Hertha-Stürmer

Herthas Ramos spielt wieder in der Nationalmannschaft

Erstmals seit mehr als zwei Jahren wird Herthas Angreifer wieder für die kolumbianische Nationalelf berufen. Doch für die Bundesliga-Partie der Berliner gegen Freiburg droht der 28-Jährige auszufallen.

Foto: Oliver Mehlis / dpa

Neulich bekam José Pekerman einen gut gemeinten Ratschlag: Der Nationaltrainer Kolumbiens erlebte, wie im kleinen Örtchen Villa Rica 600 Kilometer südwestlich der Kapitale Bogotá Hunderte Fans für die Berufung von Adrian Ramos ins Team der „Cafeteros“ demonstrierten.

Der Bürgermeister Villa Ricas höchstselbst verfasste einen Brief, um Pekerman aufzufordern, Herthas Angreifer doch wieder zu berücksichtigen. Nun gut, die Leute dort sind befangen, denn schließlich stammt Ramos ja aus der Gegend. Doch Pekerman hatte seine Entscheidung ohnehin längst getroffen.

Treffen mit Allagui und Ben-Hatira

Erstmals seit über zwei Jahren ist Adrian Ramos wieder für die kolumbianische Nationalelf nominiert. Nach seinem bisher letzten Auftritt am 15. November 2011 gegen Argentinien (1:2) wird der 28-Jährige am Mittwoch im Testspiel gegen Tunesien ins Nationalteam zurückkehren. Der Abstellungsantrag liegt Michael Preetz bereits vor.

Aller Wahrscheinlichkeit nach wird auch noch ein solcher für Änis Ben-Hatira und Sami Allagui bei Herthas Manager eingehen. Beide würden dann mit Tunesien in Barcelona auf ihren Berliner Teamkollegen Ramos treffen.

14 Saisontreffer als Empfehlung

Dieser hat sich mit 14 Bundesligatreffern bei Hertha in der aktuellen Spielzeit für die Rückkehr ins Team des Weltranglistenfünften empfohlen. Zudem profitiert der Angreifer von der Verletzung des Starstürmers Radamel Falcao, der vor der Saison für 60 Millionen Euro zum AS Monaco gewechselt war, sich dort aber kürzlich das Kreuzband riss.

Da Falcao wohl auch die Weltmeisterschaft in Brasilien im Sommer verpassen wird, ist Ramos’ Traum von der Endrunde auf dem heimischen Kontinent plötzlich wieder greifbar.

Bluterguss in der Wade

Jos Luhukay hat diese Nachricht gefreut, denn sie ist ja auch eine Bestätigung der eigenen Arbeit, die Herthas Cheftrainer mit Ramos in Berlin verrichtet hat.

Doch der Niederländer hat gerade ganz andere Sorgen: Denn bevor Ramos in den Flieger Richtung Barcelona steigen wird, soll er eigentlich am Freitag noch dafür sorgen, dass Hertha gegen den SC Freiburg (20.30 Uhr) in der Bundesliga nach zwei Heimpleiten in Folge wieder einen Sieg im Olympiastadion einfahren kann.

Allerdings laboriert Ramos derzeit an einem Bluterguss in der Wade, konnte am Mittwoch nur leicht trainieren, und droht gegen die Breisgauer auszufallen. „Wir hoffen, dass Adrian das Abschlusstraining am Donnerstag absolvieren kann“, sagte Luhukay. Noch sei sein Einsatz nicht sicher.

Allagui steht als Ramos-Ersatz bereit

Fällt Ramos tatsächlich aus – es wäre das erste Mal in dieser Saison, dass die Blau-Weißen ohne ihren Topstürmer antreten müssen –, hätte Luhukay nur noch einen Stürmer im Kader: Allagui. Sandro Wagner, der Siegtorschütze gegen Stuttgart, fehlt gesperrt (Gelb-Rote Karte).

Zuletzt lief Allagui gegen den VfB als zweite Spitze neben Ramos auf, nachdem ihn Luhukay in den vergangenen Monaten nur im Mittelfeld eingesetzt hatte. „Wenn Adrian ausfällt, ist Sami unser Mann. Er hat in der Vergangenheit als zentraler Stürmer gespielt und kann das immer noch. Wir werden also eine Lösung parat haben“, so Luhukay.

Gegen die abstiegsbedrohten Freiburger (Tabellenplatz 17), die Luhukay aber als „aggressives und technisch starkes Team“ beschreibt, verlangt der Trainer eine höhere Effizienz vor dem Tor als zuletzt in den Heimspielen. Ein Mitwirken von Kolumbiens Nationalstürmer Adrian Ramos wäre da hilfreich.