Haben Sie sich in den vergangenen Tagen auch mal gefragt, was Julian Nagelsmann eigentlich gerade macht? Um den ehemaligen Bundestrainer, der nach dem enttäuschenden Aus in der WM-Zwischenrunde gegen Paraguay seinen Posten räumen musste, ist es öffentlich ruhig geworden. Das 0:0 der deutschen Nationalmannschaft in Griechenland hat Nagelsmann jedenfalls nicht gesehen, wie ein „Bild“-Fotograf beim Oktoberfest in München am Sonntagabend festgestellt hat.

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Es wäre jedenfalls interessant gewesen, wie die Öffentlichkeit reagiert hätte, wenn bei den jüngsten vier Spielen der DFB-Auswahl nicht Jürgen Klopp an der Seitenlinie gestanden hätte, sondern Nagelsmann. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wären die Schlagzeilen nach nur einem Sieg aus vier Spielen anders ausgefallen. Nagelsmanns Bewertung der Lage wäre spätestens am Sonntagabend hinterfragt worden, wenn er nach dem zweiten sieglosen Spiel gegen Griechenland von einer „unglaublichen“ und „herausragenden“ Leistung gesprochen hätte.
Klopp hat den Kredit, den Nagelsmann nicht mehr hatte
Klopp aber hat Kredit und den braucht er auch, um einen Prozess einzuleiten, auf dessen Weg Deutschland in den kommenden Jahren zumindest wieder ein unangenehmer Gegner für die Topnationen im Weltfußball sein soll. Dass die deutsche Nationalmannschaft dazu aktuell nicht zählt, ist keine neue Erkenntnis. Dass die DFB-Elf auch unter Klopp zunächst nicht besser spielt als unter Nagelsmann, war angesichts des 44-Mann-Doppelkaders mit elf Debütanten zu erwarten. „Noch“ nicht, würde Klopp wahrscheinlich sagen.
Durch das Länderspielcasting, das der neue Bundestrainer ausgerufen hatte, war die Erwartungshaltung deutlich geringer. Dass Klopp nicht zaubern kann, dürfte nach seinen ersten vier Spielen nun auch jeder Fußballfan verstanden haben. Trotzdem bleibt die Zuversicht, dass die deutsche Nationalmannschaft unter dem ehemaligen Meistertrainer aus Dortmund und Liverpool irgendwann wieder einen Pokal hochhalten kann. Dass dieser Weg zwei bis drei Jahre dauern kann, wissen vor allem die Fans des BVB und des FC Liverpool. Auch dort ist Klopp nicht mit Siegesserien gestartet. Ganz im Gegenteil.
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Dass man mit einer zu optimistischen Zukunftsankündigung auf die Nase fallen kann, weiß vor allem Klopps Vorgänger Nagelsmann. Der war zwei Jahre lang damit beschäftigt, seine Weltmeisteransage nach dem Aus bei der Heim-EM wieder einzufangen. Gelungen ist ihm das nie. Klopp aber wird spätestens nach seinen ersten vier Spielen als Bundestrainer wissen, dass er sich angesichts der aktuellen Qualität im deutschen Fußball zu einer solchen Aussage nicht hinreißen lassen darf.








