Zweite Liga

Für Union wird das Ostderby zum Millionenspiel

| Lesedauer: 2 Minuten
Michael Färber
Union-Trainer André Hofschneider (r.) und Dresden-Coach Uwe Neuhaus sind am letzten Spieltag noch einmal Gegner

Union-Trainer André Hofschneider (r.) und Dresden-Coach Uwe Neuhaus sind am letzten Spieltag noch einmal Gegner

Foto: City-Press / picture alliance / City-Press Gb

Union kann mit einem Sieg seine TV-Einnahmen für die kommende Saison steigern – und Dresden zugleich den Klassenerhalt verbauen.

Berlin.  Es herrscht Funkstille. Kein Telefonat, keine SMS, zwischen André Hofschneider und Uwe Neuhaus gab es keinen Kontakt mehr. Zumindest nicht in der vergangenen Woche vor dem letzten Spiel der Zweitligasaison, vor dem Ostderby des 1. FC Union bei Dynamo Dresden (15.30 Uhr, Sky). Die Freundschaft, entstanden in der gemeinsamen Union-Zeit von 2007 bis 2014, ruht für die letzten 90 Saisonminuten.

„Die Partien bei St. Pauli und Dresden sind die schönsten Auswärtsspiele“, erklärte Hofschneider: „Bei 30.000 Zuschauern, davon 3000 Unioner, werden Emotionen eine Rolle spielen. Wir fahren dahin, um zu gewinnen.“

Dass es für Dresden noch um den Klassenerhalt geht, versuchen die Köpenicker auszublenden. „Dass es für den Gegner ein bedeutsames Spiel ist, ist nicht unsere Baustelle. Für uns ist es bedeutsam, es ist ein Ostderby“, so der Union-Coach.

Noch sechs Teams bangen um Ligaverbleib

Ungeachtet der Tatsache, dass Union mit dem 3:1 gegen Bochum vor einer Woche den Abstiegskampf erfolgreich beendet hat, jedoch eine entscheidende Rolle im Tabellenkeller spielen könnte, in dem noch sechs Teams um den Ligaverbleib bangen – für Union geht es auch noch um eine Stange Geld.

Gleich eine Million Euro könnte flöten gehen, sollte Union mit einer Pleite in Dresden auf Rang elf rutschen und Bochum gleichzeitig noch auf Rang vier klettern. Andererseits winken den Berliner zusätzliche 1,2 Millionen Euro aus dem TV-Topf, sollte Union mit einem Sieg in Dresden noch Rang fünf erreichen und Darmstadt noch einen Platz abrutschen.

Eine Summe, mit der sich der Kader für die nächste Saison verstärken ließe, was angesichts des bevorstehenden Abgangs von Abwehrchef Toni Leistner und des noch Monate dauernden Ausfalls von Stürmer Sebastian Polter (Achillessehnenriss) auch nötig wäre.

Revanche für den verpatzten Einstand im Hinspiel

„Wir haben eine Verpflichtung uns selbst gegenüber“, appellierte Hofschneider ein letztes Mal in dieser Saison an seine Spieler. Eine kleine Revanche für seinen verpatzten Einstand gegen die Sachsen Anfang Dezember vorigen Jahren (0:1) dürfte vielleicht auch eine kleine Rolle spielen.

„Einmal in einer Saison gegen die Gelben zu verlieren, das ist schon schlimm genug. Wir werden alles dafür tun, dass dies nicht ein zweites Mal passiert“, so der Trainer.

Verzichten wird er dabei auf Stürmer Steven Skrzybski, der sich gegen Bochum einen Muskelfaserriss zugezogen hatte. Als Ersatz stehen Philipp Hosiner, Akaki Gogia und auch Marcel Hartel bereit.

Mehr zum Thema:

Bei Union beginnen die Aufräumarbeiten

Wiedersehen mit Ex-Trainer: Hofschneider bleibt gelassen

Mattuschkas leiser Abgang