Zweite Liga

Hertha sucht Luhukays Superstars

Von Allagui bis Wagner: Morgenpost Online stellt Herthas Sommerzugängen nach den ersten fünf Spielen der Saison ein Arbeitszeugnis aus.

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Am Mittwoch wird der Kader von Hertha BSC für die Hinrunde in der Zweiten Fußball-Liga komplettiert, dann nämlich stößt der Slowake Peter Pekarik erstmals zu seinem neuen Arbeitgeber. Der 25-jährige Nationalspieler war am letzten Tag der Transferperiode verpflichtet worden, Trainer Jos Luhukay kündigte bereits an: „Er wird unsere rechte Seite in der Viererkette dicht machen!“

Klingt nach einem Stammplatz für Pekarik. Morgenpost Online bilanziert, wie sich die anderen acht Zugänge in den ersten fünf Spielen, inklusive der Pokalschlappe in Worms (1:2), geschlagen haben.

Peer Kluge, 31 Jahre:

Der Mittelfeldspieler kam von Schalke 04 nach Berlin, ein Wechsel, der durchaus mit gewisser Skepsis betrachtet wurde. Denn Kluge absolvierte verletzungsbedingt nur drei Kurzeinsätze in der Vorsaison, den letzten im Oktober 2011. Bei Luhukay nimmt er mit seiner Erfahrung von 218 Bundesliga-Spielen dennoch eine zentrale Rolle ein. „Er spielt mit hohem Einsatz. Wenn er einige Spiele mehr hat, wird er uns auch fußballerisch mehr helfen können.“ Bislang wurde er defensiv, meist aber offensiv hinter den Spitzen eingesetzt, in 240 Einsatzminuten gelang ihm eine Torvorlage.

Sandro Wagner, 24 Jahre:

Der Stürmer wurde wohl am kritischsten beäugt bei seiner Verpflichtung. Vergangene Saison war er in Bremen und Kaiserslautern ohne Treffer geblieben – bei Hertha erweist er sich nun als konstantester Angreifer. Der Trainer schätzt an ihm, dass er sich im Strafraum mit dem Ball behaupten kann, ihn auch erobern kann. Mit drei Toren, eins davon im Pokal, traf er am öftesten. 212 Einsatzminuten erhielt er in der Liga, dazu 90 im Pokal. Wagner erreicht beim Fachmagazin „kicker“ den besten Notendurchschnitt (3,0) des Teams.

Ben Sahar, 23 Jahre:

Wahrlich imposant sind die Vereine, für die der Israeli schon das Trikot trug: Chelsea, Espanyol Barcelona, zuletzt Auxerre. Herthas Laibchen durfte er bislang noch keine einzige Minute tragen – als einziger Neuling. „Er war letzte Woche sechs Wochen dabei, und ich habe immer gesagt, bevor ein Spieler spielt, muss er die körperliche und konditionelle Voraussetzung dafür haben“, so Luhukay. Der Offensivmann, der auf verschiedenen Positionen mit seiner Schnelligkeit punkten kann, hatte sich zuletzt über seine Rolle beschwert. „Das ist überhaupt kein Problem, dass ein Spieler enttäuscht ist, verstehe ich“, so Luhukay. Er sehe es so, dass Sahar erst jetzt seine Vorbereitung abgeschlossen habe.

Sami Allagui, 26 Jahre:

Für seinen Wechsel aus Mainz legte Hertha viel Geld auf den Tisch. Dafür wünscht sich der Trainer etwas mehr spielerischen Esprit vom Tunesier. Der ist bislang zu passiv, musste schon einige Kritik deshalb einstecken. Dennoch erzielte er in der Liga zwei Tore und bereitete in 277 Einsatzminuten zwei weitere vor. Zuletzt verzichtete Allagui auf die tunesische Nationalmannschaft. „Das ist eine persönliche Entscheidung, die sicher positiv für uns zu werten ist“, so Luhukay, der Allagui im Pokal nur für drei Minuten brachte.

Elias Kachunga, 20 Jahre:

Nach seiner Ausleihe von Borussia Mönchengladbach sah er wie der Gewinner der Vorbereitung aus: Kachunga traf dort am zuverlässigsten. In der Liga fehlte aber bislang das Vertrauen des Trainers, nur 14 Minuten durfte Kachunga ran, im Pokal immerhin 81. Ihm wurde der schwierige Start von Hertha zum Verhängnis, wäre es besser gelaufen und Hertha hätte mehr Raum gehabt, wäre er eine Alternative gewesen. „Er braucht Geduld und muss fleißig sein“, sagt der Niederländer Luhukay.

Marcel Ndjeng, 30 Jahre:

Bislang war er der einzige im Kader von Hertha, der alle Ligaspiele über die volle Distanz absolviert hat, hinzu kommen 45 Minuten im Pokal. Meistens war er dabei auf der rechten Seite defensiv unterwegs, nun aber ist die Offensive der Spielplatz des Mannes, der aus Augsburg kam. Ndjeng ist ein langjähriger Wegbegleiter von Luhukay, er setzt auf dessen Erfahrung und läuferische Qualität.

Marvin Knoll, 21 Jahre:

Der gebürtige Berliner war vergangene Saison nach Dresden ausgeliehen und sollte nun auf der linken Außenbahn seine Offensivstärke demonstrieren. „Marvin ist technisch gut, ballsicher, er hat Spielübersicht und einen starken linken Fuß“, so die Einschätzung des Trainers. Knoll schaffte es in die Startformation der ersten beiden Partien, kam da auf 140 Einsatzminuten, musste dann zuschauen und verletzte sich im Regionalligateam, so dass er derzeit fehlt.

Daniel Beichler, 23 Jahre:

Ähnlich wie Knoll erging es dem Österreicher, der vergangene Saison nach Ried ausgeliehen war, auf der rechten Offensivseite. 57 Minuten absolvierte er im Auftaktspiel. Familiäre Dinge ließen ihn dann eine Auszeit nehmen, als er zurückkehrte, verletzte er sich in einem Test (Anbruch Kahnbein), er fehlt weiterhin.

Fazit:

Einige der neuen Spieler waren bei Hertha für wichtige Rollen vorgesehen und nehmen diese auch schon ein. Insofern scheint die Transferpolitik der Berliner aufgegangen zu sein.

In Wagner haben sie sogar mehr bekommen, als zu erwarten war. Gerade aber in der Offensive wird es durch das Überangebot an Spielern vor allem für die Jungen schwer, sich durchzusetzen beim Aufstiegsfavoriten.