte.

Die Nacht über hatten Helfer des THW Autoinsassen, die teils stundenlang im Stau steckten, versorgt. Auch die Potsdamer Innenstadt war am Abend weitgehend dicht. Die Sperrungen wurden notwendig, weil dichte Rauchschwaden eine Gefahr darstellten.

Donnerstag, 26. Juli 2018

+++ 20.13 Uhr: Hunderte Fahrgäste aus defektem Zug in Essen gerettet+++

Bei brütender Hitze sind aus einem defekten Zug nahe des Essener Hauptbahnhof Hunderte Fahrgäste in Sicherheit gebracht worden. „Rund 300 Fahrgäste mussten evakuiert werden aus dem Zug“, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Vier Erwachsene und ein Baby seien wegen Kreislaufbeschwerden von einem Notarzt behandelt worden, so die Polizei.

+++ 17.30 Uhr: Dutzende Hektar Wald unweit von Potsdam in Flammen+++

Rund 90 Hektar Kiefernwald sind in der Nähe des Autobahndreiecks Potsdam in Brandenburg in Flammen aufgegangen. Die Feuerwehr bat die rund 2800 Bewohner des Ortes Fichtenwalde, sich auf eine mögliche Evakuierung vorzubereiten. Am Abend entschieden die Einsatzkräfte, dass eine zunächst angedachte Evakuierung nicht mehr notwendig ist.

Die Polizei sperrte die Autobahn A9 von Berlin nach Leipzig – eine wichtige Route nach Süden und damit für viele Reisende in den Sommerurlaub. Autofahrer sollten die Region weiträumig umfahren, sagte ein Sprecher. Auch auf dem Berliner Ring und auf der A2 von Magdeburg nach Berlin könne es zu Behinderungen kommen. Über der Autobahn war eine große Rauchsäule zu sehen, wie ein Polizeibild aus dem Hubschrauber zeigte.

Moorbrände halten in Nordeuropa die Feuerwehren in Atem. In Dänemark breitete sich ein Feuer in der Nähe von Aalborg unterirdisch aus. Die Feuerwehr hat deshalb große Probleme, den Brand in den Griff zu bekommen. Überirdisch wurden die Flammen zwar am Donnerstag gelöscht, doch in der Erde gebe es ungewöhnlich viel Torfmoos.

Während überirdisch rund 50 Hektar abgebrannt sind, ist unklar, wie weit das Feuer unter der Erde reicht. Am Donnerstag brach die Feuerwehr die Erdoberfläche mit Traktoren auf, um Löschwasser in die Tiefe zu leiten. Normale Feuerwehrautos kommen auf dem schwierigen Terrain kaum vorwärts.

+++ 15.48 Uhr: Polizei rettet Hund aus überhitztem Auto +++

In Lübeck hat die Polizei einen Hund aus einem Auto gerettet. Das Fenster sei bei Temperaturen von über 34 Grad nur ein Schlitz weit geöffnet gewesen. Eine Zeugin bemerkte das Tier, das stark gehechelt habe, heißt es in einer Mitteilung der Polizei. Die alarmierten Polizeibeamten schlugen das Fenster des Wagens ein und retteten das Tier.

+++ 14.30 Uhr: Steinkohlekraftwerke drosseln die Leistung +++

Die Hitzewelle hat auch Folgen für die Stromproduktion in Deutschland: Erste Kraftwerke beginnen, die Leistung zu drosseln. Der Essener Kraftwerksbetreiber Steag hat die Leistung seines Steinkohlekraftwerks in Bergkamen im Ruhrgebiet heruntergefahren, wie ein Unternehmenssprecher am Donnerstag in Essen sagte. Die Außentemperaturen seien so hoch, dass die Anlage nicht mehr ausreichend gekühlt und deshalb nicht mit Volllast betrieben werden könne.

Der sinkende Wasserstand auf den Flüssen könnte auch die Belieferung von Kohlekraftwerken beeinträchtigen, da die Schiffe nicht mehr wie gewohnt beladen werden können.

+++ 13.56 Uhr: Polizei-Wasserwerfer im Einsatz gegen Hitze und Dürre +++

Die Berliner Polizei hat angesichts der Trockenheit und aktuellen Hitzewelle mit Wasserwerfern Hilfe geleistet und Grünflächen bewässert. Zwei hochmoderne Wasserwerfer verteilten am Donnerstagnachmittag am Bundeskanzleramt Wasser auf die Rasenfläche.

