Weltmeisterschaft

Hertha-Duo muss zusehen, wie sein WM-Traum platzt

Änis Ben-Hatira und Sami Allagui haben mit der tunesischen Nationalelf das Play-off gegen Kamerun verloren und die WM 2014 verpasst. Besonders bitter für die Berliner Profis: Sie durften kaum mitwirken.

Foto: Uwe Anspach / dpa

Vor der Partie war Änis Ben-Hatira noch guter Dinge und fragte nach göttlichem Beistand: „Hoffentlich geht heute unser WM-Traum in Erfüllung. Drückt die Daumen und betet für uns!!!!“, schrieb der Mittelfeldspieler von Hertha BSC auf Facebook. Zu sehen war dazu ein Foto, das den 25-Jährigen mit zuversichtlichem Fliegerdaumen bei der Platzbegehung im Ahmadou-Ahidjo-Stadion in Jaunde, der kamerunischen Hauptstadt, zeigte.

Dorthin waren Ben-Hatira und sein Berliner Mannschaftskollege Sami Allagui mit der tunesischen Nationalmannschaft aufgebrochen, um das Rückspiel gegen Kamerun um die Teilnahme an der WM in Brasilien zu bestreiten.

Ein ähnlich frohes Bild gab es nach Abpfiff jedoch nicht. Denn der Traum vom Weltturnier im nächsten Sommer ist für das Hertha-Duo geplatzt.

Ben-Hatira sitzt nur auf der Ersatzbank

Nach einem 0:0 im Hinspiel verlor Tunesien am Sonntagnachmittag das Rückspiel gegen die „Unzähmbaren Löwen“ deutlich mit 1:4 (0:2) und verpasste damit seine fünfte WM-Teilnahme. Dabei mussten Ben-Hatira und Allagui weitestgehend zusehen, wie ihr großer Traum vorbeizog.

Während Ersterer die kompletten 90 Minuten auf der Ersatzbank saß, kam Zweiterer erst in der 73. Minute in die Partie. Da allerdings lag Tunesien bereits 1:3 gegen die vom ehemaligen Freiburg-Trainer Volker Finke geführten Westafrikaner zurück.

Schon nach vier Minuten zeigte Kamerun, das Team um Superstar Samuel Eto’o vom FC Chelsea, dass es von vielen Experten zurecht als Favorit gehandelt wurde. Pierre Wébo schockte Tunesien mit seinem frühen Führungstreffer (4. Minute). Ausgerechnet Wébo. Der 31 Jahre alte Stürmer von Fenerbahçe Istanbul hatte im Hinspiel noch die Siegchance für Kamerun vergeben, als er aus einem Meter Entfernung das Tor verfehlte. Nun traf er.

Und es sollte noch schlimmer kommen für Tunesien: Denn nach einer halben Stunde stand es bereits 0:2 für die Gastgeber. Außenstürmer Benjamin Moukandjo war zur Stelle.

Trost bei der Mitgliederversammlung

Zur Pause wechselte Tunesiens niederländischer Trainer Ruud Krol doppelt: Aber statt der Bundesligaprofis Ben-Hatira und Allagui, die in zwölf Ligaspielen zusammen immerhin schon acht Tore erzielt haben, kamen der kurz vor dem Rückspiel erst eingebürgerte Fabien Camus und Ahmed Akaïchi, der bis Sommer noch beim deutschen Zweitligaklub FC Ingolstadt gespielt hatte.

Zwar traf Akaïchi kurz nach dem Seitenwechsel zum 1:2 (51.), doch ein Doppelpack von Jean Makoun (66./86.) begrub alle Resthoffnung der Tunesier. Finke, der Kamerun erst im Mai übernommen hatte, führt das Team zur siebten WM.

Es könnte sein, dass Änis Ben-Hatira und Sami Allagui heute trotz des WM-Aus einen aufmunternden Applaus bekommen werden. Ab 19 Uhr in Saal 1 des ICC findet Herthas Mitgliederversammlung statt. Dabei wird Finanzboss Ingo Schiller einen Rückgang der Vereinsschulden verkünden. Vielleicht ist aber auch ein wenig Platz für Trost.