Bundesliga

Malli findet sich bei Union spielend zurecht

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Michael Färber
Unions Mittelfeldspieler Yunus Malli (Mitte) lässt den Leverkusener Nadiem Amiri ins Leere laufen.

Unions Mittelfeldspieler Yunus Malli (Mitte) lässt den Leverkusener Nadiem Amiri ins Leere laufen.

Foto: Andreas Gora / dpa

Union profitiert von Mallis Qualität. Dabei bestritt der Winterzugang noch kein komplettes Spiel. Das könnte sich in Frankfurt ändern.

Berlin. In seinem Blick schwingt stets ein wenig Unsicherheit mit, seine Worte wählt er mit Bedacht und äußert sie meist leise. Dabei hat Yunus Malli allen Grund, optimistisch den nächsten Wochen in der Bundesliga entgegenzublicken. Nicht nur, weil der Mittelfeldspieler des 1. FC Union am Montag, wenn der Aufsteiger bei Eintracht Frankfurt antritt (20.30 Uhr, DAZN), 28 Jahre alt wird.

Mitte Januar, einen Tag vor dem Rückrundenstart bei RB Leipzig (1:3), hat Union den türkischen Nationalspieler vom VfL Wolfsburg bis Saisonende ausgeliehen. Fünf Wochen sind seitdem vergangen, und Malli findet sich bei den Köpenickern spielend zurecht.

Das gilt sowohl für seinen Eingewöhnungsprozess in der Mannschaft, die laut Malli „mit einer großen Mentalität als Team funktioniert“, wie er bereits kurz nach seinem Wechsel festgestellt hat. Auf dem Platz löst der Offensivmann Schritt für Schritt das Versprechen ein, das er bei seiner Leihe unweigerlich mitgebracht hatte: die Steigerung der spielerischen Qualität.

Malli will über Union Berlin zur EM

„Jede Minute tut mir natürlich gut. Ich fühle mich auch von Woche zu Woche immer besser, auch im Training“, gibt Malli zu verstehen. In Wolfsburg stand er unter dem neuen Trainer Oliver Glasner auf dem Abstellgleis, spielte dort in der Hinrunde keine Minute.

Bei Union deutet Malli immer mehr seine Qualitäten an. Dank Trainer Urs Fischer, durch den er seine Spielzeit steigern kann: Nach seiner Einwechslung in Leipzig stand Malli dreimal in der Startelf, erhöhte seine Einsatzzeit dabei von 59 auf 76 Minuten.

Und dank der Hoffnung, vielleicht doch noch in den Kader der türkischen Nationalmannschaft für die Europameisterschaft im Sommer zu rutschen.

Union Berlin profitiert von Mallis Technik

„Ich denke, es wird in den nächsten Wochen auch noch besser“, ist sich Malli sicher. Das bisher Dargebotene bestätigt seine Einschätzung. Beim 2:0 in Bremen leitete er mit einem ebenso klugen wie präzisen Pass auf Vorlagengeber Christopher Lenz Unions Führungstreffer durch Marius Bülter ein. Auch wenn er über weite Strecken noch nach der Bindung im Offensivspiel der Berliner suchte.

Zuletzt gegen Leverkusen (2:3) verlangsamte er seinen Sprint in den Strafraum, um die Hereingabe von Bülter in den Rückraum zum Torschützen Christian Gentner zu stochern. Und nicht nur das: Mit seiner eher technisch geprägten Spielweise, die auch gern mal einen Freistoß für Union im Mittelfeld generiert, gibt er der Hintermannschaft Zeit nachzurücken.

Dass es noch nicht für volle 90 Minuten gereicht hat, ist in seiner ungewollten Wettkampfpause in 2019 geschuldet. Auch gegen Leverkusen musste Malli vorzeitig runter, „um nochmal Frische zu bringen“, wie Trainer Fischer die Auswechslung erklärte.

Malli will für Union Berlin kämpfen und laufen

Gut möglich, dass es für Malli in Frankfurt erstmals für 90 Minuten im Union-Trikot reichen könnte.

„Natürlich geht es in erster Linie um Kämpfen und Laufen, gegen den Ball alles zu tun. Da gilt es für mich, mich da anzuschließen und mitzumachen, nach vorn aber auch die Aktionen zu haben“, erklärte Malli, „wichtig ist es, dran zu bleiben und weiterzuarbeiten. Das mache ich.“

Für den Klassenerhalt mit Union. Und seinen EM-Traum mit der Türkei.

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