Polizisten wässerten zudem mit Schläuchen die Bäume. Mehrfach fuhren die Wasserwerfer, die jeweils 10.000 Liter fassen, zu Hydranten und füllten ihre Tanks. In Hamburg hatte die Polizei bereits Wasser auf Bäume und Sträucher in einem Park gesprüht.

+++ 13.30 Uhr: Ämter schließen wegen Hitze - „Raumtemperaturen von über 35 Grad“ +++

Hitzefrei auf dem Amt: Die anhaltende Hitze hat diverse Ämter und Behörden in Nordrhein-Westfalen veranlasst, angesichts der anhaltend hohen Temperaturen ihre Öffnungszeiten zu ändern. So schließen die Arbeitsagenturen und Jobcenter im Kreis Heinsberg schon um 15.00 Uhr. Eine Beratung in den nicht klimatisierten Räumen sei den Kunden bei Raumtemperaturen über 35 Grad nicht zuzumuten, teilte die Behörde mit.

Das Rathaus in Uedem am Niederrhein startet bis zum Ende der Hitzeperiode täglich etwas früher um 07.30 Uhr und hat durchgehend bis 13.00 Uhr geöffnet. Der Grund: Es gibt keine Klimaanlage, die die Raumtemperaturen am Nachmittag senken könnte. „Sie können lüften wie sie wollen, sie kriegen die 34 Grad nicht mehr aus dem Gebäude raus. Das kann ich meinen Mitarbeitern nicht zumuten“, sagte Uedems Bürgermeister Rainer Weber am Donnerstag.

In Viersen bleibt die Stadtbibliothek ebenfalls am Nachmittag geschlossen. Die Stadt Hamm beendet die Wochenmärkte während der Hitzeperiode schon um zwölf Uhr.

+++13.17 Uhr: Sommerhitze lässt Wasserverbrauch kräftig steigen +++

Die Sommerhitze lässt den Wasserverbrauch in Nordrhein-Westfalen kräftig steigen. Beim Versorger Gelsenwasser, der aus seinem Wasserwerk in Haltern rund eine Million Menschen im nördlichen Ruhrgebiet und im Münsterland mit Trinkwasser beliefert, flossen am vergangenen Dienstag 353 000 Kubikmeter Wasser durch die Röhren.

Das sei rund ein Drittel mehr als im Durchschnitt, sagte eine Unternehmenssprecherin am Donnerstag. An durchschnittlichen Sommertagen liege der Pro-Kopf-Verbrauch bei rund 150 Litern, derzeit seien es bis zu 200 Liter.

+++12.03 Uhr: Bahnreisende müssen zwei Stunden auf freier Stecke ausharren +++

Wegen eines umgestürzten Baumes mussten Hunderte Reisende rund zwei Stunden in einem ICE auf freier Strecke in Niedersachsen ausharren. Die Klimaanlage fiel aus – die Türen des Zuges wurden dann geöffnet, wie ein Sprecher der Bundespolizei am Donnerstag sagte.

Einige Fahrgäste seien ausgestiegen. Der Baum war am späten Mittwochnachmittag zwischen Verden und Rotenburg/Wümme während eines Unwetters auf die Oberleitung gestürzt.

Nach Angaben des Bundespolizei-Sprechers seien die Reisenden sehr schnell mit Getränken versorgt worden. Von gesundheitlichen Beeinträchtigungen sei nichts bekannt. Nach zwei Stunden wurde der Zug mit einer Diesellok zurück nach Rotenburg gezogen.

+++ 10.49 Uhr: So wird das Wetter in den nächsten Tagen +++

Ein wenig Abkühlung versprechen die Küstenregionen an der Ostsee. Dort soll es knapp unter 30 Grad warm werden.

Und in den kommenden Tagen soll es heiß bleiben. Es könne zwar vereinzelte Gewitter geben, die sorgten aber kaum für Abkühlung, hieß es beim DWD. Erst am Wochenende könnten die Temperaturen etwas sinken und am Sonntag womöglich unter die 30-Grad-Marke fallen. Zu Beginn der neuen Woche erwarten die Meteorologen dann schon wieder einen neuen Temperatur-Anstieg.

