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Die Hertha-Mitgliederversammlung im Protokoll

| Lesedauer: 14 Minuten
Präsident Bernstein: "Großes Potenzial an verbitterten Hertha-Fans"

Präsident Bernstein: "Großes Potenzial an verbitterten Hertha-Fans"

Hertha BSC steckt trotz des versöhnlichen Jahresausklangs durch das 2:0 gegen den 1. FC Köln erneut mitten im Abstiegskampf. Dementsprechend gedämpft war die Stimmung bei der Mitgliederversammlung am Sonntag. Im Anschluss stärkte Sport-Geschäftsführer Fredi Bobic seinem Trainer Sandro Schwarz demonstrativ den Rücken. Präsident Kay Bernstein sprach von einem "großen Potenzial an verbitterten Hertha-Fans".

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Bei der Mitgliederversammlung von Hertha BSC in der Messehalle in Berlin wurde kontrovers diskutiert. Der Tag im Live-Blog.

Berlin. Bei Hertha BSC findet an diesem Sonntag die nächste Mitgliederversammlung statt. Ab 11 Uhr geht es in der Messehalle 22 unter dem Funkturm

  • um die ersten Monate unter Präsident Kay Bernstein
  • um die wirtschaftliche Schieflage des Hauptstadtklubs, der die Saison 2020/21 mit einem Minus von fast 80 Millionen Euro abgeschlossen hat
  • um Klaus Brüggemann. Gegen Herthas Aufsichtsratsvorsitzenden wurde ein Abwahleintrag eingereicht. Über den wird ebenso abgestimmt wie über Vorschläge zu zwei Satzungsänderungen.

1502 Mitglieder haben sich in der Messehalle 22 eingefunden. Verfolgen Sie alle Entwicklungen hier im Liveblog.

17.15 Uhr: Damit beenden wir unseren Blog. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit und einen schönen Abend!

17.11 Uhr: Der letzte Tagesordnungspunkt steht an: Verschiedenes. Nach zwei Wortmeldungen beendet Versammlungsleiter Dr. Dirk Lentfer nach mehr als sechs Stunden die Mitgliederversammlung.

17.01 Uhr: Der vierte und letzte Antrag: Mehr Respekt den gegnerischen Mannschaften gegenüber. Kein Auspfeifen, kein Ausruf "Scheiß Verein" mehr. Das Plenum reagiert mit Unverständnis. Erwartungsgemäß gibt es kaum Zustimmung. Der Antrag wird abgelehnt.

16.55 Uhr: Der dritte Antrag befasst sich mit der Einführung einer Frauen- und Mädchenfußballabteilung im Hauptstadtklub. Das Präsidium hatte im Vorfeld schon erklärt, dass man in dieser Thematik eigene Wege gehen wolle, die Kooperation mit Bundesligist Turbine Potsdam wird im kommenden Sommer vertragsgemäß auslaufen. Der Antrag erhält viel Zustimmung, das Thema wird Hertha BSC also weiterhin beschäftigen.

16.51 Uhr: Der zweite Antrag fordert die Einberufung einer Satzungskommission, die aus Vereinsmitgliedern besteht und damit unabhängig von jeglichen Vereinsgremien und Organen ist. Der Antrag wird nach langer Diskussion eindeutig abgelehnt.

16.40 Uhr: Die Mehrheit der anwesenden Mitglieder stimmt für den Antrag. Es bleibt abzuwarten, welche Folgen das für Hertha ist.

16.29 Uhr: Die Aussprache zu den Berichten ist vorbei. Mittlerweile haben alle Beteiligten fünfeinhalb Stunden Mitgliederversammlung hinter sich. Weiter geht's mit den Anträgen. Der erste: Hertha BSC solle die Ausrichtung der Weltmeisterschaft in Katar ablehnen.

15.55 Uhr: Es folgt die Aussprache. Bobic wird gefragt, ob er bei einem Hertha-Boykott (über einen entsprechenden Antrag wird später noch entschieden) der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar in einen Interessenkonflikt kommen würde als WM-Experte bei MagentaTV. Bobics Antwort: "Dass die WM in Katar stattfindet, ist unsäglich, das habe ich auch immer gesagt. Aber es geht um das Sportliche. Ich schaue die Fußballspiele, und das kann am Ende auch Hertha BSC helfen." Auf den Ruf aus dem Saal, es ginge ihm ums Geldverdienen, entgegnet Bobic: "Das Geld wird ja gespendet." Bemerkenswert, wie ruhig der Sport-Geschäftsführer reagiert.

