Bundesliga

Union macht sich selbst Druck

Bundesliga-Aufsteiger Union zeigt in Leipzig eine Entwicklung, sieht sich im Heimspiel gegen Augsburg aber mehr denn je in der Pflicht.

Unions Christian Gentner (r.) im Duell mit dem Leipziger Konrad Laimer.

Unions Christian Gentner (r.) im Duell mit dem Leipziger Konrad Laimer.

Foto: Sven Sonntag via www.imago-images.de / imago images/Picture Point LE

Berlin. Nach der Niederlage ist vor der Niederlage – so zumindest muss dem 1. FC Union das dritte Januar-Wochenende vorgekommen sein. Nur wenige Stunden nach dem 1:3 zum Rückrundenstart in der Fußball-Bundesliga bei RB Leipzig am Sonnabend setzte es für die Mannschaft von Trainer Urs Fischer ein 1:2 gegen den Schweizer Erstligisten FC St. Gallen.

Die Schlappe gegen die Eidgenossen mag verschmerzbar sein, setzte Fischer doch am Sonntag vor allem auf jene Spieler, die in Leipzig nicht oder nur kurz zum Zuge gekommen waren, darunter auch Winterzugang Yunus Malli. Die Pleite gegen Leipzig – ist es auch.

„Dass wir in Leipzig nicht zwingend punkten müssen, ist klar. Über 90 Minuten muss man dann auch anerkennen, dass das mindestens eine Nummer größer war“, fasste Mittelfeldspieler Christian Gentner das erste Rückrundenspiel zusammen.

Union Berlin wird immer erfahrener

Es war eine Niederlage, die man durchaus einkalkulieren durfte. Den über weite Strecken sehr ordentlichen Auftritt des Aufsteigers hätte man sich allerhöchstens erhoffen dürfen. Erst recht nach dem 0:4-Debakel im Hinspiel. Doch Union hat sich entwickelt, das war gegen Leipzig deutlicher denn je zu sehen. Diese Erkenntnis gilt es in die letzten 16 Saisonspiele mitzunehmen.

„Man hat gesehen, dass wir nicht aufgehört haben, Fußball zu spielen“, sagte Mittelfeldspieler Robert Andrich, „ich denke schon, dass eine gewisse Erfahrung hinzugekommen ist.“ Zum Beispiel jene, sich nach Fehlern, die zu Gegentoren führen, nicht mehr komplett aus der Ruhe bringen zu lassen.

„Es war insgesamt ein guter Auftritt, wir waren griffig, haben immer wieder versucht, nach vorn zu spielen. Wir haben jetzt zweimal gegen Leipzig gespielt. Und ich habe keinen stärkeren Gegner gesehen, auch von der individuellen Klasse her“, erklärte Gentner. Vor diesem Hintergrund ist ein 1:3, noch dazu nach eigener Führung zur Halbzeit, aller Ehren wert.

Union Berlin steht vor einem Highlightspiel

Doch bei Union ist man nicht blauäugig. Die Köpenicker wissen, dass es nicht ausreicht, sich fußballerisch weiterzuentwickeln, wenn dabei das Wichtigste vergessen wird. „Schlussendlich geht es um Punkte, und da müssen wir wissen, dass am Sonnabend das Spiel gegen Augsburg ein ganz wichtiges ist, ein Highlightspiel für uns“, sagte Gentner.

Union setzt sich damit vor dem ersten Bundesliga-Heimspiel am Sonnabend gegen den FC Augsburg (15.30 Uhr, Alte Försterei) selbst unter Druck, sowohl durch die Leipzig-Pleite, als auch durch den eigenen Anspruch. Dabei kann Union sich „nicht auf dem, was du in der Hinrunde erreicht hast, ausruhen“, wie Trainer Fischer verdeutlichte.

Der Auftritt in Leipzig hat gezeigt, dass die Köpenicker auch nicht gewillt sind, die bislang erreichten 20 Punkte als allzu große Grundlage für den Klassenerhalt anzusehen.

Bei Union Berlin kommt Leidenschaft nicht zu kurz

„Unser Punktestand ist noch im Soll. Aber wir wissen, dass wir ein schweres Auftaktprogramm haben“, erinnerte Gentner an die ersten vier Rückrundenspiele mit den Gastspielen in Leipzig, Dortmund und Bremen.

Unions erfahrenster Bundesliga-Profi gab zu bedenken, „dass so ein Spiel gegen Augsburg schon wieder ein bisschen Druck mit sich bringt.“ Die Partien gegen den SC Freiburg (2:0) oder auch das Derby gegen Hertha BSC (1:0) „waren ebenfalls solche Spiele, die wir auf unsere Seite ziehen mussten, um weiter in Ruhe arbeiten zu können.“

Deshalb war es wichtig, dass im Union-Spiel Dinge wie Leidenschaft oder auch eine kompakte Grundordnung nicht zu kurz gekommen sind. Folglich sprach auch Gentner trotz der verlorenen Punkte in Leipzig von einem „größeren Schritt, wenn man das Spiel mit unserem Auftritt am ersten Spieltag vergleicht.“

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