+++ 10.02 Uhr: Das sind die größten Hitze-Irrtümer +++

Mittags ist es am heißesten, Zugluft führt zu Erkältungen: Es kursieren viele Tipps zum Wetter und Umgang mit Hitze. Hinter vielen verbergen sich allerdings Irrtümer, wie Sie hier nachlesen können .

+++ 8.00 Uhr: 330 Fans bei Ed-Sheeran-Konzert mit Kreislaufproblemen behandelt +++

Die große Hitze hat vielen der 80.000 Besuchern des Konzerts von Superstar Ed Sheeran (27, „Perfect“) in Hamburg zu schaffen gemacht. Rund 330 Musikfans wurden bei schwülem Wetter mit Kreislaufproblemen behandelt, wie ein Sprecher der Hamburger Feuerwehr am Donnerstag sagte. Zwölf Konzertbesucher seien vorsorglich ins Krankenhaus gebracht worden.

Wegen der hohen Temperaturen auf der Bahrenfelder Trabrennbahn hatte die Feuerwehr Besuchern schon vor dem Konzert dazu geraten, viel zu trinken und Hüte aufzusetzen. Die Tipps hätten gewirkt, sagte ein Sprecher. Im Vergleich zu anderen Großveranstaltungen hätten bei dem Konzert nur wenige Menschen behandelt werden müssen. Am Mittwoch waren in Hamburg bis zu 34 Grad registriert worden.

+++ 7.20 Uhr: Eis für Zootiere, Kuh-Kühlung per Dusche +++

Dusche unterm Wasserschlauch und eine extra Portion Eis: Bei Temperaturen weit über 30 Grad freuen sich auch Zootiere über eine Abkühlung. Der Magdeburger Zoo etwa stellte in vielen Gehegen Rasensprenger, die von den Tieren gern genutzt werden, wie eine Sprecherin sagte. Tierpfleger verpassen ihren Schützlingen regelmäßig eine kalte Dusche, für Tiger Stormi gab es zwei in einem Eisblock gefrorene Putenkeulen. Selbst Tiere aus Afrika, die Hitze gewohnt sind, ziehen sich den Angaben zufolge in den Schatten zurück.

Auch die Pfleger im Zoo Osnabrück und im Allwetterzoo Münster spendieren ihren Tieren kalte Duschen und Eisbomben.

Ebenso leiden Tiere in der Landwirtschaft – und ihre Leistungsfähigkeit sinkt. Darauf müssen Bauern Rücksicht nehmen. Bei Kühen geht die Milchleistung zurück. Sie suchen sich schattige Plätze und kühlen Grund. In vielen Fällen kommen sie tagsüber in den Stall und nachts auf die Weide. Manche Landwirte nutzen Sprinkleranlagen, die als Kuhdusche fungieren.

In den Schweine- und Geflügelställen setzen die Landwirte ebenfalls auf eine Sprühkühlung der Stallgebäude. Auch die Lüftungsanlagen sind auf höchste Stufe gestellt.

Mittwoch, 25. Juli 2018

+++ 15 Uhr: Polizei gießt die Blumen in Hamburg +++Wasser für Blumen statt für Randalierer: Mit zwei Wasserwerfern der Polizei sind im Hamburger Statdpark die Pflanzen gegossen worden. Die beiden Fahrzeuge mit ihren jeweils 10 000 Liter großen Tanks wurden am Mittwoch eingesetzt.

„Das Wasser in den Tanks muss regelmäßig ausgetauscht werden und das war jetzt wieder fällig. Das macht doch Sinn, das kostbare Trinkwasser sinnvoll und zugunsten der Umwelt einzusetzen“, sagte Polizeisprecherin Heike Uhde zu der Aktion. Am Mittag herrschte in Hamburg mit Temperaturen um die 33 Grad tropische Hitze

+++ 14.16 Uhr: Tierschutzbund: Auch Haustiere vor Hitze schützen +++

Der Deutsche Tierschutzbund macht angesichts der hohen Temperaturen darauf aufmerksam, dass auch Haustiere Schutz vor der großen Sommerhitze brauchen.

• Hundehalter sollten möglichst in den kühleren Morgen- und Abendstunden mit ihren Vierbeinern Gassi gehen, empfahl die Organisation am Mittwoch in Bonn.

• Wichtig für alle Tiere seien ausreichend Wasser und Schattenplätze

• Auf keinen Fall dürften Hunde oder andere Tiere alleine im Auto gelassen werden, warnten die Tierschützer. Selbst bei bewölktem Wetter und bei geöffnetem Fenster könne die Temperatur schnell auf 50 Grad oder mehr ansteigen und das Fahrzeug zur tödlichen Falle werden.