15.44 Uhr: "Zum Beirat und der Tennor-Gruppe können wir sagen, dass wir noch nichts weiter sagen dürfen. Es gibt eine Verschlusssache aus Israel, die uns das noch nicht erlaubt. Aber wir werden noch in diesem Jahr etwas berichten", sagt Kay Bernstein zu Beginn des Berichts des Beirats. Hintergrund ist der Prozess gegen Investor Lars Windhorst wegen der Vorwürfe der Spionage gegen Ex-Klubchef Gegenbauer. Windhorst hatte zudem angekündigt, bei Hertha aussteigen und seine Anteile verkaufen zu wollen.

15.35 Uhr: Vom 21. bis 28. November können Mitglieder eine Dauerkarte nur für die Rückrunde erwerben.

15.19 Uhr: ​Mit Blick auf die Finanzen wird Bobic gefragt: Müssen Spieler im Winter verkauft werden? Bobic dazu: "Wir dürfen uns nicht ausverkaufen, sondern müssen konkurrenzfähig bleiben." Dennoch soll bei jedem einzelnen Spieler überlegt werden. Aber, so Bobic: "In die Jugend zu investieren, da werden wir nicht zurückstecken."

15.18 Uhr: Bobic weiter: "Natürlich ist es jetzt einfach zu sagen, wir brauchen noch den einen oder anderen Spieler. Wir müssen aber auch ehrlich sein und uns die Zahlen anschauen. Wir müssen also in die Gruppe investieren. Jedes Spiel wird ein Fight."

15.13 Uhr: ​​Bobic: "Wir wollen eine Art Fußball, die Menschen mitnimmt. Auch wenn du mal verlierst, sollen die Menschen das Gefühl haben, die Mannschaft hat alles gegeben."

"Die Mannschaft macht vieles richtig, aber der Ertrag ist nicht da. Das ist ein komisches Gefühl. Eigentlich müsstest du 20 Punkte haben."

Der Sieg gegen Köln "war noch mal ein Stimmungsaufheller. Das tat gut vor der Pause mit dieser unsäglichen WM."

15.09 Uhr: Jetzt spricht Bobic: "Jeder kann sehen, dass sich etwas verändert. Wir haben eine gewisse Ruhe, das hat uns im sportlichen Bereich gutgetan."

15.04 Uhr: Es wartet die nächste Talkrunde mit Sport-Geschäftsführer Fredi Bobic und dem neuen Geschäftsführer Thomas Herrich. Herrich: "Es ist eine herausfordernde Situation. Es muss ein anderes Kostenbewusstsein herrschen" Alles zu den Hertha-Finanzen lesen Sie hier: Hertha BSC - "Wir müssen den Gürtel enger schnallen"

14.55 Uhr: Und: Sämtliche Satzungsänderungsanträge wurden zurückgenommen. "Wir möchten zeitnah nach dieser Mitgliederversammlung eine Satzungskommission einberufen, an der auch interessierte Mitglieder partizipieren können", erklärt Herthas Vize Drescher dazu.

14.53 Uhr: Jetzt sollen die Gremien für das Geschäftsjahr 2021/22 entlastet werden ... was für Aufsichtsrat und Präsidium auch erfolgt.

14.44 Uhr: Es folgt die Aussprache zu den Berichten des e.V. Das ist Tagesordnungspunkt acht. Der Bericht des Geschäftsführers Fredi Bobic für die KGaA ist als Punkt zwölf angesetzt. Davor werden noch die Anträge auf Satzungsänderung behandelt.

14.23 Uhr: Wilhelm Hennig berichtet nun für den Ältestenrat - genauer gesagt, ist der nächste Talkgast bei Max Jung.

14.20 Uhr: Unbeeindruckt von dem Wahlergebnis - immerhin stimmten mehr als die Hälfte der anwesenden Mitglieder gegen ihn - setzt Brüggemann als Aufsichtsratsvorsitzender zu seinen Ausführungen an. Quintessenz: "Wir müssen uns total straffen, nur miteinander geht es voran."

14.17 Uhr: Brüggemann: "Ich werde den Sachverhalt der vergangenen Monate mit Sicherheit reflektieren und mir das eine oder andere zu Herzen nehmen."

14.16 Uhr: Das Ergebnis zum Abwahlantrag gegen Klaus Brüggemann ist da:1189 gezählte Stimmen wurde abgegeben. Damit der Abwahlantrag angenommen wird, ist eine Dreiviertelmehrheit nötig, also 892 Stimmen. Mit Ja stimmten 614 Mitglieder (51,64 Prozent), mit Nein 575 (48,36 Prozent). Der Abwahlantrag wurde somit abgelehnt.

