Bundesliga

Johannes van den Bergh kämpft um seine Zukunft bei Hertha

Der Linksverteidiger steckt in einer Formkrise und steht bei den Berlinern in der Kritik. Nun trifft Johannes van den Bergh gegen Augsburg auf den Mann, der ihn in der kommenden Saison ersetzen soll.

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Johannes van den Bergh bekommt einiges zu hören, seit Herthas Formkurve in der Rückrunde deutlich nach unten zeigt. Die aktuelle Krise der Berliner ist irgendwie auch seine Krise geworden. Und nun wird der Linksverteidiger am Sonnabend in Augsburg (15.30 Uhr) aus nächster Nähe begutachten können, was man ihm in der Hauptstadt derzeit vorwirft.

Denn beim kommenden Gegner des Aufsteigers spielt ein Mann, der – geht es nach Herthas Verantwortlichen – van den Berghs Platz hinten links bei den Blau-Weißen übernehmen soll: Matthias Ostrzolek, 23.

Augsburgs Ostrzolek soll kommen

Ostrzolek hat in der aktuellen Saison gezeigt, was Hertha bei van den Bergh vermisst: Torgefahr und defensive Stabilität zugleich. In 29 Einsätzen für das Team von Trainer Markus Weinzierl bereitete der in Bochum geborene Sohn polnischer Eltern sieben Tore vor. Kein Linksverteidiger der Liga gab mehr Assists. Van den Bergh dagegen kommt nur auf eine einzige Vorlage in 22 Partien.

An den Abnehmern im eigenen Team liegt das nicht: Während van den Bergh nur 39 Flanken geschlagen hat, kam Ostrzolek auf 102. Er gab 31 Torschussvorlagen – van den Bergh dagegen nur zehn. „Ich komme momentan nicht an meine Hinrundenform heran“, sagt van den Bergh und spricht von einer „hinkenden Rückrunde“.

Zu wenig Torgefahr über links

Im vergangenen Sommer war er mit dem Etikett „Luhukays Musterschüler“ aus Düsseldorf gekommen, weil Herthas Trainer Jos Luhukay ihn aus seiner Zeit in Mönchengladbach schätzte. Torgefährlich war der 27-Jährige eigentlich noch nie, dafür galt er stets als sicherer Verteidiger.

Doch auch jene Produktbeschreibung ist unscharf geworden. Zu oft fielen Gegentore über van den Berghs Seite – wie jüngst in Leverkusen zwei Mal. Luhukay war zuletzt nicht gewillt, weiter uneingeschränkt auf van den Bergh zu setzen, probierte es mit Fabian Holland und Peter Pekarik hinten links, den er aber rechts benötigt.

Luhukays Musterschüler

Nun suchen sie bei Hertha einen neuen Linksverteidiger, von denen es in Deutschland ja wenig gute gibt. Ostrzolek soll kommen, und van den Bergh könnte gewissermaßen durch sich selbst ersetzt werden. Denn auch Ostrzolek trägt das Etikett „Luhukays Musterschüler“ spazieren. Ihn holte Herthas Trainer im Januar 2012 aus Bochum nach Augsburg und baute ihn zum Stammspieler auf.

Seine Entwicklung hat Luhukay interessiert verfolgt. Weil van den Bergh derzeit schwächelt, soll Ostrzolek, der einst für die polnische U17-Nationalelf spielte und nun deutscher U21-Nationalspieler ist, aus seinem Vertrag bis 2015 heraus gekaufen werden.

Keine Angst vor der Konkurrenz

Leicht wird das nicht: Auf rund drei Millionen Euro wird sein Marktwert geschätzt. Zudem steht Ostrzolek auch bei anderen Klubs auf dem Wunschzettel. Gladbach wird ebenso genannt wie der HSV, was Weinzierl amüsiert kommentiert: „Die wissen ja noch nicht mal, wo sie in der nächsten Saison spielen.“

Dass man sich mit anderen Klubs beschäftige, hat Ostrzoleks Berater Thomas Strunz bestätigt. Johannes van den Bergh gibt sich dennoch gelassen: „Das interessiert mich überhaupt nicht“, sagt er. „Wenn ich meine Leistung bringe, werde ich auch spielen.“