Hertha BSC

Hertha BSC: „Wir müssen den Gürtel enger schnallen“

| Lesedauer: 2 Minuten
Inga Böddeling
Präsident Bernstein: "Großes Potenzial an verbitterten Hertha-Fans"

Präsident Bernstein: "Großes Potenzial an verbitterten Hertha-Fans"

Hertha BSC steckt trotz des versöhnlichen Jahresausklangs durch das 2:0 gegen den 1. FC Köln erneut mitten im Abstiegskampf. Dementsprechend gedämpft war die Stimmung bei der Mitgliederversammlung am Sonntag. Im Anschluss stärkte Sport-Geschäftsführer Fredi Bobic seinem Trainer Sandro Schwarz demonstrativ den Rücken. Präsident Kay Bernstein sprach von einem "großen Potenzial an verbitterten Hertha-Fans".

Video: Sport
Beschreibung anzeigen

Die Hertha-Führung stellt auf der Mitgliederversammlung ein großes Minus für das Geschäftsjahr 21/22 vor. Konsequenzen für die Zukunft.

Berlin.  Auf Hertha BSC warten wirtschaftlich schwierige Zeiten. Schon in der vergangenen Woche war der Jahresabschluss der Saison 2021/22 bekannt geworden. Präsident Kay Bernstein ordnete die Bilanz als „herausfordernd“ ein.

Die KGaA des Berliner Fußball-Bundesligisten geht mit einem Minus von 79,75 Millionen Euro aus dem Geschäftsjahr, das Eigenkapital ist von 107,6 Millionen auf 29,5 Millionen Euro geschrumpft, die Personalkosten auf 97,7 Millionen (Vorjahr 92,3 Mio.) gestiegen.

Hertha BSC mit weniger Handlungsspielraum

„Wir müssen den Gürtel enger schnallen“, erklärte Geschäftsführer Thomas Herrich auf der Mitgliederversammlung des Hauptstadtklubs am Sonntag in der Messehalle. „Da muss man auch kein Kaufmann sein, wenn man die Zahlen sieht. Wir müssen Finanzierung durch Eigen- oder Fremdkapital prüfen.“

Hinzu kommt, dass im Herbst 2023 40 Millionen Euro aus der Nordic-Bonds-Anleihe zurückgezahlt werden müssen. Die wirtschaftlichen Aussichten bei Hertha sind also alles andere als rosig. „Wir müssen uns wirtschaftlich konsolidieren“, so Präsident Bernstein. „Da haben wir ein Umdenken eingeleitet.“

Die aktuellen Zahlen schränken auch Herthas Handlungsspielraum in Sachen Transfers ein. Sport-Geschäftsführer Fredi Bobic muss somit den Drahtseilakt meistern, einen leistungsfähigen Kader zusammenzustellen, ohne die klammen Kassen weiter zu belasten.

Hertha BSC mit weniger Einnahmen aus TV-Geldern

Ein Grund für das hohe Minus von fast 80 Millionen Euro sind die immensen Personalaufwendungen, die durch die hohen Gehälter des Profikaders ebenso zustanden kamen wie durch Abfindungen von ehemaligen Trainern und Geschäftsführern.

Zudem sind die Einnahmen aus TV-Geldern gesunken. War Hertha in der Saison 2020/21 noch Achter der Rangliste, führte der anhaltende Misserfolg zum Abrutschen auf Platz zehn. Für die aktuelle Spielzeit werden die Berliner als 13. geführt. „Wenn wir sportlich erfolgreicher sind, rutschen wir da auch wieder hoch“, erklärte Herrich.

Mehr über Hertha BSC lesen Sie hier.