13.56 Uhr: Nun kommen die Vorsitzenden der anderen Vereinsabteilungen auf das Podium dazu. Jeder erzählt aus seinem Bereich - viele Mitglieder nutzen diese Talkrunde zum Aufsuchen der Imbissstände.

13.53 Uhr: Die Mitgliederversammlung schaltet in den Fantreffen-Modus: Moderiert von Mediendirektor Max Jung reflektieren Klubchef Bernstein und Vize Drescher die vergangenen Monate.

13.42 Uhr: Und zur Thema Frauenfußball: "Wir sind die letzten, die starten, wenn man mal die Bundesligisten nimmt. Das ist ein Riesenvorteil für uns, denn wir brauchen die Fehler der anderen nicht noch mal zu machen." Der Antrag, den Frauenfußball in der Hertha-Satzung zu verankern, wird später noch behandelt. Bernstein: "Wir unterstützen diesen Antrag sehr."

13.39 Uhr: Bernstein: "Wir spielen wahrscheinlich noch bis 2029 im Olympiastadion. Gern vor 60.000 Zuschauern oder mehr, dann ist es eines der schönsten Stadien der Welt."

13.38 Uhr: Und zum Stadionneubau: "Wir sind zum ersten Mal dabei, dass wir die willenspolitische Unterstützung der Senatorin Spranger haben. Mit dieser Unterstützung sind wir seit einem Monat in einem Expertenausschuss, die die Machbarkeit eines neues Stadions im Olympiapark prüfen." Die Machbarkeitsstudie soll im kommenden Sommer vorliegen, sagt Bernstein.

Neue Entwicklungen zum Stadion lesen Sie hier: Hertha BSC bleibt bis 2030 im Olympiastadion

13.35 Uhr: Bernstein: "Sandro Schwarz ist mit Fred Bobic ein tolles Team, dem ich vertraue."

13.34 Uhr: Jetzt werden Kernziele formuliert: Wirtschaftlichkeit, sportliche Stabilisierung, Kommunikation intern/extern verbessern, Frauenfußball, Stadionneubau, Vereinsprofil, Stadionerlebnis, Satzung optimieren.

13.30 Uhr: Kay Bernstein: "Es ging auch Ruhe mit Investor Lars Windhorst. Das haben wir 97 Tage geschafft, dann kam der Bericht der Financial Times." Windhorst soll laut dieses Berichts Ex-Präsident Werner Gegenbauer ausspioniert habe, um ihn mit einer gezielten Kampagne aus dem Amt zu drängen. Mehr dazu lesen Sie hier: Hertha setzt Investor Windhorst ein Ultimatum

13.25 Uhr: Kay Bernstein: "Wir haben das Präsidium geeint, die Gremien beruhigt. Es ging darum, Vertrauen aufzubauen um ein ganzheitliches Verstehen."

13.20 Uhr: Kay Bernstein resümiert jetzt seine erste 140 Tage, "die sich wie 365 Tage anfühlen. Aber alle haben mich mit offenen Armen empfangen. Keiner hat mich weggeschickt von wegen, der kann das nicht, du hast kein Knowhow". Und: "Als ich angetreten bin, habe ich gesagt, wir wollen den Verein einen. Das haben wir bravourös geschafft. Das ist die Grundlage, damit wir in den nächsten Jahren erfolgreich arbeiten können."

13.07 Uhr: Hertha hat 44.211 Mitglieder. Stand 11. November 2022. Zur Einordnung: Lokalrivale Union Berlin hat per 30. September 2022 knapp 46.000 Mitglieder

13.05 Uhr: Jetzt hat Vizepräsident Fabian Drescher das Wort und berichtet für das Präsidium.

12.59 Uhr: Es kommt zum Wahlvorgang bzgl. des Abwahlantrags gegen Klaus Brüggemann. Benötigt wird eine Dreiviertelmehrheit, es wird schriftlich abgestimmt. Bis das Ergebnis bekannt ist, wird es ein wenig dauern.

12.47 Uhr: In der Aussprache zu Thema Brüggemann schwanken die Aussagen der Mitglieder zwischen "Sie haben mein Vertrauen verloren" und "Wir müssen endlich alle an einem Strang ziehen, damit wir ein geschlossenes Bild nach außen senden und den dringend benötigten Klassenerhalt schaffen".

