Vereinsfinanzen

Hertha BSC bekommt so viel Geld aus TV-Vertrag wie nie zuvor

Hertha BSC plant für die Bundesliga mit einem deutlich gestiegenen Etat von 69 Millionen Euro. Ablösepflichtige Profis können nur verpflichtet werden, wenn im Gegenzug Geld für Abgänge reinkommt.

Mit einem deutlich gestiegenen Haushalt geht Hertha BSC in das Abenteuer Fußball-Bundesliga. Der Aufsteiger plant die Spielzeit 2013/14 mit Einnahmen von insgesamt 69 Millionen Euro. Der größte Posten dieser Erlöse stammt aus der Vermarktung – vom Hauptsponsor, vom Ausrüster, aus der Vermarktung von Logen. Die größte Steigerung gegenüber dem Jahr in der Zweiten Liga besteht in den Einnahmen aus dem neuen TV-Vertrag. Hertha rechnet dort mit 22,2 Millionen Euro. Zum Vergleich: In der aktuellen Zweitliga-Saison gab es acht Millionen.

Sportliche Voraussetzung, damit diese Zahlen erreicht werden: 40 Punkte, die Teilnahme an zwei Runden im DFB-Pokal sowie ein Zuschauerschnitt von 47.500 Besuchern im Olympiastadion.

Auf der Ausgabenseite kalkuliert der Hauptstadt-Klub mit 68,1 Millionen Euro. Das entspräche einem Resultat, das Hertha seit vielen, vielen Jahre im laufenden Geschäft nicht hat realisieren können. Größter Posten bei den Ausgaben sind die Personalkosten, die auf 28,1 Millionen Euro veranschlagt sind.

Herthas Zahlungsfähigkeit wird erneut geprüft

Zudem konkretisierte Finanz-Geschäftsführer Ingo Schiller die Auflagen, die die Deutsche Fußball-Liga (DFL) Hertha BSC für die Erteilung einer Lizenz für 2013/14 erteilt hatte. So wird die Zahlungsfähigkeit von Hertha im Rahmen des Nachlizenzierungsverfahren zum 31. Oktober 2013 erneut überprüft. „Wir müssen Mehr-Ausgaben, die wir machen, mit Mehr-Einnahmen decken“, sagte Schiller. Das betrifft vor allem Transfers. Im Lizenzantrag ist der Posten Transfereinnahmen und -gewinne jeweils mit null Euro ausgewiesen. Die Erfahrung indessen zeigt, dass es in den Wechselperioden immer wieder zu kostenpflichtigen Geschäften kommt. Für Hertha heißt das: Ablösepflichtige Profis können nur verpflichtet werden, wenn im Gegenzug Geld für Abgänge eingenommen worden ist.

Bei der dritten Auflage, die im DFL-Statut festgeschrieben ist, blieb Schiller theoretisch. „Wir müssen unser negatives Eigenkapital zum 31. Dezember um zehn Prozent senken.“ Er wollte jedoch derzeit nicht beziffern, wie hoch der Stand der Verbindlichkeiten in diesem Sommer ausfällt.

Herthas Schulden sind um etwa fünf Millionen Euro gesunken

Zum 30. Juni 2012 hatte Hertha Verbindlichkeiten von 42 Millionen ausgewiesen. Wie die Morgenpost exklusiv erfuhr, wird der Schuldenberg zum 30. Juni dieses Jahres auf etwa 37 Millionen Euro sinken.

Das klingt paradox, weil Hertha zunächst das Abenteuer Zweite Liga 2012/13 mit einem dicken Minus geplant hatte. Tatsächlich wird das laufende Geschäft auch mit einem Defizit von mehr als fünf Millionen Euro abgeschlossen. Hertha kommt jedoch zugute, dass es außerordentliche Einnahmen für die Catering-Rechte von 2014 bis 2020 gibt. Der Verein wird dafür zehn Millionen Euro erhalten, die komplett in die Reduzierung der Schulden investiert werden. Deshalb wird Schiller zum Stichtag Ende Juni Verbindlichkeiten von „nur“ 37 Millionen ausweisen.

Zudem teilte Ingo Schiller mit, dass der Vertrag mit Sportrechte-Vermarkter Sportfive (Hamburg) mittlerweile bis 2020 läuft. Bisher bekannt war, dass Hertha bis 2018 an Sportfive gebunden ist. Im Rahmen der unvorgesehenen zwei Jahre in der Zweiten Liga haben sich Hertha und der Vermarkter auf eine Modifikation der Verträge samt Verlängerung geeinigt.