Zweite Liga

Himmel oder Hölle für Union

Union braucht im letzten Heimspiel den Sieg gegen Bochum zum Klassenerhalt. Sonst wartet das brisante Abstiegsfinale in Dresden.

Unions Abwehrchef Toni Leistner (r.) redet auf seine Mitspieler Marc Torrejon (l.) und Christopher Trimmel ein

Unions Abwehrchef Toni Leistner (r.) redet auf seine Mitspieler Marc Torrejon (l.) und Christopher Trimmel ein

Foto: Annegret Hilse / dpa

Berlin.  Dem VfL Bochum eine besondere Verbindung mit dem 1. FC Union zuzuschreiben, ist kaum möglich. Die Ausnahme bildet diese Saison, in der der Rervierklub die Geschicke des Berliner Fußball-Zweitligisten maßgeblich beeinflusst. Nach dem 1:2 im Hinspiel Anfang Dezember vergangenen Jahres musste Trainer Jens Keller gehen, unter seinem Nachfolger entwickelten sich die Köpenicker zur schlechtesten Rückrundenmannschaft.

Am Sonntag (15.30 Uhr, Alte Försterei) kann nun das größte Desaster der jüngeren Klubgeschichte verhindert werden, mit einem Sieg gegen Bochum ist der Klassenerhalt geschafft. „Wir müssen schauen, dass wir lernen, unseren Job zu hundert Prozent zu machen. Das ist die Zweite Liga, das ist Arbeiten“, sagte Hofschneider.

Trotz der Abstiegsgefahr, trotz der in vielen Rückrundenpartien wenig überzeugenden Leistungen – so wie zuletzt beim – versucht der Union-Coach, Selbstvertrauen auszustrahlen. „Woher wir das Selbstvertrauen nehmen? Wir haben zu Hause schon Mannschaften geschlagen, die gute Phasen hatten. Wir haben den Spitzenreiter geschlagen“, erinnert der Union-Coach an das 3:1 gegen Düsseldorf, „auch Regensburg hatten wir am Rande einer Niederlage. Und es ist jetzt nicht so, dass wir uns zu Hause vor Ehrfurcht im Keller verkriechen. Wir gehen trotz der angespannten Situation, die wir auch nicht wegdiskutieren wollen, sehr selbstbewusst in dieses Spiel und sind der Meinung, wir können zu Hause Bochum schlagen.“

Ein Remis sichert nur Relegationsplatz 16

Es gilt, ein brisantes Abstiegsendspiel am letzten Spieltag zu verhindern, in Dresden, gegen Ex-Trainer Uwe Neuhaus, bei einem Team, das ebenso noch jeden Punkt braucht, um nicht in die Dritte Liga abzusteigen. Bei einer Niederlage gegen Bochum könnte Union ausgerechnet im Ostderby die fußballerische Hölle mit dem zweiten Abstieg nach 2004 drohen.

Bei einem Remis gegen Bochum wird Relegationsplatz 16 nur dann mit allergrößter Wahrscheinlichkeit vermieden, wenn Fürth gegen Duisburg nicht gewinnt, weil Union von allen Mannschaften in der unteren Tabellenhälfte die beste Tordifferenz aufweist – ein Überbleibsel aus den ersten 16 Saisonspielen unter Jens Keller.

„Wir müssen die Füße in die Hand nehmen und rennen, kratzen, beißen“, forderte Abwehrchef Toni Leistner: „Vielleicht wird es gegen Bochum nicht das schönste Spiel, aber es muss jedem bewusst sein, dass er alles reinhauen muss. Auch mal Gelb kassieren, nicht wegen Haltens, sondern weil er auch mal jemanden weggrätscht. Das sind die Tugenden, die wir an den Tag legen müssen.“ Deshalb wurde in den vergangenen Einheiten noch einmal verstärkt die Mann-gegen-Mann-Verteidigung trainiert.

Bochum seit neun Spielen ungeschlagen

Trotz der Bochumer Minimalchance auf Platz drei hätten auch die Gäste „nicht die ganze Saison alles abgerufen, sie haben auch Schwächen, die wir offenlegen wollen“. Dass das Bochumer Selbstvertrauen nach neun Spielen ohne Sieg ungleich größer sein dürfte als das der Unioner, ist dennoch unstrittig. Hofschneider: „Es geht darum, für dieses eine Spiel alles zu bündeln und die Spieler auf den Platz zu bekommen, die dieser Situation gewachsen sind.“ Die vorigen Wochen haben gezeigt, wie schwer dies ist.

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