+++ 13.56 Uhr: Heiße Sommer werden wegen Klimawandel zur Normalität +++

Die zeitlichen Abstände zwischen extrem heißen Sommern dürften nach Einschätzung des Klimaexperten Fred Hattermann in den kommenden Dekaden kürzer werden.

Ein Sommer wie in diesem Jahr und wie er zuvor im Jahr 2003 zu erleben war, dürfte in 20, 30 Jahren eigentlich eher der „Durchschnittssommer“ sein, sagte der Hydrologe am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung am Mittwoch im WDR5-„Morgenecho“.

Die Hitzewelle in diesem Sommer in Verbindung mit großer Trockenheit sei zunächst einmal einer besonderen Wetterlage geschuldet, erläuterte der Wissenschaftler. Bei der sogenannten Blockadewetterlage habe ein relativ stabiles Hoch über Nordeuropa den Einzug feuchter Luft vom Atlantik verhindert.

In Verbindung mit nun zu erwarteten Luftmassen aus dem Süden dürfte es zu noch weiter ansteigenden Temperaturen kommen. Allerdings müsse beachtet werden, dass Hitzewellen wie die aktuelle nicht grundsätzlich große Dürreperioden bedeuteten, sondern zur großen Hitze eben auch gefürchtete Starkregenfälle gehörten, wie sie unter anderem in diesem Jahr bereits in Süddeutschland auftraten, sagte Hattermann. Klimwandel schuld an Hitzewelle? Das sagen andere Wetter-Experten dazu .

+++ 13.47 Uhr: So wird das Wetter in den nächsten Tagen +++

Diese Woche wird heiß, heißer, am heißesten – aber dann ist etwas Abkühlung in Sicht. „Bis Freitag werden Spitzenwerte bis 38 Grad erwartet“, sagte Meteorologe Adrian Leyser von der Wettervorhersagezentrale des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Mittwoch.

Am heißesten wird es wohl „irgendwo im Westen zwischen Kölner Bucht und Niederrhein“. Auch sonst liegen die Höchsttemperaturen über 30 Grad. „Ein klein wenig angenehmer ist es im Süden Bayerns und bei auflandigem Wind an der See“, sagte der Meteorologe.

Auch in den Nächten ist keine Abkühlung in Sicht. Im Westen und in Ballungszentren kühlt es nie unter 20 Grad ab. Hitzegewitter mit lokalem Starkregen sind möglich, aber selten. Auch sie bringen weder ausreichenden Niederschlag noch nachhaltige Abkühlung.

Am Wochenende ändert sich die Wetterlage. Das Hoch über Nordeuropa wandert nach Russland ab und macht Platz für Ausläufer eines Tiefdruckkomplexes aus dem Norden. „Diese greifen ab Samstag auf die Westhälfte Deutschlands über und sorgen dort für zunehmende Bewölkung und häufiger Schauer und Gewitter“, sagte Leyser. Auch Starkregen und Hagel können dabei sein.

+++ 13.20 Uhr: Feuerwehr startet zu Überwachungsflügen über Waldgebiete+++Wegen der hohen Waldbrandgefahr in Niedersachsen sind Flugzeuge der Feuerwehr zu ersten Überwachungsflügen gestartet. Die beiden Maschinen hoben am Mittwoch von den Luftstützpunkten in Lüneburg und Hildesheim ab.

Die weitläufigen Waldgebiete im Nordosten und Süden des Landes sollen bei der lange anhaltenden Trockenperiode und weiter steigenden Temperaturen bis auf weiteres regelmäßig überflogen werden.

