Jos Luhukay zog seine Kapuze immer weiter ins Gesicht. Dem Trainer von Hertha BSC wehte am Freitagmittag eine steife Brise um die Ohren – und das, was seine Schützlinge auf dem Schenckendorffplatz veranstalteten, schien das Gemüt des Niederländers auch nicht sonderlich erwärmen zu können.

In Abwesenheit von sieben Nationalspielern hatte der Berliner Fußball-Bundesligist ein internes Testspiel anberaumt. „Wir wollen einen gewissen Rhythmus halten“, sagte Luhukay, der auf das Mitwirken von acht Nachwuchskräften angewiesen war, um überhaupt zwei Teams voll zu bekommen.

Personalnot in der Innenverteidigung

Das wiederum liegt nicht nur an den Länderspielreisenden, sondern auch an den fünf Profis, die derzeit in der Reha-Abteilung schuften. Zwei davon sind die Innenverteidiger Sebastian Langkamp (Fersenbein) und Fabian Lustenberger (Sehnenanriss). Luhukay nutzte den Trainingskick daher, um einen Ersatzkandidaten zu testen: Jens Hegeler.

Der etatmäßige Achter durfte sich mit Stürmer Sandro Wagner auseinander setzen, wurde dabei aber selten gefordert. Davon, dass Hegeler der Defensive zu mehr Stabilität verholfen hätte, konnte allerdings auch keine Rede sein. Nach einem insgesamt zerfahrenen Spiel unterlag sein Team mit 2:4 (1:1).

Ben-Hatira als auffälligster Akteur

„Jens ist multifunktional einsetzbar“, sagte Luhukay. In den Überlegungen, wie er den Ausfall von Lustenberger kompensiert, spiele Hegeler durchaus eine Rolle. In Augsburg, wo Luhukay und Hegeler 2009/10 zusammenarbeiteten, lief der 26-Jährige häufiger als Verteidiger auf. Und bei Herthas 1:0-Sieg gegen Wolfsburg sprang Hegeler in der Schlussphase bereits für den verletzten John Heitinga ein.

Deutlich stärker drängte sich hingegen Änis Ben-Hatira auf. Der Offensiv-Allrounder scheint nach seiner Muskelverletzung auf dem besten Weg zurück in die Startelf. Wie sehr er Herthas lahmendem Angriff helfen könnte, deutete er am Freitag schon mal an. Mit drei Toren war er der mit Abstand auffälligste Akteur.