12.39 Uhr: Brüggemann: "Ich habe im Interesse des Vereins gehandelt und hatte nie persönliche Interessen."

12.35 Uhr: Replik von Klaus Brüggemann: "Ihr Antrag ist sicherlich legitim, aber mir wäre es lieber gewesen, wenn wir dies vielleicht vorher hätten klären können. Hier werden Behauptungen aufgestellt, die einfach nicht stimmen." Präsidentschaftskandidat Frank Steffel hätte seinen Bruder nicht erreicht, der ihn als Präsident hätte vorschlagen sollen. "Er hatte ihn nicht erreicht, daraufhin habe ich als Hertha-Mitglied ihn vorgeschlagen. Das war ein Fehler", sagt Brüggemann.

12.31 Uhr: Bär: "Allen Führungsgremien - und dazu zähle ich auch das Präsidium - sollte klar gemacht werden, dass die Mitglieder nicht mehr bereit sind, Entscheidungen widerstandslos durchzuwinken."

12.29 Uhr: Antragsteller René Bär erläutert seinen Abwahlantrag gegen Klaus Brüggemann: "Ich stehe in keinem persönlichen Kontakt zu Kay Bernstein. Es geht ausschließlich um Hertha BSC. Die Aufgabe des Aufsichtsrats ist es, das Präsidium zu beaufsichtigen. Klaus Brüggemann tut weit mehr als das." Bär bezieht sich u.a. auf mögliche Absprachen bezüglich der Kandidatenliste für die Präsidentenwahl im Juni.

12.25 Uhr: Ein Gegenantrag, diesen Abwahlantrag nicht zu behandeln, wurde mit einfacher Mehrheit abgelehnt.

12.19 Uhr: Der nächste Tagesordnungspunkt ist der Antrag zur Abwahl von Aussichtsratchef Klaus Brüggemann.

12.07 Uhr: Schiphorst: "Ich bin damals ein wenig überraschend zum Präsidentenamt gekommen." - Bernstein: "Kenne ich." Bernstein war im Juni nicht wenig überraschend zum Hertha-Präsidenten gewählt worden.

12.07 Uhr: Und dann gibt es noch eine goldene Ehrennadel mit Brillant - für Bernd Schiphorst, den ehemaligen Präsidenten und ehemaligen Aufsichtsratsvorsitzenden von Hertha. "Ich bin sehr angefasst und habe wahnsinnig gern gearbeitet für Hertha", sagt der heutige Hertha-Stiftungsvorsitzende.

11.53 Uhr: Nun werden 39 Mitglieder für 25 Jahre Mitgliedschaft bei Hertha ausgezeichnet, darunter der ehemalige Hertha-Stürmer Axel Kruse.

11.42 Uhr: Nach der Ehrung der verstorbenen Hertha-Mitglieder werden nun verdiente und langjährige Hertha-Mitglieder geehrt, darunter Herthas Ü70, die die Berliner Meisterschaft und den Pokal gewonnen hat. Dafür gibt es die bronzene Leistungsnadel.

11.28 Uhr: Versammlungsleiter Dr. Dirk Lentfer, der mit großem Applaus begrüßt wurde, hat die Versammlung inzwischen mit dem Verlesen der Tagesordnung auch offiziell eröffnet.

11.19 Uhr: Schwarz: "Wir sollten uns völlig freimachen davon, was andere Mannschaften am Wochenende machen. Wir müssen komplett bei uns bleiben, dann bin ich überzeugt davon, dass wir am Saisonende da stehen, wo wir hingehören."

11.17 Uhr: Hertha wird bis zum 8. Dezember durchtrainieren, diverse Testspiele inklusive. Danach ist Urlaub bis zum 2. Januar 2023.

11.16 Uhr: Schwarz über die ersten 14 Spiele: "Was den Weg betrifft, sind wir auf einem sehr guten Weg. Was die Intensität angeht, glaube ich schon, dass wir hier etwas entwickelt haben."

11.13 Uhr: Trainer Schwarz: "Was ihr uns an Energie gebt, ist großartig, ganz wunderbar."

11.13 Uhr: Die erste "Talkrunde" steigt mit Trainer Sandro Schwarz. Mediendirektor Max Jung moderiert die Veranstaltung in Vertretung von Fabian von Wachsmann, der positiv auf Corona getestet wurde.

11.10 Uhr: In der Mitte der Bühne steht ein großer Stehtisch mit sechs Stühlen dahinter, mehr Talkformat ist gewünscht. Bernstein bittet um einen respektvollen Umgang währen der Versammlung.

11.06 Uhr: Mit einem Ha Ho He und einem "herzlichen guten Morgen" eröffnet Hertha-Präsident Kay Bernstein die Mitgliederversammlung.

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