Für Hertha BSC ist die Zweitklassigkeit mit dem letzten Heimspiel am heutigen Sonntag gegen Energie Cottbus vorerst Geschichte. Um einen neuerlichen Abstieg aus der Bundesliga in der kommenden Spielzeit zu verhindern, müssen sich die Berliner personell verstärken. Die Verhandlungen mit potenziellen Zugängen laufen seit Wochen.

Nach der Verpflichtung von Innenverteidiger Sebastian Langkamp, der zu Wochenbeginn einen Dreijahresvertrag unterschieben hat, steht nun der nächste Zugang fest. Nach Morgenpost-Informationen wird Hertha am Dienstag den Japaner Hajime Hosogai vom diesjährigen Bundesligadritten Bayer Leverkusen unter Vertrag nehmen.

Hosogai ist 26 Jahre alt und japanischer Nationalspieler (18 Einsätze). Beim Europa-League-Teilnehmer Leverkusen erkämpfte sich „Hatschi“, wie ihn die Kollegen dort nennen, in der Hinrunde einen Stammplatz, weil er vielseitig einsetzbar ist. Eigentlich im defensiven, zentralen Mittelfeld beheimatet, half Hosogai links in der Viererkette aus und machte zwölf Spiele. In der Rückrunde aber kam er nur noch zu fünf Kurzeinsätzen. Leverkusen holte Hosogai zum Jahresanfang 2011 von Urawa Red Diamonds und lieh ihn sofort zum FC Augsburg aus.

Und da ist auch die Verbindung zu Hertha: Denn genau wie Langkamp erfüllt Hosogai nicht nur in Sachen Alter und Entwicklungsfähigkeit das Anforderungsprofil. Er hat darüber hinaus auch ebenso wie der Innenverteidiger bereits mit Herthas Cheftrainer Jos Luhukay zusammengearbeitet. Unter Luhukay stieg er 2011 mit Augsburg in die Bundesliga auf und war im Jahr darauf mit 32 Einsätzen und drei Toren maßgeblich daran beteiligt, dass der Klub damals den Klassenerhalt schaffte.

Warten auf Leitner und Bellarabi

Doch anders als Langkamp wechselt Hosogai nicht ablösefrei. Hertha zahlt nach Morgenpost-Informationen für den noch bis 2015 an Leverkusen gebundenen Asiaten, dessen Marktwert laut transfermarkt.de auf 3,5 Millionen Euro taxiert wird, etwa eine Million Euro. Der volle Umfang der Ablösesummer wird jedoch nicht sofort fällig, sondern in Raten gezahlt. Das ist für den finanziell klammen Klub wichtig. Der Japaner soll bei Hertha einen Drei-Jahres-Vertrag unterschreiben.

Für Hosogai entschieden hat sich der Bundesligaaufsteiger aufgrund seiner Vielseitigkeit: Er kann nicht nur den defensiveren Part im zentralen Mittelfeld übernehmen, sondern auch den offensiveren. Darüber hinaus kann er auch links und rechts in der Viererkette eingesetzt werden. Nach dem Abgang von Alfredo Morales zum FC Ingolstadt hat Hertha damit einen ähnlich vielseitigen Spieler als Ersatz gefunden. Ein schöner Nebeneffekt: Durch die Verpflichtung Hosogais erhofft sich Hertha auch bessere Vermarktungsmöglichkeiten in Asien.

Aber Hosogai wird nicht der letzte Zugang der Berliner sein. Neben dem 26 Jahre alten Linksverteidiger Johannes van den Bergh von Fortuna Düsseldorf, dessen Verpflichtung ebenfalls in der kommenden Woche zu erwarten ist, sucht Hertha mindestens noch einen offensiven Mittelfeldspieler. Sehr interessiert ist man weiter an Moritz Leitner von Borussia Dortmund. Er soll ausgeliehen werden. Doch an dem 20 Jährigen sind auch andere Klubs interessiert. Zuletzt wurde der VfB Stuttgart genannt. Hertha aber setzt auch bei Leitner auf Luhukay: Beide arbeiteten 2011 bereits in Augsburg zusammen.

Der Brasilianer Caiuby (Ingolstadt, zehn Tore) ist für Hertha dagegen nicht realisierbar. Karim Bellarabi, ein weiterer Kandidat, lässt Leverkusen vorerst noch nicht ziehen. Die Hoffnung, dass er kommt, gibt Hertha aber nicht auf.