Zweite Liga

Herthas genussvolles Ende einer außergewöhnlichen Rekordsaison

Nach der rauschenden Aufstiegsfeier werden am Dienstag auf der Mitgliederversammlung die Weichen für die Zukunft gestellt. Es wird die vorzeitige Vertragsverlängerung mit Trainer Luhukay bis 2016 erwartet.

Das i-Tüpfelchen auf eine der außergewöhnlichsten Spielzeiten von Hertha BSC war am Sonntagabend karamellisiert. Auf der glamourösen Saisonabschlussfeier in der „Station“ am Gleisdreieck, wohin die Berliner nach dem 1:1 (0:1) gegen Energie Cottbus rund 600 Gäste geladen hatten, servierte Spitzenkoch Markus Semmler exquisit versüßte Kirschtomatenbonbons, Thunfisch mit Mango-Chilivinaigrette und Thaibasilikumduft sowie Tranchen vom Kalbsrücken mit grünem und weißem Spargel.

Den Gästen, darunter Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit, der eine Rede hielt, wurde also ein Gaumenschmaus geboten. Schon zuvor hatte die Mannschaft von Trainer Jos Luhukay ihren Fans eine Saison kredenzt, die ebenso das Prädikat „äußerst schmackhaft“ verdient hat.

Mit 76 Punkten, die für Hertha auf der Abschlusstabelle zu Buche stehen, sind die Blau-Weißen nunmehr das erfolgreichste Team in der Geschichte der Zweiten Liga.

Kleiner Seitenhieb gegen Fortuna Düsseldorf

Das wollte natürlich gebührend zelebriert werden: Bis früh um 4.30 Uhr feierten die Verantwortlichen und Spieler auf der Tanzfläche. Als dann auch noch der Song „An Tagen wie diesen“ von den bekennenden Fortuna-Fans Die Toten Hosen mit den Worten „Mit freundlichen Grüßen nach Düsseldorf“ anmoderiert wurde, waren auch die allerletzten bösen Geister der verlorenen Chaos-Relegation gegen die Fortuna und dem daraus resultierenden Bundesligaabstieg 2012 vertrieben.

Schließlich ist Hertha nach nur einer Spielzeit in der Zweitklassigkeit wieder zurück im deutschen Oberhaus, während die Düsseldorfer den entgegengesetzten Weg genommen haben. „Wir haben eine außergewöhnliche Saison gespielt. So etwas erlebt man wirklich nicht oft“, sagte Trainer Jos Luhukay, der in Begleitung seiner Frau Ingrid erschien.

Nach den kulinarischen Hochgenüssen vom Sonntagabend wird es am Dienstag das geschmackliche Kontrastprogramm geben: Bei der Mitgliederversammlung der Berliner im ICC (ab 19 Uhr) wird traditionell Kartoffelsalat mit Wiener Würstchen aufgetischt. Dabei dürfte es ebenso etwas zu feiern geben wie zwei Tage zuvor: Denn auf der Mitgliederversammlung wird die vorzeitige Verlängerung des auf 2014 datierten Vertrages von Trainer Luhukay um zwei Jahre bis 2016 erwartet.

„Ich denke, das ist nur noch eine reine Formsache. Es sind nur noch Details zu klären“, sagte Herthas Manager Michael Preetz im Vorfeld. Allerdings steht nur noch ein einziges Detail aus, und das ist die Unterschrift des Niederländers. Denn beide Seiten waren sich früh einig über eine Verlängerung der Zusammenarbeit.

Brooks krönt sich selbst

Neben der Personalie Luhukay wird am Dienstag aller Voraussicht nach auch ein weiterer Baustein für die Zukunft präsentiert werden: Der Japaner Hajime Hosogai (26) kommt für rund eine Million Euro vom Bundesligadritten Bayer Leverkusen. Nach dem ablösefrei verpflichteten Innenverteidiger Sebastian Langkamp ist der Defensiv-Allrounder der zweite Zugang für die kommende Saison. Dass zeitnah auch die Verpflichtung des Linksverteidigers Johannes van den Bergh (26, bisher Düsseldorf) verkündet wird, ist zu erwarten.

Einer war am Sonntagabend übrigens besonders gut gelaunt: Der erst 20 Jahre alte Verteidiger John Anthony Brooks hatte mit seinem allerersten Profitor gegen Cottbus (87. Minute) dafür gesorgt, dass Hertha auch eine weitere Bestmarke aufstellte. Durch das Remis bleibt Hertha als einziges Team im deutschen Profifußball in diesem Jahr daheim ungeschlagen. „In dem Moment sind alle Gefühle hoch gekommen“, beschrieb Brooks seinen Gemütszustand nach dem Ausgleichstreffer, der seine starke Saison krönte. „Es gab keinen besseren Zeitpunkt für mein erstes Tor als diesen.“