Jos Luhukay spendiert die Informationen scheibchenweise. Nachdem der Hertha-Trainer vor zwei Tagen gesagt hatte, er wolle mal schauen, ob der Neue, Peter Pekarik (25), am Sonntag im Punktspiel gegen den VfR Aalen dabei sei, hieß es am Freitag: „Peter hat jetzt einmal mit der Mannschaft trainiert. Er wird auf jeden Fall im 18er-Kader stehen. Wie es mit der Aufstellung aussieht, das überlege ich mir dann am Sonntagmorgen.“

Pekarik vor seinem Debüt

Es gehört aber nicht viel Mut dazu vorherzusagen, dass Pekarik als rechter Außenverteidiger im Heimspiel im Olympiastadion seinen Hertha-Einstand geben wird. Luhukay begründete die Last-Minute-Verpflichtung des 42maligen slowakischen Nationalspielers damit: „Wir hatten Bedarf auf der rechten Seite, nachdem bei Christoph Janker unklar ist, wann er überhaupt wieder ins Training einsteigen kann.“ Pekarik, der die gesamte Vorbereitung beim VfL Wolfsburg mitgemacht hat, erklärte sich selbst für „fit und bereit“.

Ein weiterer Spieler wird seine Saison- und Zweitliga-Premiere geben, obwohl er bereits länger als ein Jahr bei Hertha spielt: Thomas Kraft (24). Der Torwart, im Sommer 2011 vom FC Bayern gekommen, war in den ersten vier Saisonspielen gesperrt, eine Nachwirkung des skandalösen Relegationsrückspiels bei Fortuna Düsseldorf (2:2). Als Kraft dann ran durfte, setzte ihn beim Derby gegen den 1. FC Union eine Rückenblockade außer Gefecht. Die hatte sich der ehrgeizige Schlussmann beim Abschlusstraining eingehandelt. Kraft versuchte es noch beim Warmmachen in der Alten Försterei – und musste dann doch passen. „Da muss man sich fragen: Kann ich der Mannschaft helfen? Ich konnte mich aber überhaupt nicht richtig bewegen. Auch wenn es schwer fällt, da muss man dann vernünftig sein und erkennen: Ich kann nicht helfen.“ Stellvertreter Sascha Burchert machte seine Sache beim 2:1 im Derby gut, er zeigte in der Wuhlheide seine bisher beste Leistung im Hertha-Trikot.

Krafts Beschwerden abgeklungen

Dennoch war Trainer Luhukay die Erleichterung anzumerken, als er am Freitag bei der obligatorischen Pressekonferenz vor der Partie des fünften Zweitliga-Spieltages verkünden konnte: „Thomas hat das gesamte Training mit der Mannschaft absolviert. Er kann Sonntag spielen.“ Kraft sagte gegenüber Morgenpost Online: „Die Beschwerden sind abgeklungen, alles gut.“

Die Debütanten sollen Hertha zur dringend gesuchten defensiven Stabilität verhelfen. Wegen Sperren, Verletzungen und Rekonvaleszenz mussten die Berliner wieder und wieder in der Vierer-Abwehrkette und im Tor wechseln. Folge: Sieben Gegentore kassierte der Aufstiegsfavorit – nur Dynamo Dresden, Union (je acht) und Schlusslicht MSV Duisburg (zwölf) stehen schlechter da.

Kraft ist nicht entgangen, dass Hertha in dieser Saison bisher noch nie ohne Gegentor geblieben ist: „Unser Ziel ist es aufzusteigen, dafür ist eine gute Defensive unabdingbar. Mein Ziel ist es, dass wir mit Hertha die wenigsten Gegentore kassieren. Dafür muss man dann öfter mal zu Null spielen.“