Verletzung

Herthas Genki Haraguchi fällt wochenlang aus

Der Neuzugang aus Japan zog sich beim 2:2 gegen Bremen eine Schulterverletzung zu und wird den Berlinern vorerst fehlen. Die Alternative Stocker trifft für die U23, doch Coach Luhukay fordert Geduld.

Foto: Matthias Kern / Bongarts/Getty Images

Mit einem dicken Eisbeutel auf der rechten Schulter und ziemlich zusammengegriffenen Augen verließ Genki Haraguchi das Spielfeld. Herthas japanischer Zugang musste kurz vor Ende der Auftaktpartie gegen Bremen (2:2) die Bekanntschaft mit der mitteleuropäischen Härte in der Bundesliga machen und hatte sich in einem Zweikampf die Schulter verletzt.

Dass es schlimmer sein würde, hatte Haraguchi schon am Abend geahnt und war zur Untersuchung ins Krankenhaus gefahren. Ergebnis: Der 23-Jährige zog sich eine Schultereckgelenk-Verletzung zu und wird dem Team von Trainer Jos Luhukay wochenlang fehlen.

„Das ist für uns sehr bitter“, sagte Luhukay am Sonntag. „Genki hatte viele Momente im Spiel, in denen er seine Qualitäten gezeigt hat.“ Nun muss Luhukay mindestens gegen Bayer Leverkusen am Sonnabend – wahrscheinlich aber auch im Heimspiel gegen Mainz in drei Wochen (dazwischen ist Länderspielpause) – auf den schnellen Flügelspieler verzichten. Für Hertha ist das ein herber Verlust, und dass dies so ist, war noch vor Wochen nicht zu erwarten.

Länderspielreise abgesagt

Haraguchi, von den Urawa Red Diamonds für 500.000 Euro aus der J-League verpflichtet, war zunächst als Ergänzungsspieler gekommen. Doch der flinke Japaner überzeugte sofort, spielte sich in die Startelf und wuselte gegen Bremen, als er auch das 2:0 durch Julian Schieber vorbereitete, wie ein nimmermüdes Duracellhäschen auf der linken Seite.

Nun wird er nicht nur Hertha fehlen, sondern muss auch seine Reise zur japanischen Nationalmannschaft absagen, für die er nominiert wurde.

Stocker braucht noch Spielrhythmus

Für ebensolche Ausfälle hatte sich Hertha im Sommer personell breiter aufgestellt. Mit Valentin Stocker kam ein viel umworbener Mann, für den die Berliner so tief wie lange nicht mehr in die Tasche griffen (3,12 Millionen Euro aus Basel). Doch der Schweizer ist noch nicht so recht angekommen in Berlin und sei nach seiner WM-Teilnahme in Brasilien noch nicht bereit, wie Luhukay auch am Sonntag betonte.

„Er braucht noch Zeit und Geduld“, sagte der Niederländer. Stocker fand sich am Sonntag in Herthas Regionalligateam wieder und traf dort zum 6:0-Endstand gegen den VfB Auerbach (90. Minute). Dem teuersten Zugang der Blau-Weißen in diesem Sommer fehle noch der nötige Spielrhythmus, sagte Luhukay. Ob Stocker gegen Leverkusen schon eine Alternative als Haraguchi-Ersatz ist, ließ er offen.