+++ 13 Uhr: In Niedersachsen war es am Dienstag am wärmsten +++

Am Dienstag war es besonders in Norddeutschland heiß. „Der absolute Höchstwert des Tages wurde mit 35,9 Grad im niedersächsischen Lingen gemessen“, sagte DWD-Meteorologe Florian Engelmann am Abend. „Das war dort der bisher wärmste Tag des Jahres.“

Das waren die Spitzenwerte vom Dienstag:

  1. . Lingen: 35,9 Grad
  2. . Barsinghausen-Hohenbostel: 35,6 Grad
  3. . Bernburg (Saale): 35,1 Grad

+++ 10.39: DWD-Meteorologe: Arbeitnehmer sollen früher Feierabend machen +++

Der DWD-Medizin-Meteorologe Andreas Matzarakis riet in einem Beitrag für die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (Mittwoch), die aktuellen Hitzewarnungen ernst zu nehmen. „Wenn Ihr Arbeitgeber Gleitzeit erlaubt, fangen Sie vielleicht schon am frühen Morgen an und gehen mittags nach Hause, um weniger heiße Stunden im Büro zu verbringen.“

+++ 7.10 Uhr: Flugbetrieb in Hannover läuft wieder +++

Am Flughafen Hannover läuft der Betrieb wieder. Nach rund neun Stunden Sperrung wegen eines Hitzeschadens startete am Morgen das erste Flugzeug. Der Flug der Linie KLM nach Amsterdam startete um 6.31 Uhr, wie eine Sprecherin des Flughafens mitteilte. Wenig später hob eine Maschine nach Antalya ab. Zuvor waren bereits mehrere Flugzeuge gelandet.

Es komme aber nach wie vor zu Ausfällen und Verspätungen, sagte die Sprecherin. „Wir rechnen damit, dass ab Mittag wieder alles planmäßig läuft.“ Zu einzelnen Verzögerungen könne es aber auch danach noch kommen.

+++ 6.10 Uhr: Tropennnächte in deutschen Städten +++

Deutschland hat eine tropische Nacht erlebt. „Es hat sich heute Nacht etwas abgekühlt. Wobei „abgekühlt“ eine kleine Übertreibung ist“, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am frühen Mittwochmorgen. In Hamburg etwa zeigte das Thermometer in der Nacht 23 Grad, im Saarland 22 Grad und in Berlin 20 Grad.

„Das ist wirklich viel, wirklich warm“, betonte der Sprecher. Dabei war der Himmel vielerorts wolkenlos und sternenklar. Tagsüber geht das Schwitzen weiter: Die Höchsttemperaturen liegen dann bei 30 bis 36 Grad. Die Waldbrandgefahr bleibt bei der Hitze unverändert hoch.

Dienstag, 24. Juli 2018

+++ 21.30 Uhr: Flughafen Hannover wegen Hitzeschäden gesperrt +++

Der Flughafen von Hannover ist am Dienstagabend wegen Hitzeschäden gesperrt worden. Die Nordbahn sei beschädigt, teilte der Airport am Abend mit. Der Flughafen bleibe bis mindestens Mittwochmorgen außer Betrieb.

+++ 14.55 Uhr: Keine Ausrüstung zur Bekämpfung von Waldbränden +++

Auf einen größeren Waldbrand ist Deutschland offenbar schlecht vorbereitet. Wie die „Rheinische Post“ berichtet, fehle Ausrüstung und Spezialisten zur Waldbrandbekämpfung. „Es ist tatsächlich so, dass die Länder und der Bund über kein einziges Löschflugzeug verfügen“, sagte Marianne Suntrup, Sprecherin des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe in Bonn.

Der Verband der Feuerwehren (VdF) in NRW kritisierte, dass es bundesweit auch an Spezialisten sowie an entsprechender Ausrüstung zur Bekämpfung von Waldbränden mangeln würde. Demnach fehle eine beträchtliche Zahl an Löschhubschraubern, um Waldbrände aus der Luft zu bekämpfen, sagte der renommierte Waldbrandexperte und Düsseldorfer Branddirektor Ulrich Cimolino vom VdF.

„In Deutschland verfügen nur die Bundeswehr, die Bundespolizei und vereinzelt die Länderpolizei (etwa Bayern) und einzelne private Anbieter über für solche Einsätze benötigte Hubschrauber“, sagte Cimolino. „Und von den rund 40 größeren Hubschraubern der Bundeswehr ist meist rund die Hälfte im Einsatz und die andere Hälfte ist entweder kaputt oder bei Wartungsarbeiten“, sagte Cimolino.

+++ 14.14 Uhr: Weniger Blutkonserven wegen Hitze in Hessen +++

Wegen der Hitze gehen weniger Menschen zur Blutspende in Hessen und Baden-Württemberg. In den vergangenen sechs bis acht Wochen sank die Zahl der Spender um etwa acht Prozent, wie eine Sprecherin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) am Dienstag mitteilte.

