Zweite Liga

Mit Friedrich beginnt schon Unions Zukunft

Seit Ende Januar ist Marvin Friedrich erst bei Union. Dem am Saisonende scheidenden Leistner hat er aber bereits den Rang abgelaufen.

Unions Innenverteidiger Marvin Friedrich (r.) im Zweikampf mit Düsseldorfs Benito Raman

Unions Innenverteidiger Marvin Friedrich (r.) im Zweikampf mit Düsseldorfs Benito Raman

Foto: Annegret Hilse / picture alliance / Annegret Hils

Berlin.  Es klingt bescheiden, wenn sich Marvin Friedrich hinstellt und sagt: „Ich bin froh, dass mich der Trainer spielen lässt.“ Der Innenverteidiger ist erst Ende Januar vom FC Augsburg zu Union gewechselt und mit seinen 22 Jahren sicher noch nicht in der Position, um irgendwelche Ansprüche zu stellen. Dennoch hat der U19-Europameister von 2014 dem Abwehrchef des 1. FC Union offensichtlich den Rang abgelaufen.

Mit Friedrich, in erster Linie als Verstärkung für die nächste Saison geholt, hat die Zukunft bei Union längst begonnen. Es sind zwei Gründe, warum Traienr André Hofschneider dem gebürtigen Kasseler zuletzt den Vorzug gegeben hat und ihm diesen wohl auch am Sonnabend im Heimspiel gegen Jahn Regensburg (13 Uhr, Alte Försterei) wieder geben wird.

Zum einen findet sich Friedrich in der von Hofschneider zuletzt in der Abwehr favorisierten Dreierkette gut zurecht. Zum anderen lobte der Coach den gebürtigen Kasseler, „weil er im Spielaufbau Vorteile hat“. Friedrich zählt zu den technisch versierteren Innenverteidigern.

Trainingsleistung ist entscheidend

Toni Leistner (27), obwohl er sich in seinen inzwischen fast vier Jahren bei Union zu einem der besten Abwehrspieler der Liga entwickelt hat, ist vor allem als Turm in der Schlacht, als robuste Absicherung eine Bank. Zwei Drittel seiner Zweikämpfe hat er gewonnen. Nur: „Am Ende entscheidet auch immer die Trainingsleistung“, wird Hofschneider nicht müde zu betonen.

Zudem läuft Leistners Vertrag am Ende der Saison aus. Gespräche über einen neuen, für Bundesliga und Zweite Liga gültigen Kontrakt wurden von Seiten Unions beendet, da Leistner das endgültige Angebot der Köpenicker ausgeschlagen hat. Angesichts des bevorstehenden Weggangs Leistners sowie der Tatsache, dass Union auch 2018/19 zweitklassig sein wird, macht es durchaus Sinn, wenn die Einspielphase mit seinen neuen Teamkollegen für Friedrich schon früher beginnt.

„Leistner ist ein guter Spieler, das habe ich nie in Abrede gestellt“, sagte Hofschneider, auch ist der Union-Trainer „zufrieden, dass ich solche Möglichkeiten im Kader habe, um entsprechend reagieren zu können.“ Zugleich stellte Hofschneider aber auch fest: „Die Abwehr war gegen Aue nicht unser Problem.“ Anders als noch in Kaiserslautern (3:4) , als Friedrich an zwei Gegentreffern beteiligt war, ließ er sich zuletzt beim 0:0 gegen Aue kaum etwas zu schulden kommen. „Zu Null zu spielen ist immer gut für die Abwehr“, freute sich Friedrich. Recht hat er.