Zweite Liga

Alfredo Morales verlässt Hertha und wechselt nach Ingolstadt

Der Aufsteiger zieht das Angebot für das Talent aus dem eigenen Nachwuchs zurück. Am Freitagabend wurde bekannt, dass Alfredo Morales nun zum FC Ingolstadt geht – zu einem Zweitligisten.

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Am Abend gab der Zweitliga-Meister bekannt, dass er sein Vertragsangebot für Alfredo Morales (23) zurückzieht. Der Mittelfeldspieler gehört am Sonntag im letzten Saisonspiel nicht mehr zum Kader für die Partie gegen Energie Cottbus. „Wir haben Alfredo einen Zwei-Jahres-Vertrag angeboten“, sagte Manager Michael Preetz. „Der Trainer und ich hätten ihm zugetraut, in der kommenden Saison eine Überraschung zu werden, sprich einen etablierten Spieler verdrängen zu können.“ Die letzte Verhandlungsrunde war versehen mit dem Zusatz, das Hertha-Angebot gelte bis Ende dieser Woche. Morales hat jüngst seinen Berater gewechselt, nun wird er bei der Agentur Rogon von Werner Damm betreut. Das ist insofern pikant, weil Damm einst Jugend-Trainer und -Scout bei Hertha war und entlassen worden war.

Morales war ein Beispiel dafür, dass manche Talente spät den Sprung schaffen. Doch nach einem Trainingslager bei der US-Nationalmannschaft im Januar unter Nationaltrainer Jürgen Klinsmann startete er auch bei Hertha durch und kam in der Rückrunde auf neun Einsätze. Bei Hertha wunderte man sich indessen, dass die Morales-Seite seit drei Tagen nicht zu erreichen war. Manager Preetz sagte der Morgenpost: „Daraufhin habe ich am Abend das Angebot zurückgezogen.“

Morales, seit 2000 im Verein, hat sich gegen die Perspektive Bundesliga entschieden. Der Mittelfeldspieler bestätigte der Morgenpost, dass er zum Zweitligisten FC Ingolstadt wechseln werde. Dort erhält er einen Zwei-Jahres-Vertrag. Er habe seine Entscheidung, die Offerte von Hertha nicht anzunehmen, Trainer Jos Luhukay nach dem Training mitgeteilt. Gefragt, dass er als Alternative für Peer Kluge (32) in Berlin eigentlich gute Chancen auf reichlich Einsatzzeiten gehabt hätte, antwortete Morales: „Vielleicht wäre es so gekommen. Aber ich habe mich von dem finanziellen Angebot nicht so wert geschätzt gefühlt. Und auch sportlich war ich mir nicht sicher, ob es so gekommen wäre. Jetzt bin ich glücklich mit meiner Entscheidung.“