Das DRK, das für beide Bundesländer einen Blutspendedienst unterhält, geht davon aus, dass die Zahl der Spender in den kommenden Tagen weiter sinkt. Grund sei die Hitzewelle, die viele Menschen von der Blutspende abhalte.

+++ 13.11 Uhr: Bauern erwarten große Ernteausfälle +++

Deutschlands Bauern drohen wegen der Hitzewelle enorme Ernteausfälle. Wie der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, der „Passauer Neuen Presse“ sagte, werde mit „Schäden in Milliardenhöhe“ gerechnet. „Allein beim Getreide gehen wir davon aus, dass wir sieben bis acht Millionen Tonnen weniger ernten als im Durchschnitt“, sagte er.

Zudem sei mit Ausfällen bei Mais, Zuckerrüben oder Kartoffeln zu rechnen. „Es gibt Regionen, in denen der Mais gerade mal kniehoch steht. Normalerweise hat er im Juli eine Höhe von 2,50 Meter.“

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) fordert wegen der Dürre höhere Preise für Agrarprodukte und einen Agrar-Gipfel mit Ernährungsbranche und Handel. „Eine existenzbedrohliche Krise kann nur gemildert werden durch eine schnelle und faire Anhebung der Erzeugerpreise“, heißt es.

Zudem geht vielen Bauern das Futter aus, wie der der Sprecher der Niedersächsischen Landwirtschaftskammer, Walter Hollweg, am Dienstag sagte. Auf den Grünlandwiesen wachse das Gras nicht ausreichend nach. Nun müssten die Winterfuttervorräte angegriffen werden.

Alternatives Futter sei rar auf dem Markt und werde immer teuerer. Um die Ställe zu entlasten, gäben viele Landwirte ihre älteren Tiere deutlich früher in den Schlachthof als geplant.

+++ 12.50 Uhr: So lange dauert die Hitzewelle noch +++

In den kommenden Tagen könnte es den Prognosen zufolge noch wärmer werden - mit Temperaturen von 29 bis 36 Grad am Donnerstag und Freitag.

Noch ist unklar, ob es am Wochenende wieder etwas unbeständiger wird. Hochsommerlich-heiße Temperaturen dürften nach DWD-Angaben aber weiter anhalten.

+++ 11.42 Uhr Gefahr von „Blow-ups“ auf Autobahnen steigt +++

Autofahrer in Baden-Württemberg müssen sich wegen der zu erwartenden Hitze in den kommenden Tagen auf besondere Tempolimits bei zwei Autobahnen einstellen. D

as Regierungspräsidium Stuttgart kündigte am Montag hitzebedingte Geschwindigkeitsbeschränkungen auf 80 Kilometer pro Stunde auf den Autobahnen 81 und 7 an. Grund seien mögliche Aufwölbungen („Blow-ups“) auf älteren Betonfahrbahnen , die bei hohen Temperaturen auftreten könnten.

+++ 10.14 Uhr: Lebensgefährliche Bakterien in der Ostsee +++Wegen der anhaltenden Wärme kann ein Bad in der Ostsee derzeit für gesundheitlich angeschlagene Menschen gefährlich werden. Wegen hoher Wassertemperaturen von bis zu 22 Grad könne es dazu kommen, dass mehr Bakterien der Gattung Vibrio im Wasser seien, teilten das Landesamt für Gesundheit in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holsteins Gesundheitsministerium mit.

Diese könnten etwa bei Menschen mit einer HIV-Erkrankung tödliche Infektionen auslösen. Auch sehr alte Menschen und Leberkranke oder Alkoholabhängige gehörten zur Risikogruppe.

Vibrionen sind Bakterien der Gattung Vibrio mit zahlreichen Unterarten. Die bekannteste dürfte der Erreger der Cholera sein. In der Ostsee lebe vor allem das Bakterium Vibrio vulnificus, das durch Wunden in den Körper eindringen und Wundinfektionen und Blutvergiftungen auslösen könne, sagte Sonja Oberbeckmann vom Institut für Ostseeforschung Warnemünde.

Grund zur Panik besteht aber keinesfalls: „Wenn man ein gutes Immunsystem hat, ist es völlig ungefährlich“, sagte Oberbeckmann.

