Bundesliga

Union-Boss Zingler geht in den Angriffsmodus

Union bekommt auch die Schattenseiten des Aufstiegs zu spüren und kündigt Konsequenzen gegen Schwarzmarkt und Fan-Fehlverhalten an.

Union-Präsident Dirk Zingler freut sich über die Entwicklung des Bundesligisten, hebt jedoch auch warnend den Finger.

Union-Präsident Dirk Zingler freut sich über die Entwicklung des Bundesligisten, hebt jedoch auch warnend den Finger.

Foto: Andreas Gora / dpa

Berlin. Der Aufstieg in die Bundesliga hat Union Berlin in eine neue Sphäre gehoben. Das lässt sich zum einen an den neuen Rekordzahlen ablesen, die der Verein seinen Mitgliedern am Mittwochabend präsentierte.

Die Anzahl der Sponsoren stieg innerhalb eines Jahres von 407 auf 452, der Etat um 20 Millionen Euro auf rund 74,5 Millionen Euro und die Zahl der Mitglieder gleich um mehr als 60 Prozent, von 21.394 auf 34.681 – Werte, die belegen, welches Interesse der 1. FC Union mit dem Sprung ins Fußball-Oberhaus geweckt hat.

Vor allem die gestiegene Mitgliederzahl beeindruckt. Thomas Koch, Unions Aufsichtsratsvorsitzender, sagte: „Wir sind auf dem besten Weg, der mitgliederstärkste Verein in Berlin zu werden.“ Lokalrivale Hertha BSC verkündete auf seiner Mitgliederversammlung vor knapp drei Wochen 37.000 Mitglieder.

Union Berlin wird Mitgliedschaften entziehen

„Wir erleben in der Bundesliga einen Quantensprung, was die Aufmerksamkeit angeht“, sagte auch Klubchef Dirk Zingler. Das gilt für allen Zuspruch, den die Köpenicker erhalten, aber auch für alle negativen Begleiterscheinungen.

Ob Ticket-Schwarzmarkt oder Vorfälle der eigenen Fans im Derby gegen Hertha (1:0) – Union kämpft nicht nur sportlich um seine Reputation. Für den Union-Präsidenten war die Mitgliederversammlung der Zeitpunkt, um jenen den Kampf anzusagen, die über das Ziel hinausschießen.

„Über unsere Anwälte haben wir Verfahren im dreistelligen Bereich laufen“, sagte Zingler und unterstrich das Privileg, das eine Mitgliedschaft mit sich bringt: „Wir verkaufen unsere Tickets nur an Mitglieder, aber unsere Mitglieder verhalten sich nicht vereinskonform. Wer dieses Privileg missbraucht, dem werden wir es entziehen.“ Sprich: die Mitgliedschaft.

Union Berlin wird Stadionverbote erteilen

Die Vorfälle beim Derby nannte Zingler einen „Angriff auf unsere Stadionkultur“. Union-Fans hatten zwei Stunden vor Spielbeginn den Eingangsbereich auf der Waldseite des Stadions einfach überlaufen und sich so ohne Kontrollen Eintritt verschafft – samt diverser pyrotechnischer Erzeugnisse.

Nach der Partie waren vermummte Personen aus dem Union-Block auf den Rasen gestürmt und konnten erst im letzten Moment vor allem von Union-Profis wie Torwart Rafal Gikiewicz davon abgehalten werden, den Platz in Richtung Hertha-Fanblock zu überqueren.

„Das war schon ein Schlag ins Kontor und ist nicht akzeptabel. So etwas darf sich in unserem Stadion nie wiederholen. Das Fehlverhalten wird sanktioniert, es wird zu Stadion- und Hausverboten kommen“, erklärte Zingler, der hofft, dass die Täter bald identifiziert werden: „Wir haben umfangreiches Videomaterial und gehen stark davon aus, dass uns das gelingt.“

Union Berlin will die Organisation anpassen

Gleichzeitig werde Union Berlin überprüfen, „was sich organisatorisch verändern kann. Aber ich bin immer für ein maßvolles Vorgehen. Am Ende steht das Stadionerlebnis und der Freiraum, den wir den Menschen geben, im Vordergrund.“

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