+++ 9.31 Uhr: Hitzewarnung herausgegeben +++

Der DWD hat für große Teile Deutschlands eine Hitzewarnung der Warnstufe 1 herausgegeben. Das bedeutet, dass in den betroffenen Gebieten die gefühlte Temperatur mindestens zwei Tage hintereinander bei 32 Grad liegt und vor allem ältere und kranke Menschen auf Schatten und reichliches Trinken achten und die Hitze meiden sollten.

Wann gibt es hitzefrei im Büro?

Wird es draußen unerträglich heiß, bekommen Schüler mitunter hitzefrei. Bei Arbeitnehmern gibt es etwas Vergleichbares nicht.

Zwar ist in der Arbeitsstättenregel ASR A3.5 festgelegt, dass die Temperatur in Arbeitsräumen nicht über 26 Grad liegen soll, teilt die Bundesanstalt für Arbeitsmedizin und Arbeitsschutz (Baua) mit.

Nach Paragraf 4 Arbeitsschutzgesetz ist der Arbeitgeber außerdem dazu verpflichtet, die Arbeit so zu gestalten, dass eine Gefährdung für Leben und Gesundheit vermieden wird. Daraus resultiert aber kein Rechtsanspruch auf klimatisierte Räume oder hitzefrei.

Was sind die Hundstage?

Die heißen Tage im Sommer werden auch als Hundstage bezeichnet. Sie gehen vom 23. Juli bis zum 23. August. Vor rund 2000 Jahren fiel den Menschen auf, dass es oft dann besonders heiß wird, wenn das Sternenbild des großen Hundes auftaucht.

Damals war der Große Hund rund vier Wochen lang im Juli und August sichtbar. Heute sieht man das Sternenbild erst einige Wochen später. Die Bezeichnung Hundstage ist trotzdem im Sprachschatz erhalten geblieben.

Was man zur Abkühlung tun kann

Während es für die einen kaum warm genug sein kann, bedeutet für die anderen sommerliche Hitze echte Leidenszeit. Kopfschmerzen, Kreislaufprobleme, Schweißdrüsen, die auf Hochtouren arbeiten.

Vor allem ältere Menschen sollten bei Hitze auf ausreichend Flüssigkeitszufuhr achten. Häufig komme mit dem Alter das Durstgefühl abhanden, warnt Prof. Peter Sefrin, Bundesarzt beim Deutschen Roten Kreuz (DRK). Da man bei hohen Temperaturen mehr schwitzt als üblich, werde noch mehr Flüssigkeit ausgeschieden. Sefrin rät generell, bei Hitze einen Liter mehr zu trinken als normalerweise, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. So schont man seine Gesundheit:

• Ausreichend und richtig trinken

• Leichte Kost und mehrere kleine Mahlzeiten zu sich nehmen

• Leichte Kleidung aus Leinen oder Baumwolle tragen

• Direkte Sonne und Mittagshitze meiden

• Zimmer nur frühmorgens lüften

• Vor dem Schlafen kühlende Dusche

Alle Tipps zur Abkühlung haben wir hier aufgelistet .

Weltweite Hitzewelle

Derzeit rollt eine Hitzewelle über Deutschland und Europa. Bei Waldbränden wurden in der Nähe von Athen mindestens 70 Menschen getötet . Mittlerweile sind fast alle Brände unter Kontrolle . Auch in Schweden wüten Brände, bei der die Feuerwehr sogar aus Deutschland unterstützt wird. Diese Regeln sind bei erhöhter Waldbrandgefahr zu beachten .

Doch nicht nur Menschen leiden unter der Hitze: Auch Tieren wie Eichhörnchen oder Igeln macht die Sommerhitze zu schaffen . Was Haustieren wie Hunden und Katzen bei der Hitze hilft, haben wir hier aufgelistet . Und noch etwas bringt die Hitze mit: Nach der langen Trockenheit kommen jetzt die Mücken .

Experten sehen den Klimawandel als eine Ursache für die rekordverdächtige Sommerhitze an, über die sich derzeit wohl vor allem die Betreiber von Eisdielen freuen werden. Sie können nämlich mit steigenden Umsätzen rechnen. Worauf es bei gutem Eis ankommt, erklären wir hier .

Menschen, die in Büros arbeiten, dürften bei der Wahl ihrer Kleidung ins Grübeln kommen. Denn häufig gibt es Kleiderregeln , die zum Beispiel kurze Hosen für Männer verbieten. Welche Kleidung in den meisten Büros sonst noch tabu ist, zeigen wir hier . (bekö, dpa, epd)